Arbeitsklima-Index Kulturbetriebe: Befragung im Mai

Die Experten der Arbeiterkammer beschreiten komplett neues Terrain. Kunst und Kultur sind für das Land von großer Bedeutung und hier wird viel geleistet. Die AK richtet den Scheinwerfer jetzt auf das, was hinter dem Vorhang geschieht: Sie erhebt Anfang Mai in Kooperation mit dem Dachverband Salzburger Kulturstätten erstmals in Österreich per Arbeitsklima-Index die Stimmung der im Kulturbereich Beschäftigten.

Kunst und Kultur sind in Salzburg nicht wegzudenken. Dementsprechend viel wird hier geleistet. Zur Lebens- und Arbeitssituation von Künstlern gibt es einige wenige Untersuchungen. Noch nie untersucht wurde allerdings, wie es denen geht, die den Betrieb organisieren, also vor und hinter den Kulissen arbeiten: Den unselbständig Beschäftigten in Kulturbetrieben – von der Haustechnik über den Reinigungsdienst, den Kartenverkauf, die Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Schauspiel und künstlerischer und organisatorischer Leitung. „Kultur ist etwas, das in den Köpfen der Menschen sehr präsent ist. Wir wollen auch die Leistung, Zufriedenheit und Ansprüche derer sichtbar machen, die hinter den Kulissen arbeiten und erheblich zum Funktionieren von Kultur beitragen. Vom Souffleur bis zum Kartenabreißer“, fasst AK-Präsident Siegfried Pichler das Motiv der Erhebung zusammen. Dazu geht die AK eine bisher einzigartige Kooperation mit dem Dachverband Salzburger Kulturstätten und der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport und freie Berufe (KMSfB) ein. Die Studie erfolgt außerdem in Zusammenarbeit mit Betriebsräten.

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Zeitlicher Ablauf: Fragebögen im Mai, Ergebnisse im Herbst

Die Arbeiterkammer Salzburg entwickelte in Absprache mit den Projektpartnern ein Forschungsdesign, das die für den Kulturbetrieb relevanten Fragestellungen beinhaltet. Die Erhebung in Form von Fragebögen beginnt im Mai. Die Eingabe der Daten sowie die statistische Berechnung der Arbeitszufriedenheit erfolgt anschließend durch IFES.

Ausgewertet und analysiert werden die Ergebnisse wiederum durch das Zentrum für Zukunftsstudien der Fachhochschule Salzburg Forschungsgesellschaft (ZfZ) in Kooperation mit der AK. Die Resultate werden im Herbst 2010 vorliegen und veröffentlicht. „Damit gibt es erstmals eine wissenschaftliche Untersuchung über die Arbeitssituation von unselbständig Beschäftigten in Kulturbetrieben – ihre Motivation, Probleme und Bedürfnisse“, betont AK Bildungs- und Kulturreferentin Hilla Lindhuber. AK-Präsident Siegfried Pichler: „Im Kulturbereich wird oft über Umwegrentabilität gesprochen. Tatsächlich ist er ein erheblicher Wirtschaftsfaktor im Bundesland. Aber wenn wir über Erträge sprechen, dann müssen wir auch auf jene schauen, die diese Erträge durch ihre Arbeit erst ermöglichen – und ob es ihnen gut geht. Wir werden die Ergebnisse der Studie als Basis für Verbesserungsvorschläge und -Forderungen nutzen!“

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Auswahl der Kulturbetriebe beruht auf genauen Kriterien

Aber Kulturbeschäftigte zu erfassen ist auch eine Herausforderung. „Es gibt hier keine klar definierte eigene Branche“, sagt Hilla Lindhuber. Zudem ist der Begriff Kultur bzw. Kulturbetrieb ein weites Feld. Auch zwischen Kultur, Eventkultur und Kommerzialisierung von Kunst verlaufen die Grenzen fließend. „Deshalb war das Eingrenzen der untersuchten Betriebe ein wichtiger Faktor“, so Lindhuber weiter. Denn zeitgenössische Kulturproduktion und -vermittlung umfasst ja nicht ausschließlich Kulturinitiativen, sondern auch Betriebe wie beispielsweise Festspiele, Landestheater und Museum der Moderne. Daher gab es für den „Arbeitsklimaindex KulturarbeiterInnen“ in Stadt und Land Salzburg mehrere Kriterien:

  • produzierende und/oder vermittelnde Tätigkeit im Bereich der zeitgenössischen Kulturarbeit. Als Vorlage dienten dabei die jeweils aktuellen Förderberichte der Kulturabteilungen von Stadt und Land Salzburg sowie der Kunstbericht 2008 des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur. Die Trägerschaft und die Rechtsform spielen keine Rolle – alle Betriebsarten werden untersucht. Ein Nebenkriterium war allerdings die Frage der Gemeinnützigkeit der Kulturarbeit.

  • Neben dem Erhalt öffentlicher Förderungen einer der drei Gebietskörperschaften Bund, Land Salzburg oder Stadt Salzburg waren die Mitgliederdateien von IG Kultur Österreich, des Dachverbandes Salzburger Kulturstätten (Schwerpunkt des Zeitgenössischen in Kunst und Kultur sowie Bemühung um Publikumsschichten, die von bestehenden Kultureinrichtungen nicht erreicht werden) sowie weiterer Interessenverbände entscheidend.

  • Nicht Teil der Untersuchung sind die so genannten „Creative Industries“, zum Beispiel Agenturen und Web-Designer. Selbiges gilt für Berufsgruppen wie Kulturjournalisten, die in gewinnorientierten Zusammenhängen arbeiten.
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