Gut ausgebildet, selbstbewusster und trotzdem schlechter bezahlt

Eine junge Juristin übernahm das Frauenreferat der Salzburger Arbeiterkammer. Über mangelnde Arbeit wird sie sich nicht beklagen können. Denn die Lage der Frauen ist noch immer nicht rosig. Zwei der vielen Baustellen: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die schlechte Bezahlung, obwohl die Frauen gut ausgebildet sind und ausgezeichnete Leistungen erbringen.

Eineinhalb Jahrzehnte hat es gedauert ehe das Ministerium erneut einen Lagebericht zur Situation von Frauen in Österreich vorlegte. „Die Fakten sind so ernüchternd wie damals: Frauen verdienen weniger und leisten mehr unbezahlte Arbeit, Migrantinnen schneiden noch schlechter ab. Und nach wie vor schafft es die Politik kaum, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Frauen dieselben Berufe ergreifen, wie die Männer, gleich viel verdienen und auf allen beruflichen Ebenen gleichberechtigt vertreten sind.

Dazu gehört aber auch, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer verbessert wird – denn die Balance zwischen Familie und Beruf soll für die Eltern gelingen können!“, sagt Stephanie Posch, die neue Frauenreferentin der Salzburger Arbeiterkammer.

„Wir kritisieren nicht nur, wir versuchen in unserem Netzwerk Vorbild für andere Betriebe zu sein“, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler. Frauen verdienen für die gleiche und gleichwertige Arbeit in der AK nicht weniger als Männer, es gibt einen Betriebskindergarten, der qualitativ sehr hochwertig ist und jegliche Flexibilität zulässt. Es gibt auch schon einige Männer in der AK, die Karenz oder Elternteilzeit in Anspruch nehmen.

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Mehr Salzburgerinnen als je zuvor mit Einkommen unzufrieden

Nach dem Arbeitsklimaindex, den die Salzburger Arbeiterkammer regelmäßig erhebt, sind die Salzburgerinnen mit ihrem Einkommen so unzufrieden wie noch nie. Das macht sie auch verdrossener als die Männer, die für dieselbe Arbeit meist mehr Lohn bekommen. Der reale Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern ist in Salzburg größer als im Österreich-Schnitt. Stephanie Posch: „Arbeit und ihre Entlohnung müssen endlich frei von Diskriminierung sein. Denn nur wenn Ungerechtigkeit sichtbar gemacht wird, kann aus ungleichen Chancen entstehende Unzufriedenheit bekämpft werden!“

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Gebildet, selbstbewusst aber unterbezahlt

Junge Frauen haben beim Bildungsniveau zwar massiv aufgeholt, Bildungswege und Bildungsinhalte sind aber zwischen Männern und Frauen nach wie vor ungleich verteilt. Die Lehrausbildung ist männlich dominiert - nur rund ein Drittel der Lehrlinge sind Mädchen. Weibliche Lehrlinge konzentrieren sich auf wenige Lehrberufe im Dienstleistungsbereich (Einzelhandelskauffrau, Friseurin sowie Bürokauffrau), während sich bei den Burschen acht der zehn am häufigsten gewählten Lehrberufe im Produktionsbereich finden. Dadurch kommt es bereits beim Berufseinstieg zu erheblichen Unterschieden in der Entlohnung, da Lehrlingsentschädigungen im weiblich dominierten Dienstleistungsbereich in der Regel niedriger sind als im männlich dominierten Produktionsbereich.

Diese ungleiche Verteilung zeigt sich aber nicht nur im Bereich der Lehre, sondern auch bei den berufsbildenden Schulen, Akademien, Fachhochschulen und Universitäten: Frauen wählen noch immer größtenteils sozial- und wirtschaftsberufliche sowie kaufmännische Ausbildungen, Männer dominieren die technischen Bereiche. Trotz gestiegenem Bildungsniveau können Frauen ihre Bildungsanstrengungen in einem viel geringeren Ausmaß in entsprechende berufliche Positionen umsetzen.

