Wissen und Glück hängen eng zusammen – Bildungsoffensive von AK und BFI
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Die AK wollte wissen, ob Arbeitszufriedenheit und Bildung zusammenhängen. Die Ergebnisse rütteln auf: Wer ein geringes Ausbildungsniveau hat lebt eher in Armut, ist allgemein unzufriedener und viel öfter ohne Arbeit. Heuer reicht das Einkommen 28 Prozent der wenig Qualifizierten nicht zum Leben – das sind mehr als doppelt so viele wie 2008. Kein einziger aus dieser Gruppe ist mit dem Verdienst zufrieden! „Gerade jetzt muss Aus- und Weiterbildung allen in guter Qualität zugänglich sein. Es darf nicht an der falschen Stelle gespart werden. AK und BFI nehmen diese Herausforderung an, zum Beispiel im BFI-Herbstprogramm“, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler.
- Matura und Studium machen zufriedener
- Durch Wissen werden Menschen und Wirtschaft krisenresistent
- Gehaltsunterschied wegen Bildung liegt bei rund 53 Prozent
- Weniger Qualifiaktion bedeutet: Akute Armutsgefahr!
- Gläserne Decke verhindert Weiterbildung und Aufstieg
- Pichler: "AK und BFI durchbrechen Bildungsbarrieren!"
- Berufsreifeprüfung am BFI bricht alle Rekorde
- Ganz im Sinne der Kunden: Individuelle und kompetente Betreuung
- BFI bei Angebot und Erfahrung einzigartig
- Politik muss sich zur Zukunft bekennen - und sie heißt: Bildung
Mit dem Arbeitsklimaindex beleuchtet die AK regelmäßig die Situation der Arbeitnehmer im Bundesland. Er liefert Informationen darüber, wo die Menschen der Schuh drückt und was verbessert und geändert werden muss. Jetzt untersuchten die AK-Experten, ob Bildung glücklich macht.
zum SeitenanfangMatura und Studium machen zufriedener
Insgesamt liegt das Wohlbefinden am Arbeitsmarkt wegen der Krise immer noch am Boden. Nach dem Einbruch 2009 (von 115 auf 111 Punkte) stagniert der Arbeitsklima-Index derzeit bei 112 Punkten. Dabei zeigt die Auswertung: Wissen und Glück hängen eng zusammen. „Je höher die Bildung, desto besser die Arbeitszufriedenheit. Die Werte sind statistisch derart signifikant, dass sie auf alle Salzburger übertragen werden können. Das Selbe gilt übrigens für die gesamte Lebenszufriedenheit“, sagt AK-Bildungsreferentin Hilla Lindhuber. Neben Beschäftigten mit Matura (123 Punkte) – ihre Arbeitszufriedenheit stieg von 2008 auf 2009 sogar – wiesen Hochschulabsolventen 2009 den höchsten Wert auf (119 Punkte). Eher unzufrieden mit ihrer Tätigkeit sind durch die Bank jene Personen, deren Bildungsniveau die Pflichtschule nicht übersteigt. Ihre Lebenszufriedenheit bewertet diese Gruppe mit der Schulnote 2,5. Arbeitnehmer mit Matura oder Hochschulabschluss geben ihrem Leben die Note 1,35. „Der Trend besteht seit Jahren. Aber 2009 sank das tätigkeitsbezogene Wohlbefinden von Beschäftigten mit Pflichtschul- oder Lehrabschluss sowie Fach- und Handelsabschluss auf den niedrigsten je gemessenen Wert“, so Lindhuber weiter (102 bzw. 106 Punkte). Besser Gebildete waren kaum betroffen.
zum SeitenanfangDurch Wissen werden Menschen und Wirtschaft krisenresistent
Bildung ist also gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wichtiger denn je: Denn Betriebe, die weiterbilden sind produktiver – und produktive Betriebe brauchen den Wettbewerb nicht zu fürchten. Nicht zuletzt heißt mehr Qualifikation in der Regel mehr Lohn. Für weniger Qualifizierte wird es außerdem immer schwieriger, einen Job zu bekommen und ihn zu behalten. „Da wundert es nicht, dass auch zwischen Arbeitslosigkeit und Bildung ein deutlicher Zusammenhang besteht. Besonders in Krisenzeiten: 36 Prozent der Befragten mit Pflichtschul- und 23 Prozent der Befragten mit Lehrabschluss waren in den vergangenen Monaten irgendwann arbeitslos. Aber nur 2 Prozent der Maturanten und Hochschulabsolventen“, sagt AK-Expertin Lindhuber. Hilfsarbeiter sind stärker betroffen als qualifizierte Angestellte. Dazu passt, dass mehr als die Hälfte der Pflichtschul-Absolventen als Hilfsarbeiter tätig ist. Und wer nur diese Ausbildungsstufe hat, ist unzufriedener mit seinen Rechten gegenüber dem Arbeitgeber, der sozialen Position in der Bevölkerung und dem Einkommen. „Noch dazu leidet diese Gruppe stärker unter belastender Arbeit. Die Folgen: Unfall- und Verletzungsgefahr sowie schlechtere Gesundheitsbedingungen als bei den Arbeitnehmern mit höherem Bildungsgrad. Denn diese arbeiten meist als Angestellte“, so Lindhuber weiter.
