Ungleiche Chancen ausgleichen
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Chancengleichheit bedeutet soziale Gerechtigkeit. Um diese zu erreichen gibt es nach wie vor großen Handlungsbedarf. Die AK wird auch im Jahr 2007 – dem europäischen Jahr der Chancengleichheit - eine Reihe von Maßnahmen setzen, Benachteiligungen vorzubeugen und zu beseitigen. „Alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen müssen ungeachtet ihrer ethnischen, sozialen oder etwa religiösen Herkunft gleiche Chancen erhalten, und“, so AK-Präsident Siegfried Pichler, „alle haben ein Anrecht auf Schutz vor Diskriminierung.“
- Ungleichheit bei den Einkommen
- Ungleichheit bei der Bildung
- Ungleichheit bei den Aufstiegschancen
- Die AK setzt sich für Frauen ein
- Die AK setzt sich am Arbeitsmarkt ein
- Die AK setzt sich für ältere Arbeitnehmer ein
- Die AK setzt sich für die Jugend ein
- Die AK setzt sich für ArbeitnehmerInnen mit Behinderungen ein
- Die AK setzt sich für Migranten und Flüchtlinge ein
Ungleichheit bei den Einkommen
Für die AK spielt nicht nur der Diskriminierungsschutz eine große Rolle, sondern auch das Aufzeigen und Bekämpfen von Ungleichheiten, denen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ausgesetzt sind. Besonders drastisch zeigt sich die Ungleichheit bei den Einkommen.
„Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können sich heute weniger leisten als noch 1994. Denn während sich die Nettolohnsumme in dem Zeitraum praktisch kaum verändert hat, gibt es mehr Beschäftigte, die sich diese Summe teilen müssen. Der Anteil am Kuchen wird kleiner!“, sagt Pichler.
„Die hohen Steuern sind der Hauptgrund, weshalb die Menschen heute weniger in der Tasche haben als vor zehn Jahren“, kritisiert der AK-Präsident und fordert von einer neuen Regierung eine Steuerreform, welche die Arbeitnehmer entlastet, anstatt Österreich für Konzerne zur Steueroase zu machen. Würde allein die Lohnsteuer nur für das untere Einkommensdrittel um 1% des BIP gesenkt, würde sich dadurch das Wirtschaftswachstum um 0,9% erhöhen: Das hat das WIFO berechnet.
In Salzburg verdient fast jeder zweite Arbeitnehmer unter 1.000 Euro im Monat. Das ist dramatisch und nicht akzeptabel. Die Salzburger Einkommen liegen deutlich unter dem Österreichschnitt.
Auch das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit“ hat sich in Österreich und auch in Salzburg noch nicht durchgesetzt: Frauen verdienen, selbst wenn sie Vollzeit beschäftigt sind, nach wie vor nur etwa zwei Drittel des Einkommens der Männer. Die Einkommensschere öffnet sich nicht nur zwischen Männern und Frauen, sondern auch zwischen älteren Arbeitnehmern und den Jüngeren. Diese sind besonders unter Druck: Durch die hohe Arbeitslosigkeit sind deren Einkommen seit 1990 um 6,6% gesunken.
„Neben dem Einsatz für die Sicherung von Arbeitsplätzen wird unser Ruf nach gerechten Einkommen auch 2007 nicht verstummen“, verspricht der AK-Präsident.
Ungleichheit bei der Bildung
„Gleicher Zugang zu Wissen und Bildung ist eine der wesentlichsten Voraussetzungen für Chancengleichheit“, so AK-Präsident Siegfried Pichler. Bildung hängt jedoch vom Einkommen ab: Je geringer dieses ist, desto niedriger sind die Chancen auf Aus- und Weiterbildung, das bestätigt eine kürzlich veröffentlichte Studie der AK. „Bildung darf keine Frage des Geldes sein“, so Pichler, „sie muss Aufgabe der öffentlichen Hand bleiben.“
Nicht nur die allgemeine Schulbildung, sondern auch lebensbegleitendes Lernen ist heute wichtiger den je, nicht nur um fit für den Arbeitsmarkt zu sein, sondern um die persönliche Lebensqualität zu stärken und zu fördern. Daher sollen bessere öffentliche Angebote zum Nachholen von Bildungsabschlüssen angeboten werden. „Und die Chance auf eine weiterführende Bildung muss für alle Menschen möglich sein“, so der AK-Präsident.