Am ausgeprägtesten ist die „gläserne Decke“ bei Absolventinnen und Absolventen von berufsbildenden höheren Schulen (BHS): Nur 3,6 Prozent der BHS Absolventinnen, aber 15,3 Prozent der Absolventen kommt in eine führende Tätigkeit.

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Generation Praktikum - Frauen trifft es ärger als Männer

Insgesamt findet der Berufseinstieg bei Jugendlichen durch den längeren Verbleib im Bildungssystem später statt und gestaltet sich zunehmend unsicher. Die Beschäftigung junger Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten stark verändert und ist weit weniger stabil als früher. Der Trend geht in Richtung befristeter Beschäftigungsverhältnisse.

Dabei finden sich vor allem junge Frauen wesentlich häufiger in atypischen Beschäftigungen (befristete Beschäftigungsverhältnisse, Teilzeitbeschäftigungen, geringfügige Beschäftigungen, Leiharbeit, freie Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer, Neue Selbstständige) wieder als ihre Altersgenossen. 33 Prozent der Berufseinsteigerinnen zwischen 15-34 Jahre sind atypisch beschäftigt (bei Männern 20 Prozent).

Eine Studie der Plattform „Generation Praktikum“ aus dem Jahr 2007 ergab, dass Frauen häufiger als Männer in Praktika arbeiten und auch insgesamt mehr Praktika absolvieren. Unterschiede gibt es auch bei der Entlohnung: Ein Drittel der Frauen absolvierte unbezahlte Praktika, bei den Männern war es dagegen nur knapp ein Viertel.
Bereits beim Berufseinstieg zeigen sich trotz des gleichen Ausbildungsniveaus gravierende geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede, die in den vergangenen Jahren für fast alle Ausbildungsebenen zugenommen haben. So betrugen zum Beispiel die Einkommensunterschiede in der Privatwirtschaft für Berufseinsteigerinnen mit dem Abschluss an einer berufsbildenden mittleren Schule 2007 gut 24 Prozent.

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Mehr Frauen gehen arbeiten - aber sehr oft in schlechteren Jobs

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen ständig gestiegen. Aber dies hat nicht in vollem Umfang zu einer stärkeren eigenständigen Existenzsicherung geführt. Frauen sind häufig in prekären Arbeitsverhältnissen mit niedrigen Löhnen und atypischen Beschäftigungsformen zu finden.

Im Bundesland Salzburg lag die Erwerbsquote der Frauen 2009 bei 71,9 Prozent und somit um 10,9 Prozentpunkten unter jener der Männer (österreichischer Durchschnitt: Frauen: 69,6 Prozent, Männer: 81,0 Prozent), allerdings arbeiten sie häufiger in schlechter bezahlten Branchen (Dienstleistungssektor) und in Teilzeit. Fast jede zweite Arbeitnehmerin in Salzburg (45,5 Prozent) ist bereits teilzeitbeschäftigt, die Teilzeitquote der Männer beträgt hingegen nur 8,46 Prozent.

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Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein Problem - vor allem für Frauen

Ein wesentlicher Grund für die starke Verbreitung von Teilzeiterwerbstätigkeit liegt im Spannungsfeld der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Geburt eines Kindes stellt für Frauen nach wie vor einen nachhaltigen Einschnitt beziehungsweise Rückschritt in der Erwerbskarriere dar. Für Frauen gehen mit der Elternschaft eine Unterbrechung und meist eine deutliche Reduzierung der Erwerbsarbeit einher. Bei Männern erfolgt vielfach das Gegenteil: sie erhöhen die Arbeitszeit.

Ein flächendeckender Ausbau von qualitativ hochwertigen und leistbaren Betreuungseinrichtungen für Kinder aller Altersstufen ist Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Arbeiterkammer fordert daher, dass auch im heurigen Jahr wieder Bundesmittel für den Kinderbetreuungs-Ausbau zur Verfügung gestellt werden. Modellrechnungen für das Bundesland Salzburg haben ergeben, dass die Bruttowertschöpfung im Bundesland um 2,8 Prozent höher läge als heute, wenn es gelänge, die Beschäftigungsquote der Frauen auf das Niveau der Männer zu steigern.