zum SeitenanfangGehaltsunterschied wegen Bildung liegt bei rund 53 Prozent
Gerade beim Einkommen lässt sich der Effekt von Bildung besonders gut an Zahlen festmachen: Die Schere zwischen hohen, gut ausgebildeten und niedrig qualifizierten Arbeitnehmern ist gewaltig. Laut EU-Silc liegt ein Jahreseinkommen mit Pflichtschulabschluss bei 15.470 Euro und damit 15 Prozent unter dem Mittelwert.
Hochschulabsolventen überflügeln diesen mit 25.191 Euro um 38 Prozent – und der Abstand wird größer. In Österreich ist jeder vierte Arbeitnehmer mit maximal Pflichtschulabschluss mit dem Einkommen gar nicht zufrieden. Dagegen empfinden nur 4 beziehungsweise 7 Prozent der Hilfsarbeiterinnen und einfachen Angestellten ihr Gehalt als sehr gut. Bei den qualifizierten Angestellten und Facharbeitern ist es genau umgekehrt. 25 Prozent sind sehr und nur 5 beziehungsweise 9 Prozent überhaupt nicht zufrieden.
Weniger Qualifiaktion bedeutet: Akute Armutsgefahr!
Außerdem: Je höher die Bildung, desto eher reicht das Einkommen zum Auskommen. 24 Prozent der Maturanten und Hochschulabsolventen können sehr gut vom Einkommen leben. Von den Beschäftigten mit Pflichtschulabschluss kein einziger. 28 Prozent und damit mehr als doppelt so vielen wie 2008 (damals 13 Prozent) reicht es nicht einmal zum Leben. AK-Präsident Siegfried Pichler: „Werden nicht genügend Bildungsmöglichkeiten angeboten, dann enden immer mehr Menschen in der Armutsfalle. Das ist eine Bedrohung, der die Politik jetzt durch ein klares Bekenntnis zu mehr (Aus-)Bildung einen Riegel vorschieben muss. Die soziale Bombe tickt.“ Noch stärker trifft diese Entwicklung übrigens Frauen: Für fast jede zweite Frau (47 Prozent) mit maximal Pflichtschulabschluss reicht das Einkommen nicht aus. Mit gerade mal 100 Indexpunkten verbuchen diese auch den niedrigsten Wert beim Wohlbefinden. Männer sind übrigens quer durch alle Bildungsgruppen zufriedener mit ihrem Einkommen als Frauen!
zum SeitenanfangGläserne Decke verhindert Weiterbildung und Aufstieg
Die Zufriedenheit mit Weiterbildungsmöglichkeiten im Betrieb erreicht sogar generell einen neuen Tiefstand: Nur mehr 53 Prozent sehen dieses Thema positiv (2008: 65 Prozent). Vor allem jenen Arbeitnehmern, die zwar mit dem Einkommen zufrieden sind und ein mittleres Ausbildungsniveau haben, macht der Faktor Bildung zu schaffen. Denn Beschäftigte mit Fach- und Handelsschul- sowie mit Lehrabschluss sind unglücklich mit ihren Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Jeder vierte mit Lehrabschluss ist wenig bis gar nicht zufrieden. „Diese Gruppe stößt mangels formaler Abschlüsse an eine gläserne Decke“, analysiert Hilla Lindhuber. Maturanten und Hochschulabsolventen haben dieses Problem viel seltener. Und sie sind zuversichtlicher, nach Arbeitsplatzverlust wieder einen Job zu finden. „Es gibt immer noch nicht genug soziale Durchlässigkeit, Flexibilität und Mobilität bei Bildung“, kritisiert AK-Präsident Pichler.
zum SeitenanfangPichler: "AK und BFI durchbrechen Bildungsbarrieren!"
Genau diese positiven Bedingungen wollen AK und BFI schaffen und fördern helfen“, sagen Siegfried Pichler und BFI-Direktor Werner Pichler unisono. Weiterbildung muss sich an den Menschen orientieren, ihren Bedürfnissen, Zielen und ihrer Lebenssituation. Deshalb legt das BFI besonderen Wert auf zwei Faktoren: Abschlüsse, die fit für den Arbeitsmarkt machen und bedarfsgerechte, spezifische Angebote.
„Wir machen die Arbeitnehmer in Punkto Bildung selbständig und fit für die Zukunft“, so Werner Pichler weiter.
