Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF): Arbeit darf nicht krank machen!
In der heutigen Arbeitswelt geht es nicht mehr allein um körperliche, sondern gerade auch um die psychische und soziale Gesundheit – eine große Herausforderung für die Gesellschaft an sich. Die „Betriebliche Gesundheitsförderung“ (BGF) – eine EU-Initiative aus den 90er Jahren – setzt ganzheitlich auf drei Ebenen an:
- Finanzielle Unterstützung durch das Land Salzburg
- Info, Service und Förderung
- Ausbildung zur Gesundheitsvertrauensperson (GVP)
- FAQ´s
- Motivation zu gesundem Lebensstil
- Verbesserung der Arbeitsbedingungen
- Gesundheitsförderndes Verhalten
In der Praxis gehen gesundheitsfördernde Maßnahmen im Betrieb meist von der Geschäftsleitung, dem Betriebsrat, den Sicherheitsvertrauenspersonen (SVP) oder Präventivfachkräften aus. Was mit Einzelaktionen, wie der „G’sunden Jause“, Rücktraining, Nordic-Walking-Angeboten oder Gesundheitsvorträgen beginnt, muss in ein betriebliches Umdenken münden, muss langfristig in ein Managementsystem eingebaut werden.
Dazu braucht es eine Fülle an Instrumenten, wie Betriebsvereinbarungen, Steuerungsgruppen, Marketingmaßnahmen, Analysen, Gesundheitsvertrauenspersonen (GVP), Sicherheitsvertrauenspersonen (SVP) und vieles mehr
Finanzielle Unterstützung durch das Land Salzburg
Damit die Menschen mit dem Anpassungs- und Leistungsdruck der modernen Arbeitswelt fertig werden können, muss sich auch der klassische Arbeitnehmerschutz immer weiter entwickeln. „Deshalb ist es auch sehr positiv, dass das BGF-Förderprogramm des Wachstumsfonds des Landes Salzburg (ITG) verlängert wurde“, sagt Christian Rumplmayr, vom Referat „Betriebliche Gesundheitsförderung und Arbeitnehmerschutz“ der AK Salzburg. Betriebe, die entsprechende Aktivitäten und Programme durchführen, können also noch 2011 und 2012 um ITG-Fördergeld ansuchen – weitere Infos: www.salzburg.gv.at/gesundheitsfoerderung
zum SeitenanfangInfo, Service und Förderung
Finanziell und durch Information und Projektbegleitung wird die Betriebliche Gesundheitsförderung auch von der Salzburger Gebietskrankenkasse gefördert (SGKK, Tel. 0662-8889-0): Elisabeth Zeisberger und Evelyn Martinel sind dabei behilflich, das passende Projekt für ein Unternehmen zu entwickeln. weiterführende Info
Info-Broschüre
Die Broschüre „Erfolgsfaktor Gesundheit“ informiert detailliert über sämtliche Angebote und Möglichkeiten zur BGF.
Sie finden sie als Download in der Infobox. Gerne können Sie die Broschüre auch in gedruckter Form bei Christian Rumplmayr per Mail bestellen: christian.rumplmayr@ak-salzburg.at
AMD-Angebot
Bei der Umsetzung von Maßnahmen (beispielsweise zum Altersgerechten Arbeiten oder zum Lebensphasenorientieren Arbeiten) bietet der AMD Salzburg (Zentrum für gesundes Arbeiten) maßgeschneiderte fachliche Unterstützung an – Infos über das Angebot und die jeweiligen Kosten: Tel. 0662-887588-0.
zum SeitenanfangAusbildung zur Gesundheitsvertrauensperson (GVP)
Die Ausbildung zur Gesundheitsvertrauensperson (GVP) ist eine gute Basis, um zu verstehen, was betriebliche Gesundheitsförderung ist und wo man ansetzen kann. Es ist notwendig, dass sich immer mehr Menschen in Betrieben für Gesundheitsförderung interessieren und auch engagieren – deshalb bietet die AK Salzburg ein entsprechendes Fortbildungsprogramm an.
Hier erhalten Sie nähere Informationen.
Wer ist verantwortlich?
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst „alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz.“ So wurde „Betriebliche Gesundheitsförderung“ 1997 in der Luxemburger Deklaration auf EU-Ebene definiert. Von AK und ÖGB vorangetrieben, hat sich die BGF im Bundesland Salzburg zu einem engagierten Netzwerk weiterentwickelt, in dem nicht nur die Sozialpartner, sondern viele andere wichtige Partner wie GKK, AUVA, AMD und auch das Land Salzburg mitwirken.
Wie verändern sich Strukturen?
Betriebliche Gesundheitsförderung lebt von ihrem ganzheitlichen Ansatz, weshalb BGF auch einen innerbetrieblichen Organisationsentwicklungsprozess in Gang bringen kann. Der nachhaltige Weg zu sicheren und gesundheitsfördernden Arbeitsplätzen führt immer über Verbesserungen in der Unternehmensorganisation:
- Etablieren geeigneter Werte und Regelungen im betrieblichen Alltag
- Positive Veränderung der Arbeitsorganisation
- Vermeiden, Verringern und Kontrollieren von gesundheitsschädlichen und gefährlichen Arbeitsbedingungen
- Verbessern des persönlichen Umgangs mit Gefahren (z.B. ausreichende Information, Mitsprachemöglichkeit bei der Arbeitsgestaltung, optimale Schutzmaßnahmen).
Welche Voraussetzungen sind nötig?
Die für Betriebliche Gesundheitsförderung notwendigen Veränderungen können nur unter folgenden Voraussetzungen umgesetzt werden:
- Bereitschaft. Die Betriebsleitung entscheidet sich ausdrücklich für Schutz und Förderung der Gesundheit der Beschäftigten und trifft Maßnahmen.
- Beteiligung. Der Betrieb nutzt die Kompetenz und die Arbeitserfahrung der Beschäftigten, fördert ihre Beteiligung bei der Gestaltung sicherer Arbeitsplätze und ermöglicht gesundheitlich relevante Informationen.
- Qualifizierung. Sowohl die Qualifikation der Führungskräfte als auch der Beschäftigten wird für die Aufgaben der Gesundheitsförderung entwickelt und erweitert. Auf Zusammenarbeit wird Wert gelegt.
- Information. Die Beschäftigten werden über Ziele und Maßnahmen für mehr Sicherheit und Gesundheit im Betrieb regelmäßig informiert. Eine offene Diskussion darüber wird gefördert. Arbeitsplatz bezogene Informationen werden z.B. in Betriebsversammlungen oder durch Unterweisungen allen Beschäftigten leicht zugänglich gemacht.



