Pongauer Arbeitsmarkt
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Die Beschäftigung wächst. Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich besser als in den meisten anderen Bezirken. Und trotzdem: Weit unter dem Landesschnitt liegende Einkommen gepaart mit hohen Treibstoffkosten setzen die Pongauer unter Druck. Der Bezirk kommt hier nur langsam vom Fleck und musste in den letzten zehn Jahren sogar über dem Landesschnitt liegende Kaufkraftverluste hinnehmen. „Spekulation auf Grund und Treibstoff gehört bekämpft – eine leistbare Versorgung gesichert“, fordert AK-Präsident Siegfried Pichler.
- Arbeitslosigkeit: Positivere Entwicklung als in anderen Bezirken
- Beschäftigung weiter auf Wachstumskurs
- 6-Jahres-Vergleich: Nur der Pinzgau wuchs stärker
- Industrie und Gewerbe hatten deutlichen Anteil am Wachstum
- Lehrlinge bevorzugen Handel und Gastgewerbe
Die gute Entwicklung der Beschäftigung im Bundesland zeigt, dass die Folgen der Krise weitgehend überstanden sind. Aber 2011 schwächte sich vor allem der positive Trend bei der Arbeitslosigkeit ab. Der Pongau war als einziger Bezirk davon unberührt.
zum SeitenanfangArbeitslosigkeit: Positivere Entwicklung als in anderen Bezirken
Anders als in den übrigen Bezirken sank hier die Arbeitslosigkeit nämlich auch in der zweiten Hälfte des Jahres 2011. Es waren im Schnitt 1.881 Personen ohne Arbeit. 3,7 Prozent weniger als 2010. Dennoch: Auch im Pongau haben wie in den anderen touristisch geprägten Bezirken saisonale Höhen und Tiefen am regionalen Arbeitsmarkt Tradition. Und der Bezirk liegt immer noch deutlich über dem Niveau vor der Krise: Jetzt sind 176 Personen mehr arbeitslos als 2008 – ein Anstieg um 10,4 Prozent.
Zählt man auch die Schulungsteilnehmer dazu, dann waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 2.213 ohne Arbeit. 99 Personen oder 4,3 Prozent weniger als 2010. Aber 244 Personen oder 12,4 Prozent mehr als im Vergleichsjahr 2008, vor der Krise. Die Arbeitslosenquote lag 2011 bei 5,3 Prozent, der Landesschnitt bei 4,5 Prozent.
Beschäftigung weiter auf Wachstumskurs
Dabei entwickelt sich die Beschäftigung weiterhin deutlich positiv. Zwischen Juli 2010 und Juli 2011 entstanden im Bezirk 483 neue Stellen (plus 1,5 Prozent). Die größten Zuwächse konnten St. Johann (249), Bischofshofen (102), Altenmarkt (80), Flachau (66), Großarl (61) und Wagrain (55) verbuchen. Ein größeres Minus an Arbeitsplätzen gab es in Bad Hofgastein (57 Stellen weniger), Radstadt (51 weniger) und St. Veit (49 weniger).
Die wirtschaftlichen Stützpfeiler des Bezirks sind nach wie vor Industrie, Gewerbe, Fremdenverkehr, sowie Bauwesen und Handel. Im Winter liegt jeder vierte Arbeitsplatz im Tourismussektor. Im Sommer immer noch fast jeder Fünfte (18 Prozent). 207 Arbeitsplätze entstanden hier zwischen Juli 2010 und Juli 2011 neu (3,6 Prozent). Prozentuell am stärksten wuchsen die unternehmensnahen Dienste: 5,1 Prozent, 51 neue Stellen. Auch der produzierende Sektor und das Unterrichtswesen konnten mit plus 3,2 und 2,9 Prozent (166 bzw. 49 Stellen mehr) ordentlich zulegen. Der Baubereich wuchs mit 34 Stellen leicht um ein Prozent. Auch die wirtschaftlichen Dienste, in denen auch die Arbeitskräfteüberlasser zusammengefasst sind pendeln sich auf ein stabiles aber nicht mehr außerordentlich hohes Wachstum ein: 1,6 Prozent Wachstum, 30 Jobs. Leichte Rückgänge gab es im Verkehr (minus 1,2 Prozent oder 23 Stellen), im Handel (18 Jobs bzw. 0,4 Prozent) und in der öffentlichen Verwaltung (18 Stellen, 1,2 Prozent).