Mit der AK Kinderbetreuungsstudie wird das Kinderbetreuungsangebot der Salzburger Gemeinden genauestens unter die Lupe genommen. Aber auch Betriebe müssen in die Pflicht genommen werden und Modelle entwickeln, die eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben gewährleisten.

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Fraueneinkommen hinken noch immer hinter her

Frauen verdienen in etwa zwei Drittel der Einkommen der Männer. Das Medianeinkommen der unselbstständig erwerbstätigen Frauen (Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigungen) in Salzburg betrug im Jahr 2009 1.030 Euro netto, jenes der Männer 1.603 Euro netto. Die Fraueneinkommen lagen damit um 35,7 Prozent unter jenem der Männer (Österreich: 33,9 Prozent). Dazu kommt, dass die mittleren Einkommen der Männer seit 1990 um 68,2 Prozent und die der Frauen um nur 62,4 Prozent gewachsen sind. Anders ausgedrückt: Das Einkommen der Männer wuchs seit 1990 um 322 Euro brutto monatlich mehr als das der Frauen.

Vergleicht man nur die ganzjährig Vollzeitbeschäftigten, dann lagen die Nettomonatseinkommen der Frauen 2009 durchschnittlich (1.601 Euro) immer noch um rund 23,3 Prozent unter jenen der Männer (2.086 Euro).

Die Regelung zu verpflichtenden Einkommensberichten für Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die voraussichtlich mit 1.03.2011 in Kraft tritt, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung und wird zu mehr Einkommenstransparenz führen. „Mit den Einkommensberichten müssten aber Aktionspläne verpflichtend verknüpft werden, um aufzuzeigen, welche betrieblichen Maßnahmen zur Beseitigung von Entgeltdiskriminierungen gesetzt werden. Außerdem sollten Sanktionen verhängt werden können, wenn keine Einkommensberichte erstellt werden. Nur auf das Wollen der Betriebe angewiesen zu sein, wird zu wenig sein“, sagt AK-Präsident Pichler.

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Die Salzburger Arbeiterkammer geht mit gutem Beispiel voran

Die AK Salzburg geht mit gutem Beispiel voran und wird freiwillig einen Einkommensbericht erstellen. Dabei werden die Einkommen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genauestens unter die Lupe genommen.

Zusätzlich zum Einkommensbericht wird die AK in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat einen Frauenförderplan erarbeiten. „Mit dem geplanten Frauenförderplan werden wir zu Pionieren, weil dieses Instrument das beste ist, um Frauen für alle Führungsebenen zu positionieren. Bisher haben nur wenige Unternehmen ein solches strategisches Vorgehen genutzt - wir wollen damit vorzeigen, wie der notwendige zweite Schritt nach der Erstellung von Einkommensberichten aussehen kann", sagt AK Präsident Pichler.

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Zu wenig Frauen in Führungspositionen - Problem der "Gläsernen Decke"

Fast 48 Prozent der Erwerbstätigen sind Frauen, aber nur 28 Prozent der Führungspositionen werden von Frauen bekleidet. Je höher die Position in der Unternehmenshierarchie angesiedelt ist, desto geringer fällt der Frauenanteil aus. Bei den 200 größten österreichischen börsenotierten Unternehmen ist nicht einmal jede zehnte Aufsichtsratsposition mit einer Frau besetzt und nur 5 Prozent haben eine weibliche Geschäftsführerin. Frauen, die es nach oben geschafft haben, ziehen auch nicht automatisch beim Einkommen gleich. Weibliche Führungskräfte verdienen fast ein Drittel weniger als Männer in der gleichen Position.

