380 kV-Leitung: Sozialpartner fordern Ende der Kabeldebatte

Keine grundlegend neuen Erkenntnisse hat 2009 für die Sozialpartner der mit Spannung erwartete Bericht des EU-Leitungskoordinators DI Mag. Adamowitsch gebracht. Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Arbeiterkammer haben sich daher gemeinsam für den sofortigen Baubeginn des genehmigten Freileitungsabschnittes und die umgehende Einleitung der Umweltverträglichkeitsprüfung für den zweiten Teilabschnitt ausgesprochen.

Die Versorgungssicherheit im Salzburger Zentralraum ist ohne den ersten Leitungsabschnitt nicht gewährleistet, auch im Pongau muss die Versorgungssicherheit verbessert werden. Leistungsfähige Netzstrukturen sind die Grundvoraussetzung für die optimale Nutzung und den Ausbau der Speicherkraftwerke in den Alpen. Umsetzbare Investitionen mit Limberg III im Umfang von 850 Millionen Euro hängen an der leistungsfähigen 380 kV-Verbindung in den Pinzgau.

Technisch gibt es im österreichischen 380 kV-Leitungsring noch keine verlässliche Alternative zur Freileitung. Das hat der Verwaltungsgerichtshof mit der Ablehnung aller Beschwerden gegen die Steiermarkleitung Ende Juni 2009 bestätigt.

Da es weder zum Stand der Technik noch zum Vorsorgegrenzwert neue Erkenntnisse gibt, ist kein ein anderes Ergebnis in Salzburg zu erwarten. Daran ändert auch das Salzburger „Erdkabelgesetz“ nichts. Zudem handelt es sich in Salzburg nicht wie in der Steiermark um die Neuerrichtung, sondern um den Ersatz einer bestehenden Leitung mit umfassenden Verbesserungen der Umweltsituation gegenüber der Ist-Situation.

In den letzten Jahren sind alle Aspekte der Salzburgleitung hinreichend diskutiert worden. Mit den ergänzenden Trassenvorschlägen des EU-Leitungskoordinators wurde eine taugliche Basis für den Neustart der Salzburgleitung in den Pinzgau vorgelegt. Der Trassenfindungsprozesses für die 380-kV-Salzburgleitung Tauern – Salzach neu ist unter Beteiligung der betroffenen Gemeinden bereits voll angelaufen.

Die Sozialpartner haben Verständnis für die Gemeinden und Bürger. In der nicht immer sachlichen Auseinandersetzung der letzten Jahre sind mit dem Erdkabel Erwartungen geweckt worden, die sich letztlich unter dem Gesichtspunkt der Versorgungssicherheit nicht halten lassen. Weitere Verzögerungen sind nach der jahrelangen Diskussion nicht vertretbar.

Den Gemeinden bleibt aber die Option, ergänzend zur 380 kV- Freileitung Trassen für eine allfällige Verkabelung langfristig zu sichern. Es ist nicht ausgeschlossen, dass mit wachsenden Erfahrungen in 15 bis 20 Jahren Teilverkabelungen technisch und wirtschaftlich anders betrachtet werden. Die Gemeinden des ersten Teilabschnittes haben von dieser Option bisher nicht Gebrauch gemacht.

Wie von den Sozialpartnern erwartet, bietet die die Verbundnetztochter APG den Trassengemeinden Lösungen zum Interessensausgleich an. Dieses Modell war bereits 1995 bei Errichtung der 380 kV-Leitung im Pinzgauer Nationalparkvorfeld erfolgreich. Gleichfalls von der APG wird erwartet: größtmögliche Flexibilität bei der Trassenauswahl.

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