6-Jahres-Vergleich: Nur der Pinzgau wuchs stärker
Seit 2005 entstanden im Pongau 3.109 Arbeitsplätze. Mit diesem Zuwachs von 10,6 Prozent liegt der Bezirk damit weit über der landesdurchschnittlichen Entwicklung von 8,5 Prozent und muss sich nur dem Pinzgau mit einem Wachstum von 12,1 Prozent geschlagen geben. Die anderen Bezirke wuchsen einstellig. Dabei entwickelte sich die Beschäftigung der Frauen deutlich dynamischer als jene der Männer. Sie können fast zwei Drittel (63 Prozent) des Beschäftigungswachstums für sich verbuchen: 1.972 Jobs, ein Zuwachs von 14,9 Prozent. Bei den Männern entstanden 1.137 Jobs, plus 7,1 Prozent.
Am stärksten wuchs die Beschäftigung zwischen 2005 und 2011 in den Gemeinden St. Johann (plus 1.226), Wagrain (298), Altenmarkt (282), Großarl (256) und Bischofshofen (233). Langfristige Verluste mussten in Radstadt (minus 82), Schwarzach (minus 48) und Werfenweng (minus 28) hingenommen werden.
Industrie und Gewerbe hatten deutlichen Anteil am Wachstum
Zwar hat die Beschäftigung in diesem Zeitraum in fast allen Bereichen zugenommen. Aber fast ein Viertel des Zuwachses (940 Stellen, 18,7 Prozent) entfällt auf den Fremdenverkehr, womit dieser seine dominante Stellung im Bezirk behauptet.
Erfreulicherweise gebührt auch den in der Regel besser entlohnten Bereichen Industrie und Gewerbe ein gutes Stück vom Wachstumskuchen. Dort wuchs die Beschäftigung über die letzten 6 Jahre um neun Prozent (440 Arbeitsplätze). Auch der Bau konnte mit plus 13,6 Prozent (398 Stellen) deutlich zulegen. Im Dienstleistungssektor waren neben dem Fremdenverkehr der Handel (plus 8,2 Prozent, 322 neue Jobs), vor allem aber der Gesundheitsbereich (plus 15,6 Prozent oder 436 Stellen) Beschäftigungsmotoren.
Lehrlinge bevorzugen Handel und Gastgewerbe
Im Bezirk werden junge Menschen in insgesamt 89 Lehrberufen ausgebildet, das sind nur 43 Prozent aller möglichen. 1.600 der rund 10.000 Lehrlinge im Bundesland Salzburg kommen aus dem Pongau. 44,4 Prozent davon verteilen sich auf zehn Berufe. Die Top drei: Koch, KFZ-Techniker und Einzelhandelskaufmann (Lebensmittelhandel).
Alle Lehrberufe des Einzelhandels machen mit 222 Lehrlingen 13,4 Prozent aus. Noch höher ist der Anteil im Gastgewerbe: 310 Personen oder 18,7 Prozent lernen in diesem Bereich. Während in ganz Salzburg ein Viertel der Lehrlinge im Einzelhandel oder der Gastronomie ausgebildet wird ist es im Pongau ein Drittel.
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Infobox
Downloads
- Grafik: AL Pongau 2007 bis 2012 (pdf/108kb)
- Tabelle: Lehrberufe Pongau (pdf/72kb)
- Grafik: Wirtschaftsstruktur Pongau Sommer 2011 (pdf/84kb)