Die jährlichen AK-Untersuchungen zeigen, dass es verbindliche Regelungen braucht. Eine verbindliche Geschlechterquote bei der Besetzung von Aufsichträten und Vorständen in großen Aktiengesellschaften und GmbHs sollte daher zwingend eingeführt werden.

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Unbezahlte Arbeit wird überwiegend von Frauen geleistet

Die traditionellen Rollenvorstellungen haben sich zwar in den letzten Jahrzehnten in Österreich verändert, allerdings sind bezahlte und unbezahlte Arbeit weiterhin sehr ungleich verteilt. Männer leisten nur etwas mehr als ein Viertel der gesamten unbezahlten Kinderbetreuung und nur ein knappes Viertel der übrigen Hausarbeit. 66% der unbezahlten Arbeit (Hausarbeit, Kinderbetreuung, die Pflege von Kranken und Gebrechlichen oder ehrenamtliche Mitarbeit) wird von Frauen erbracht, zu einem Drittel von Männern. Umgekehrt ist das Verhältnis bei bezahlter Erwerbsarbeit: Hier stehen 39 Prozent Frauen 61 Prozent Männern gegenüber.

Das Vereinbarkeitsproblem von Beruf und Privatleben ist daher nach wie vor ein „Frauenproblem“. Die traditionelle Zuweisung dieser Arbeit an Frauen schränkt ihre zeitliche Verfügbarkeit für die Erwerbstätigkeit ernorm ein und zieht eine Reihe von strukturellen Nachteilen und Diskriminierungen (Aus- und Weiterbildung, berufliche Karriereverläufe, soziale Sicherheit,…) nach sich. Gleichzeitig bedeutet diese Zuweisung an Frauen die Freistellung der Männer von unbezahlter Reproduktionsarbeit und führt damit zu einer besseren Positionierung und Bevorzugung von Männern auf dem Erwerbsarbeitsmarkt.

Studien ergeben, dass bei Männern der jüngeren Generation das traditionelle Rollenbild zunehmend in Frage gestellt wird und sich vor allem junge Väter eine aktive Vaterrolle wünschen, ihren Partnerinnen Partner sein wollen und sie diese unterstützen möchten. Zugleich sollten sie – so die vertretenen Selbstbilder, aber auch die Erwartungen seitens der jungen Frauen – auch beziehungsweise noch immer die „Haupternährer“ sein. Der männliche Ernährer wird allerdings seltener: Für Männer wird es zunehmend schwieriger der traditionellen Rolle als alleiniger Ernährer der Familie gerecht zu werden. Unsichere Beschäftigungsverhältnisse und die stete Ausweitung des Niedriglohnsektors wirken sich auch negativ auf das männliche Einkommen aus. Die Wirtschaftskrise verschärft diese Entwicklung zusätzlich.
Veränderte Lebensformen und Geschlechterrollen stellen daher neue Herausforderungen an die Politik.

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Frauen bei Pensionen und Notstandshilfe massiv benachteiligt

Frauen steigen im Vergleich zu Männern im österreichischen Wohlfahrtsstaatsmodell bei den finanziellen Leistungen schlechter aus. Hauptursache: das Modell ist sehr stark erwerbszentriert ausgestaltet und folgt dem „Äquivalenzprinzip“. Die Höhe der Sozialleistungen ist daher von der Versicherungsdauer und von der Höhe der entrichteten Beiträge abhängig.

Die Verstärkung des Äquivalenzprinzips im Zuge der letzten großen Pensionsreformen führt dazu, dass Erwerbsunterbrechungen, Teilzeitarbeit und niedriges Einkommen – also klassische Charakteristika weiblicher Lebensverläufe – Pensionsleistungen immer mehr verringern. Dadurch sind Frauen im Alter schlechter abgesichert. Im Alter 65 plus gibt es in Österreich rund 330.000 Frauen, die keine eigenständige Pensionsleistung, sowie rund 180.000 Frauen, die gar keine Pensionsleistung (also auch keine Witwenpension) erhalten. Sie sind auf ihre Familien oder auf die Mindestsicherung angewiesen. Auch bei der durchschnittlichen Pensionshöhe sind Frauen aufgrund von Teilzeitarbeit, Erwerbsunterbrechungen (Kindererziehung, Pflege von Angehörigen) benachteiligt.

