Ein Betriebsrat bringt 300 Euro monatlich

Nun liegen die ersten Teilergebnisse des jährlich von der AK erhobenen Arbeitsklima-Index vor. Wichtigste Ergebnisse: Eine deutliche Wende gab es bei der Einkommenszufriedenheit der Arbeitnehmer mit Kindern. Diese sind erstmals unzufriedener als jene, die keine Kinder haben. „Ein erfreuliches Ergebnis wird jedoch auch jetzt wieder bestätigt“, so AK-Präsident und ÖGB- Landesvorsitzender Siegfried Pichler, „Arbeitnehmer, die in einer Firma mit Betriebsrat arbeiten, sind mit ihrem Einkommen wesentlich zufriedener – denn dort verdient man pro Monat durchschnittlich um 300 Euro mehr.“

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Salzburg geben ihrem Einkommen Note: 2,23

Seit Jahren geben die Salzburger Arbeitnehmer ihrem Einkommen die Durchschnittsnote 2,2 und 2,3 – heuer exakt 2,23. „Aber“, so AK-Präsident Siegfried Pichler, „immer weniger Salzburgerinnen oder Salzburger geben dem Einkommen die Schulnote Eins, sind also nicht „sehr zufrieden“. Das liegt daran, dass einerseits die Salzburger weniger verdienen als die Österreicher im Durchschnitt - die Nettoeinkommen der Salzburger liegen mit –5,4% darunter - und andererseits an den extrem hohen Lebenshaltungskosten.“ So erklärt sich auch die auffälligste Trendumkehr im Arbeitsklima-Index. Der Arbeitsklima-Index zeigt Veränderungen in der Arbeitswelt auf. Arbeitnehmer beleuchten dabei aus ihrer Sicht per Fragebogen das eigene Wohlbefinden im gesellschaftlichen und betrieblichen Umfeld. Die Arbeiterkammer Salzburg erhebt gemeinsam mit IFES seit 2004 jährlich den Arbeitsklima-Index und darüber hinaus auch die Einkommen.

Arbeitnehmer mit Kindern sind nun erstmals mit dem Einkommen unzufriedener als Kinderlose. „Wer Kinder hat und je älter die Kinder sind, desto weniger ist man mit dem Einkommen zufrieden“, so Pichler, „hier ist die Politik gefordert zu handeln um einer kinderlosen beziehungsweise kinderfeindlichen Gesellschaftsentwicklung gegenzusteuern.“

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Einkommenszufriedenheit bei Frauen sinkt von Jahr zu Jahr

Das ist nichts Neues: Männer sind zufriedener mit ihrem Einkommen als Frauen, da sie mehr verdienen. Immerhin geben sogar 75% der Männer ihrem Einkommen die Schulnote 1 oder 2. „Aber die Einkommenszufriedenheit bei den Frauen sinkt seit 2003 massiv“, sagt AK-Grundlagenexpertin Renate Böhm. Während beispielsweise 2003 noch 37% aller weiblichen Beschäftigten mit ihrem Einkommen sehr zufrieden waren, sind dies 2006 nur mehr 19%. Im Alter zwischen 25 und 44 Jahren ist jede 5. Frau mit ihrem Einkommen nicht zufrieden. Bei den jungen teilzeitbeschäftigten Frauen gibt es keine Einzige die mit ihrem Einkommen sehr zufrieden ist. „Wie auch bei den Erhebungen der letzten Jahre sind vor allem die im Einzelhandel Beschäftigten unzufrieden“, so Böhm. In dieser Branche sind fast nur Frauen zu finden und diese überdurchschnittlich in Teilzeitbeschäftigung. Branchenbezogen herrscht große Unzufriedenheit auch bei Beschäftigten in der Industrie, dem Gewerbe, Verkehr und Transport und Gesundheitswesen.

Mit Betriebsrat: 1453 Euro; ohne Betriebsrat: 1166 Euro

Anderseits bestätigt sich, wie auch schon bei den vorhergegangenen Analysen der letzten Jahre, dass in Betrieben mit Betriebsrat die Einkommenszufriedenheit höher ist. Immerhin sind 71% der Arbeitnehmer sehr zufrieden oder zufrieden mit ihrem Einkommen. „Denn,“ so Pichler, „in Betrieben mit Betriebsrat verdienen Arbeitnehmer um rund 300 Euro pro Monat mehr, als in betriebsratslosen Unternehmen.“ So betrug 2006 das Durchschnittseinkommen in einem Betrieb mit Betriebsrat 1453 Euro netto, ohne Betriebsrat 1166 Euro netto.

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Regional große Unterschiede bei Einkommenszufriedenheit

Innergebirg ist die Zufriedenheit mit dem Einkommen deutlich geringer als im Norden, dort ist jeder Achte mit seinem Einkommen unzufrieden, obwohl die Einkommen nur um 5 Euro differieren. „Die Unterschiede liegen in der Verteilung“, so Böhm, „in den südlichen Bezirken ist der Anteil der geringfügig Beschäftigten und Niedrigsteinkommensbezieher (Einkommen unter 1.000 Euro) deutlich höher.“

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Auskommen mit dem Einkommen

Die Zufriedenheit mit dem Einkommen auszukommen, ist im Vergleich zu den letzten Arbeitsklima- Indexerhebungen leicht gestiegen. Immerhin können nach eigenen Angaben 67% der Salzburger von ihrem Einkommen gut beziehungsweise ausreichend leben. Rund 25% der männlichen Salzburger Arbeitnehmer kommen sehr gut mit ihrem Einkommen aus, aber nur 12% der Frauen. Für 30% der Frauen reicht es gerade aus, 7% können von ihrem Einkommen nicht leben. „Vor allem teilzeitbeschäftigte Frauen haben Probleme ihre Bedürfnisse zu decken,“ so Böhm. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass knapp 58% der teilzeitbeschäftigten Frauen angeben, dass sie Unterstützungen von ihrem Partner erhalten, um über die Runden zu kommen.“

Altersversorgung

Wer mit seinem Einkommen zufriedener ist, der blickt auch optimistischer in die Zukunft. „Im Vergleich zu den ersten Jahren nach der Pensionsreform sind die Befragten deutlich optimistischer geworden“, so Böhm, „46% glauben daran, dass sie sehr gut oder ausreichend von ihrer Altersversorgung leben werden können.“
Am meisten Sorgen über eine ausreichende Altersversorgung machen sich auch hier wieder die im Handel Beschäftigten, Teilzeitbeschäftigte, fast ein Drittel der einfachen Angestellten sowie ungelernte Arbeiter und Arbeiterinnen.

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