Berufsreifeprüfung am BFI bricht alle Rekorde
Exemplarisch für die Qualität der Abschlüsse am BFI ist zum Beispiel die Berufsreifeprüfung. Hier ist das BFI Marktführer in Stadt und Land Salzburg. „Wir bieten sie zu allen Zeiten flexibel an – auch en bloc oder am Wochenende. Jeder soll Weiterbildung mit seinem individuellen Tagesablauf abstimmen können“, sagt Werner Pichler. Und dieses Angebot findet regen Anklang. Im Semester 2009/2010 wurde der Prüfungsrekord mit fast 900 Teilprüfungen ein weiteres Mal gebrochen. Aus 131 Kursteilnehmern im Jahr 1997 wurden mittlerweile 1500.
zum SeitenanfangGanz im Sinne der Kunden: Individuelle und kompetente Betreuung
Zu den bedarfsgerechten und auf die spezifischen Kundenanforderungen abgestimmten Angeboten gehört außerdem individuelles Lernen in Ateliers oder per Coaching. Kleingruppen oder Einzelbetreuung finden sich ebenfalls im Portfolio des BFI. Dort wird auf jede individuelle Situation und Frage eingegangen. Werner Pichler: „Wir begleiten bei der Weiterbildung und prüfen mit den Kunden ständig den bis dato erzielten Erfolg: Wie hat es sich entwickelt? wie geht es weiter? Was kann ich, wo sind meine Lücken?“ Probleme sollen so früh wie möglich erkannt, ausgelotet und gelöst werden. Persönliche Gestaltungsmöglichkeiten für berufliches Weiterkommen und die eigene Entwicklung werden am BFI groß geschrieben.
zum SeitenanfangBFI bei Angebot und Erfahrung einzigartig
Mit Lehrabschlüssen in 16 Berufen – neu ist heuer die „Seilbahnfachkraft“ – hat das BFI ein einzigartiges Angebot. Im Gesundheits- und Pflegewesen oder im Rechnungswesen ermöglichen modulare und aufeinander aufbauende Kurse den Aufstieg „on the Job“ oder gar die Selbstständigkeit. Bereits gemachte Kurse können angerechnet werden. Jeder, der sich weiterbilden will, kann sich am BFI auf das konzentrieren, was er wirklich braucht. Dabei wird Wert auf erlernte Kompetenz statt Auswendiglernen gelegt. Orientierungs-Checks helfen den Kunden des BFI bei diesem Prozess. Auf Nachfrage entstanden zusätzliche Angebote zu den Themen Sicherheit und Recht sowie „Neue Medien“. Besondere Schmankerl sind die BFI-Kurse zu digitaler Fotografie, Marketing, Webdesign und Grafik-Design. „Die Kundenbedürfnisse sind bei uns im Angebot und in der Vermittlung der Inhalte Methode“, sagt Werner Pichler. „Denn wer das Heute gestalten will, hat die Zukunft der Kunden im Kopf – maßgeschneidert, nutzenorientiert und mit maximaler zeitlicher Flexibilität.
zum SeitenanfangPolitik muss sich zur Zukunft bekennen - und sie heißt: Bildung
Bildung ist also in der Lage, Barrieren einzureißen – wenn das Angebot stimmt. Aber dieses Angebot kommt nicht aus dem Nichts. Es ist auch vom politischen Klima abhängig. Und ein Klima, in dem über Budgetkürzungen im Wissensbereich laut nachgedacht wird, ist rau: Für die Arbeitnehmer, aber auch für die Unternehmen. „Die Analysen der AK zeigen, wie zentral Wissen und Weiterbildung für das Wohlbefinden des Einzelnen und die Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft als Ganzes ist“, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler.
Die Arbeiterkammer hat sich bereits seit Jahren auf diesen Trend eingestellt und ist mit ihrer Beteiligung an der FH Salzburg und dem BFI einer der wichtigsten Bildungsträger im Land. „Bei uns wird Wissen groß geschrieben. Das zeigt auch die in einem internen Strategieprozess formulierte Marke „AK Bildung“, so Pichler weiter. Die Aktivitäten der AK werden gebündelt und auf das gemeinsame Ziel von mehr Chancengerechtigkeit ausgerichtet. Es braucht aber gerade jetzt auch ein starkes Bekenntnis der Politik: „Denn im Bildungsbereich zu sparen ist der irrste aller Irrwege. So ist zum Beispiel der jetzt bekannt gewordene Ausbaustopp im Fachhochschulplan bei nach wie vor niedriger Akademikerquote bildungs-, gesellschafts- und wirtschaftspolitisch äußerst bedenklich. Außerdem wird die flexible Weiterqualifikation von Nichtmaturanten unnötig erschwert. Man wirft dem Fachpersonal von morgen Steine in den Weg! Nicht umsonst nahmen andere Länder Bildung und Wissen aus ihren Sparpaketen heraus. Das sollte auch in Österreich so sein“, appelliert der AK-Präsident an die Verantwortlichen in der Regierung.
Tipp
Am 16.9.2010 bietet das BFI Salzburg wieder den bewährten und kostenlosen Info-Tag an. Von 12 bis 19 Uhr können sich interessierte vor Ort ein Bild machen. Zudem organisiert das Team des BFI ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.
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