Bei den Pensionsleistungen liegt der „Gender Pay Gap“ auf 53 Prozent bei den Alterspensionen bzw. 54,8 Prozent bei den Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen. Ausreichende, armutsvermeidende Alterspensionen können zukünftig nur noch dann erreicht werden, wenn Erwerbsunterbrechungen und Zeiten, in denen nur niedrige Einkommen erzielt werden, so kurz als möglich gehalten werden. Der Ausbau von qualitativ hochwertigen und leistbaren Kinderbetreuungseinrichtungen, von stationären, teilstationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen (noch immer werden 75-80 Prozent der Pflege unentgeltlich von nahen Angehörigen geleistet) ist daher für die eigenständige Alterssicherung für Frauen von zentraler Bedeutung.

Außerdem fordern wir eine bessere Bewertung von Kindererziehungszeiten im Pensionsrecht.
Auch bei der Notstandshilfe steigen Frauen durch die Anrechnung des zumeist höheren Partnereinkommens schlechter aus. Im Bundesland Salzburg wird vier Mal so vielen Frauen wie Männern wegen Anrechnung des Partnereinkommens keine Notstandshilfe ausbezahlt, obwohl dafür während der Erwerbstätigkeit entsprechende Beiträge geleistet worden sind.

Die AK fordert daher, die ungerechte Einkommensanrechnung bei der Notstandshilfe abzuschaffen, um letztlich auch die finanziellen Belastungen für die Familien zu verringern.

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Diskriminierung lohnt sich auch wirtschaftlich nicht

Die niedrigere Erwerbsbeteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt bringt hohe gesamtwirtschaftliche Kosten mit sich. Laut Schätzungen der Weltbank würde das Wirtschaftswachstum um 6 Prozent steigen, gäbe es keine Unterschiede zwischen Frauen und Männern in Beschäftigung und Entlohnung.

Eine Steigerung der Frauenerwerbstätigkeit bringt insgesamt positive Beschäftigungseffekte mit sich. Sie steigert beispielsweise die Nachfrage nach Konsumgütern, öffentlichen Diensten, wie zum Beispiel Kinderbetreuung und haushaltsnahen Dienstleistungen und erhöht das Steueraufkommen sowie die Einnahmen der Sozialversicherungsträger. Das weiß auch Karl Aiginger vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO): „Die fortgesetzte Genderungleichheit ist auch wirtschaftlich eine Ressourcenvergeudung, weil heute die formale Bildung der weiblichen Bevölkerung gleich oder im Bereich der jüngeren Bevölkerung höher ist als bei Männern.

Sie ist auch für Männer gemessen an der Lebenserwartung ein Nachteil. Wo mehr ökonomische Gleichheit zwischen den Geschlechtern besteht, leben beide – Männer und Frauen – länger.“

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In den Chefetagen der Wirtschaft muss rasch umgedacht werden

Bei der Bekämpfung von strukturellen Nachteilen und Diskriminierungen auf dem Arbeitsmarkt, ist auch die Wirtschaft in die Pflicht zu nehmen. Denn auch die Betriebe sind zunehmend auf das Potential gut ausgebildeter Frauen angewiesen. Angesichts des demographischen Wandels können sie es sich langfristig nicht leisten, auf diese gut ausgebildeten Fachkräfte zu verzichten.

Weiters haben Diskriminierungen am Arbeitsmarkt auch Wettbewerbsnachteile (höhere Arbeitskosten, geringere Produktivität) gegenüber diskriminierungsfreien Unternehmen zur Folge. Dementsprechend ist die Wirtschaft gut beraten, diskriminierende Faktoren zu reduzieren.

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