Heizöl und Diesel um rund 20 Prozent teurer als im Vorjahr
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Wer ein Dieselauto fährt und zuhause mit Heizöl heizt, muss derzeit besonders tief in die Tasche greifen: Beides ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent teurer geworden. Und die aktuelle Erhebung der Treibstoffpreise der AK-Konsumentenberatung zeigt eine ebenso seltene wie ungewöhnliche Entwicklung – Diesel ist teurer als Superbenzin. AK-Präsident Pichler: „Die Pendler zahlen drauf. Ihre Lohnerhöhungen werden durch die steigenden Spritkosten sofort wieder aufgefressen!“
Diesel kostet heuer im November im Durchschnitt 1,411 Euro, Superbenzin 1,380 Euro. Eine ungewöhnliche Preisstruktur, für die es keine schlüssige Erklärung gibt:„Das Argument, dass mit dem Beginn der Heizperiode der Diesel unter erhöhten Preisdruck gerät, kann ich in diesem Zusammenhang nur als fadenscheinig bezeichnen“, sagt AK-Konsumentenexperte Stefan Göweil. „Das müsste ja jedes Jahr zu dieser Jahreszeit der Fall sein. Ausschlaggebend könnte vielmehr die Tatsache sein, dass 55 Prozent der Autos in Österreich mit Diesel fahren, das ist im EU-Vergleich ein sehr hoher Anteil – offensichtlich eine gute Gelegenheit, hier kräftig zuzulangen.“
Dass Diesel teurer als Benzin ist, ist keine Salzburger Spezialität, sondern lässt sich vielfach österreichweit beobachten. Bei den Nachbarn Deutschland und Italien ist Diesel nach wie vor billiger als Benzin.
Ausnahme Autobahnen
Auf den zehn Autobahntankstellen im Bundesland Salzburg ist Super noch deutlich teurer als Diesel. „Warum das so ist, ist für uns überhaupt nicht nachvollziehbar“, so Göweil, „üblicherweise sind die großen Konzerne, die die Autobahntankstellen betreiben, nicht gerade für ihre Zurückhaltung bei der Preisgestaltung bekannt.“
Im Detail:- Bundesland Salzburg: Gegenüber dem November 2010 ist Super um 12,84 Prozent, Diesel um 21,74 Prozent teurer geworden. Ein Dieselfahrer zahlt im Vergleich zum Vorjahr somit für eine 50-Liter-Tankfüllung 70 Euro statt 58 Euro; beim Tanken von Super muss man 69 Euro statt 61 Euro zahlen.
- Super ist Im Flachgau und im Pongau am stärksten gestiegen, nämlich um 13,70 und 13,71 Prozent; am geringsten im Lungau mit 11,06 Prozent.
- Diesel ist in der Stadt Salzburg mit 23,27 Prozent am stärksten gestiegen, ebenfalls im Lungau am geringsten mit 20,02 Prozent.
- Im Vergleich zum September in diesem Jahr ist Super um 2,47 Prozent billiger und Diesel um 4,36 Prozent teurer geworden.
Pendlerkosten fressen Lohnzuwächse auf
Die aktuelle Preissituation beschert beispielsweise einem Pendler mit einem Dieselauto etwa aus Bischofshofen Mehrkosten von rund 30 Euro im Monat gegenüber dem Vorjahr; mit einem Benziner rund 23 Euro. Ein Pendler aus Tamsweg lässt im Monat rund 73 Euro mehr für Diesel und 58 Euro mehr für Benzin an der Tankstelle.
„Geht man von einem Salzburger Durchschnittslohn und einer durchschnittlichen Lohnerhöhung aus [1.800 brutto, Lohnerhöhung 3 % = 54 Euro brutto = 30 Euro netto mehr; Anm.], so zeigt sich, dass diese Zuwächse von den gestiegenen Kosten für Treibstoff sofort wieder aufgefressen werden. Ein Pendler gibt das zusätzliche Geld jedes Monat gleich wieder an der Zapfsäule ab“, kritisiert AK-Präsident Siegfried Pichler.
Teures Heizöl
Heizöl ist beim Kauf von 3.000 Litern um 22,23 Prozent teurer geworden, das sind Mehrkosten gegenüber dem Vorjahr von 542 Euro. Bei Abnahme von 1.000 Litern beträgt die Steigerung 17,41 Prozent oder 157 Euro. Das ist hart für das Bundesland Salzburg, weil hier überdurchschnittlich viele Haushalte mit Heizöl heizen (30 Prozent gegenüber 23 Prozent österreichweit).
AK fordert:
Der Rohölpreis und der Dieselpreis sind in den letzten Wochen auf den Fertigproduktmärkten gefallen, während der Dieselpreis an den österreichischen Zapfsäulen gestiegen ist. „Wir fordern deshalb eine sofortige Weitergabe der sinkenden Preise auf den Märkten an die Konsumenten“, betont Göweil, „und weiters eine Offenlegung der Preisbildung der letzten Monate!“. Verstärkten Handlungsbedarf sieht er auch für die Bundeswettbewerbsbehörde.
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