Bei der Arbeitszufriedenheit fallen Pflichtschüler weiter zurück
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Wissen macht glücklich: Beim Arbeitsklima-Index der AK konnten vor allem Beschäftigte mit Fach- und Handelsschulabschluss bei der Arbeitszufriedenheit deutlich zulegen. Am glücklichsten mit ihrer Situation sind aber nach wie vor Arbeitnehmer mit Matura oder Hochschulstudium. Immer noch weit abgeschlagen all jene, die höchstens die Pflichtschule abgeschlossen haben. Denn die Bildung beeinflusst die Arbeits- wie auch die Lebenszufriedenheit wesentlich. „Bildungsbarrieren im Schulsystem müssen endlich konsequent durch- und aufgebrochen werden“, sagt AK-Bildungsreferentin Hilla Lindhuber.
- Matura und Hochschule machen zufrieden - Pflichtschule nicht
- Fach- und Handelsschüler stabilisieren sich wieder
- Ein Einkommen zum Auskommen - mit jeder (Aus-)Bildung?
- AK und BFI durchbrechen Bildungsbarrieren
Mit dem Arbeitsklimaindex beleuchtet die AK regelmäßig die Situation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Bundesland. Er liefert Informationen darüber, wo die Menschen der Schuh drückt und was verbessert und geändert werden muss. Die Experten der AK und des Zentrums für Zukunftsstudien untersuchten für das Jahr 2010, ob Bildung glücklich macht. Die Antwort lautet auch dieses Mal ja. Denn Bildung hat eine deutliche Auswirkung auf die Arbeitszufriedenheit.
zum SeitenanfangMatura und Hochschule machen zufrieden - Pflichtschule nicht
Wenig Bildung kann unglücklich machen. Denn zwar hat sich der Allgemeine Arbeitsklima-Index von 111 auf 114 Punkte erholt. Aber die Steigerung bei Pflichtschulabsolventen fiel mit nur 2 Indexpunkten von 102 auf 104 nur gering aus. Damit rangiert diese Gruppe 13 bis 20 Punkte hinter Maturanten, Hochschülern und Fach- sowie Handelsschülern. Die Frauen unter den Pflichtschülern sind mit 100 Indexpunkten noch unzufriedener. Akademikerinnen sind dagegen gemeinsam mit männlichen Maturanten (128 und 130 Punkte) am zufriedensten. Auch das Alter spielt eine Rolle: Über 46-jährige Beschäftigte mit Pflichtschulabschluss erreichten wegen der oft schlechten Arbeitsmarktchancen nur 91 Indexpunkte.
zum SeitenanfangFach- und Handelsschüler stabilisieren sich wieder
Den größten Zuwachs konnten übrigens die Handelsschüler für sich verbuchen: 106 Punkte im Jahr 2009, 117 im Jahr 2010. Damit erreichen sie wieder die Werte vor der Wirtschaftskrise. Pflichtschüler mit Lehrabschluss waren zwar mit 109 Punkten etwas zufriedener als 2009, hinken aber ebenfalls deutlich hinter den drei Gruppen mit höherem Ausbildungsgrad her. „Die Unzufriedenen sind übrigens nicht nur auf ihre Tätigkeit bezogen zerknirscht“, sagt AK-Expertin Hilla Lindhuber: „Einkommen, Karrieremöglichkeiten, psychische und körperliche Belastung und das Arbeitsklima werden deutlich schlechter beurteilt als bei den anderen Gruppen.“ Das liegt auch daran, dass zum Beispiel Hochschüler und Maturanten fast ausschließlich als Angestellte (62 Prozent) und im öffentlichen Dienst (31 Prozent) tätig sind. Dagegen sind 65 Prozent der Beschäftigten mit maximal Pflichtschule Hilfsarbeiter.
Ein geringes Bildungsniveau ist in vielen Bereichen Hemmschuh
Ein geringer Bildungsgrad schlägt sich nicht nur im Einkommen und den Karrieremöglichkeiten nieder. Auch Arbeitslosigkeit tritt dann deutlich häufiger auf. Ein niederer Indexwert betrifft aber nicht nur die Arbeit“, ergänzt Hilla Lindhuber. „Denn zwischen Arbeits- Und Lebenszufriedenheit besteht ein Zusammenhang. Je höher das Bildungsniveau der Beschäftigten, umso zufriedener sind sie mit Leben insgesamt. Nach Schulnoten: Das Leben eines Maturanten oder Hochschülers bekommt eine 1,34. Mit Pflichtschulabschluss schaut eine 2,22 heraus.
zum SeitenanfangEin Einkommen zum Auskommen - mit jeder (Aus-)Bildung?
Die Unzufriedenheit mit dem Einkommen ging zwar einerseits zurück. Andererseits zeigt die Erhebung aber nach wie vor einen mittleren Einkommensunterschied von 1000 Euro netto zwischen einem Arbeitnehmer mit Pflichtschul- und einem Arbeitnehmer mit Hochschulabschluss. Keine Überraschung: Frauen sind mit ihrem Einkommen bei vergleichbarer Ausbildung durch die Bank noch weniger zufrieden. Die Grafik in der Infobox zeigt die Gegenüberstellung von Männer und Frauen im Durchschnitt.
zum SeitenanfangAK und BFI durchbrechen Bildungsbarrieren
„Das wichtigste Ziel eines modernen und gerechten Bildungssystems muss sein, Barrieren zu durchbrechen – im Schulsystem, aber auch in der Berufszeit“, sagt Hilla Lindhuber. „Denn sich nach der Schule ein höheres Bildungsniveau zu erarbeiten ist immer noch schwierig. Viel zu wenige schaffen das.“ Wichtige Maßnahmen sind die Einführung von Ganztages- und Gesamtschule, aber auch die stärkere Berufsorientierung bereits in der Schulzeit. Die AK und das Berufsförderungsinstitut tragen aktiv dazu bei, dass es auch im Beruf mehr Möglichkeiten gibt. So ist in Salzburg das BFI der Arbeiterkammer die erste Adresse für Fachkräfte-Ausbildungen. Der Schwerpunkt liegt in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, vor allem bei gesetzlichen und staatlich anerkannten Abschlüssen. Die Stärke des BFI: erwachsenengerechte Aus- und Weiterbildungen im zweiten Bildungsweg! Aber auch bei der Berufsreife punktet das BFI: 1500 Maturanten, 700 Lehrabschlussabsolventen und 150 Diplomanden absolvierten ihre Ausbildung in den letzten beiden Jahren erfolgreich.
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