Cash fit: Damit die Schuldenfalle nicht zuschnappt
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Niedriges Einkommen, Verführung durch die Werbung, Risikofreude, Kaufsucht oder das Unwissen mit Geld umzugehen – die Wege in die Schuldenfalle sind vielfältig. Das ist das Ergebnis der AK-Finanz- und Kreditberatung. „Der Beratungsbedarf zum richtigen Umgang mit Geld ist groß“, betont AK-Präsident Siegfried Pichler, „nicht erst dann, wenn die Schuldenfalle bereits zugeschnappt hat.“ Die AK startet deshalb erstmals mit „Cash fit“-Kursen und fordert Verbraucherbildung als Unterrichtsfach in den Schulen.
- AK "Cash-fit"-Kurse starten Mitte September
- AK fordert verpflichtenden Unterrichtsgegenstand "Verbraucherbildung" an Schulen
- Beratungen steigen oft über 50.000 Euro Schulden
- Ranking der Hauptursachen von Überschuldung in Salzburg (Quelle: Schuldnerberatung Salzburg, 1. Quartal 2007)
AK "Cash-fit"-Kurse starten Mitte September
Die AK startet deshalb Mitte September mit speziellen Kursen unter dem Motto „Cash-fit: der richtige Umgang mit Geld“. In drei Einheiten werden die Teilnehmer über das Konsumverhalten und die rechtlichen Basics aufgeklärt (wie sehen die jeweiligen Verträge wie Konto, Fremdfinanzierungen, Kredit, Bürgschaft oder Kauf auf Raten aus). Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Information über das Verhalten im „Ernstfall“: Wie soll man sich gegenüber Inkassobüros, bei Erhalt einer Mahnklage oder im Exekutionsfall verhalten und an welche Stellen (Arbeiterkammer, Schuldnerberatung, Sozialhilfeeinrichtungen etc.) kann man sich wenden. Die Kurse bietet die AK den AMS-Kursträgern an. Die Kosten dafür übernimmt zur Gänze die AK. Die drei Kooperationspartner begrüßen die Möglichkeit, ihre Klienten in dem sensiblen Punkt Finanzen kompetente Beratung mit der AK anbieten zu können.
zum SeitenanfangAK fordert verpflichtenden Unterrichtsgegenstand "Verbraucherbildung" an Schulen
„Aufklärung über Konsum und der Umgang mit Geld sollte jedoch nicht erst im Erwachsenenalter geschehen“, so Pichler. „Gerade Jugendliche haben einen hohen Bedarf an Aufklärung in Finanzfragen.“ Schließlich ist bereits jeder achte junge Erwachsene in Salzburg, laut Schuldnerberatung, verschuldet. „Das Problem ist häufig, dass Jugendliche sich über die Konsequenzen von Schulden nicht im Klaren sind“, so Pichler.
Wie die aktuelle Kaufsuchtstudie der AK belegt, ist die Kaufsuchtgefährdung in der Altersgruppe der 14 bis 24-Jährigen am Höchsten und in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Bereits 55,4% der Jugendlichen gelten als kaufsuchtgefährdet.
„Wir sprechen uns daher für einen verpflichtenden Unterrichtsgegenstand Verbraucherbildung in Schulen aus“, betont AK-Präsident Siegfried Pichler. „Sinnvoll wäre es mit der Verbraucherbildung bereits in der fünften Schulstufe – sprich erste Klasse Hauptschule oder erste Klasse AHS zu beginnen. Denn ab einem Alter von etwa zehn Jahren bekommen die meisten Kinder ihr erstes Taschengeld oder ein eigenes Handy – wie sie jedoch damit richtig umgehen sollen, wissen viele nicht.
Top-ten der Ausgaben von Jugenlichen (Ak-Studie, VBG, 2005)
- Handy
- Fortgehen
- Kleidung
- Zigaretten
- Sport
- Auto
- PC/Internet
- CD`s
- Bücher
- Motorrad
Beratungen steigen oft über 50.000 Euro Schulden
Die Beratungen in Kredit- und Finanzfragen gehören zu den AK-Top-Beratungsthemen und steigen stetig. Im Jahr 2005 wandten sich 2.092 Personen in Geldfragen (Kredite, Vermögensanlagen) an die Konsumentenberatung. 2006 waren es bereits 2.316 Personen, im ersten Halbjahr 2007 bereits knapp 1.400. Der Anteil der Männer liegt dabei bei knapp 53%, jener der Frauen bei 47%.
Auch die Schuldnerberatung berät in der Stadt Salzburg mehr als 2.000 Klienten. „Dass es nun auch eine Beratungsstelle in Zell am See gibt, ist ein wichtiger Schritt, um mehr Betroffenen Hilfe zu bieten“, freut sich Pichler.
„Es fällt auf“, so AK-Konsumentenrechtsexpertin Daniela Rauscher,“ dass es den Menschen, die zu uns in die Beratung kommen, meist schon an den Basics fehlt: Wie führe ich eine Haushaltsplanung durch, wie hoch sind meine Fixkosten, wie viel gebe ich aus, wie viel nehme ich ein?“
„Für Viele ist oft unvermeidbar, das Konto zu überziehen, weil im Haushalt oder für die Kinder einfach Anschaffungen nötig sind“, sagt Rauscher. „Dieses Minus wird dann weiter und weiter geschleppt, und es wird immer schwieriger, aus den roten Zahlen zu kommen.“
Zudem bieten viele Firmen zahlreiche Konsumgüter wie Elektronikwaren, Einrichtungsgegenstände oder Textilien auf Pump an - für Menschen, die sich finanziell schwer tun, eine verführerische Schuldenfalle.
„Auffallend ist auch, dass knapp die Hälfte der Betroffenen kommt, wenn es bereits zu spät ist“, zieht die AK-Konsumentenrechtsexpertin Bilanz, „wenn der Schuldenberg bereits sehr hoch ist, oder ein gerichtliches Verfahren läuft.“
Ranking der Hauptursachen von Überschuldung in Salzburg (Quelle: Schuldnerberatung Salzburg, 1. Quartal 2007)
1. Rechts/Wirtschaftsunkenntnis
2. frühere Selbständigkeit
3. Scheidung/Trennung
4. Arbeitslosigkeit
5. Krankheit/Unfall/Todesfall
6. Einkommensverschlechterung
7. Bürgschaftsübernahmen
8. Haus- und Wohnungskauf
9. Sucht
10. Autokauf
11. Delinquenz
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