Ware Gesundheit - droht die Amerikanisierung unseres Gesundheitssystems?
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Wohin eine hemmungslose Privatisierung des Gesundheitswesen à la USA führt und wie wir davon betroffen sind, darüber diskutierten Vertreter aus der Politik und dem Gesundheitsbereich. Einhelliges Fazit: Der Privatisierung des Gesundheitssystems in Österreich muss ein Riegel vorgeschoben werden. „Marktinteressen haben in der Gesundheitsversorgung nichts zu suchen“, betont AK-Präsident Pichler.
Michael Moores neuester Film „Sicko“ zeigt: Das amerikanische Gesundheitssystem ist krank: 50 Millionen US-Bürger sind nicht krankenversichert, weil sie es sich nicht leisten können oder von den privaten Versicherungen abgelehnt werden. Jährlich sterben 18.000 Menschen, weil sie von niemandem behandelt werden. Amerikanische Bürger müssen bis ins hohe Alter arbeiten, um sich ihre Medikamente leisten zu können.
Österreich: Privatisierungen nehmen zu
„Auch in Österreich gibt es zunehmend Tendenzen Einrichtungen zu privatisieren“, betont Martin Rümmele, Buchautor (Medizin vom Fließband, Springer-Verlag). Doch Privatkosten würden immer die sozial Schwachen treffen. Ähnlich sieht das auch Cyriak Schwaighofer, Gesundheitssprecher der Grünen: „Es gibt Menschen, die auch bei uns an den Rand gedrängt werden.
Nicht nur medizinische sondern auch sozialpolitische Maßnahmen sind daher dringend erforderlich. „Der Tendenz der Privatisierung muss Einhalt geboten werden“, betont AK-Präsident Siegfried Pichler und Gastgeber der gestrigen Diskussionsveranstaltung. Das betont auch Landeshauptfrau Gabi Burgstaller: „Gesundheit muss in der öffentlichen Hand bleiben.“
GKK an die Wand gefahren
Die Auswirkungen der Zweiklassenmedizin, sind bereits offensichtlich: „ASVG Versicherte warten beispielsweise durchschnittlich 4 mal länger auf eine Linsenoperation am Auge als Privatversicherte oder 3,5 mal länger auf eine Knieoperation“, so Pichler. Einer weiteren Öffnung dieser Zweiklassenmedizin muss ein Riegel vorgeschoben werden, die Gebietskrankenkassen dürfen nicht ausgehungert werden.
„Doch diese wurden von der Regierung an die Wand gefahren“, kritisiert Pichler, „das Defizit der Krankenkassen ist auf Einnahmenentzug zurückzuführen und weniger auf Kostenexplosionen.“ Gerlinde Rogatsch, Gesundheitssprecherin der ÖVP sieht bei den öffentlichen Ausgaben ebenfalls ein Missverhältnis: Während sich die Ausgaben für die öffentliche Verwaltung auf immerhin 19% (Anteil des BIP pro Jahr) belaufen, würden für den Gesundheitsbereich nur rund 10% aufgewendet.
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