Ungleichheit bei den Aufstiegschancen
Frauen sind nach wie vor in vielen Arbeits- und Lebensbereichen benachteiligt. Das Tor zu Führungspositionen, wie beispielsweise die Studie European Woman Management Developement (EWMD) zeigt, ist für Frauen nach wie vor verschlossen. „Wenn Frauen im Management auftauchen, dann erst in einem Alter zwischen 40 und 50 Jahren und Frauen erhalten, wenn überhaupt, vor allem Zugang zu niedriger entlohnten Führungspositionen“, so Pichler.
zum SeitenanfangDie AK setzt sich für Frauen ein
Die AK - und im speziellen das Referat für Frauenpolitik der AK - setzt sich daher besonders stark für Frauen und deren Erreichung der Chancengleichheit in Betrieben, der Beseitigung der Einkommensschere, der Verbesserung der sozialen Absicherung und der Schaffung von Rahmenbedingungen, mit denen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie tatsächlich lebbar wird, ein.
Das Engagement des AK Frauenreferates reicht von der Arbeitsmarktintegration für Frauen (Vorsitz in der Initiative Frau&Arbeit), bis hin zum „Salzburger Frauenarmutsnetzwerk“ und dem „Salzburger Frauenrat“. Jährlich erhebt das Frauenreferat die Salzburger Situation am Sektor der öffentlichen Kinderbetreuung, 2007 wird ein besonderer Schwerpunkt auf eine Erhebung zur Umsetzung der Elternteilzeit in den Salzburger Betrieben sowie auf die Installierung von Frauenförderplänen und Maßnahmen zu diskriminierungsfreier Arbeitsbewertung in den Betrieben gelegt werden.
Die AK setzt sich am Arbeitsmarkt ein
Der Anteil von atypischen Beschäftigungsverhältnissen wächst, aber die Betroffenen sind arbeits- und sozialrechtlich wenig bis gar nicht abgesichert. Dies stellt auch die AK vor neue Herausforderungen. „Die AK wird 2007 ein Netzwerk gründen, in dem alle mit atypischer Arbeit befassten Einrichtungen, Behörden und Interessensgruppen zusammengefasst werden sollen, mit dem Ziel, bessere sozial- und arbeitsrechtliche Absicherungen für diese Gruppe von Menschen zu erreichen,“ so Pichler.
zum SeitenanfangDie AK setzt sich für ältere Arbeitnehmer ein
Die demografischen Entwicklungen stellen die Salzburger Arbeitswelt vor neue Herausforderungen: Salzburgs Arbeitnehmer werden immer älter und müssen -Stichwort Pensionsreform – immer länger arbeiten. Im Mai 2006 wurde bereits die sozialpartnerschaftliche Agenda „Alternsgerechtes Arbeiten in Salzburg“ beschlossen. Ziel ist es entsprechende Maßnahmen zu setzen um die Arbeitsgesundheit zu fördern und zu erhalten.
Das Projekt „Paradigmenwechsel mit Gewinn“, an dem die AK und das Berufsförderungsinstitut engagiert arbeitet, bietet den Betrieben Know-How um die Auswirkungen des demografischen Wandels rechtzeitig für das eigene Unternehmen zu erkennen und die geeigneten Maßnahmen im Sinne von Betrieb und Belegschaft zu setzen.
Gemeinsam mit dem AMS und der Wirtschaftskammer legt die AK im Jahr 2007 einen regionalen Schwerpunkt mit dem Projekt „Oberpinzgau -Fit mit 50+“. Betriebe und deren Mitarbeiter werden für die Thematik des Alternsmanagements sowie für die betriebliche Gesundheitsförderung sensibilisiert.
Weiters unterstützt die AK das Equal-Projekt „Sichtwechsel“, das sich mit der spezifischen Arbeitsmarktsituation und den Arbeitsbedingungen älterer Arbeitnehmerinnen in Salzburg auseinandersetzt. Nach einer Erhebung der Bedürfnisse der Betriebe und der Frauen dieser Altersgruppe soll die Arbeitsmarktintegration von Frauen über 45 Jahren verbessert werden.
Zudem erhalten Betriebsräte und Sicherheitsvertrauenspersonen dieses Jahr verstärkt Schulungen zum Thema alternsgerechtes Arbeiten.
Die AK setzt sich für die Jugend ein
Die AK Salzburg ist Trägerin des EU-Equal -Projektes „Jugendnetzwerk Salzburg“, in dem Jugendliche mit Problemlagen durch besondere Ausbildung, Begleitung und Stützung die Integration in den Arbeitsmarkt erleichtert werden soll.
zum SeitenanfangDie AK setzt sich für ArbeitnehmerInnen mit Behinderungen ein
Die AK Salzburg wird 2007 durch eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Bundessozialamt und dem Verein „AKKUS“ die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Behinderung problematisieren und Problemlösungsmaßnahmen unterstützen.
zum SeitenanfangDie AK setzt sich für Migranten und Flüchtlinge ein
Letztlich unterstützt und begleitet die AK als strategischer Partner das EU-Projekt „Flu-Equal“. Dieses Projekt bemüht sich um die Eingliederung jener Menschen, die als Asylwerber in unserem Land Zuflucht und eine neue Heimat suchen und hilft diesen Menschen dabei, sich auf ein Arbeitsleben in Salzburg vorzubereiten.
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