Einkommen im Pongau
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Bei Einkommen nur knapp vor Schlusslicht Pinzgau
„Auch 2010 wirkt sich diese spezielle Wirtschafsstruktur deutlich auf die Einkommen aus. Durch den sehr hohen Anteil des geringer entlohnten Dienstleistungssektors liegt der Pongau gemeinsam mit den anderen vorwiegend touristisch geprägten Bezirken Lungau und Pinzgau deutlich hinter den Durchschnittseinkommen im Bundesland“, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler.
Mit einem Einkommen von im Schnitt 1178 Euro netto (14-mal pro Jahr, Zahlen auf Basis der Lohnsteuerstatistik) belegt der Bezirk vor dem Pinzgau (1.150 Euro) und nach dem Lungau (1.213 Euro) den vorletzten Platz in Salzburg. Die höchsten Einkommen werden mit 1.456 Euro im Flachgau erzielt. Das durchschnittliche Einkommen im Bundesland Salzburg liegt bei 1.332 Euro. Ein Pongauer Arbeitnehmer verdient rund 3.900 Euro weniger im Jahr als einer, der zum Beispiel im Flachgau angestellt ist.
Bei Vollzeitarbeit 3.266 Euro weniger im Jahr als im Flachgau
Im Gegensatz zu Pinzgau und Lungau, in denen die Einkommen leicht stiegen oder stagnierten, gab es im Pongau mit Berücksichtigung der Teuerung sogar geringe Einkommensverluste. „0,2 Prozent Einkommensverlust 2009 auf 2010 scheinen auf den ersten Blick nicht viel. Aber das Niveau im Bezirk ist bereits niedrig. Außerdem ist der Wert vor allem deshalb nicht noch höher, weil der Tourismus fast nicht unter der Krise gelitten hat. Er gehört aber wiederum zu den Wirtschaftsbereichen, die das durchschnittliche Einkommen eher nach unten ziehen“, so Siegfried Pichler weiter. Selbst, wenn man nur die Vollzeitbeschäftigten heranzieht, das Nord-Süd-Gefälle zwischen Ballungsraum und Innergebirg bleibt: Dann werden im Pongau 1.767 Euro netto pro Monat verdient. Im Flachgau 2.000 Euro. Der Unterschied macht immer noch 3.266 Euro jährlich aus.
Und: Zwischen 2000 und 2010 sanken die Nettoeinkommen (Voll- und Teilzeit) mit Berücksichtigung der Teuerung noch stärker als im landesweiten Schnitt. Man verdient im Pongau jetzt 3,0 Prozent weniger. In ganz Salzburg betrug das Minus „nur“ 1,9 Prozent.
Pichler: "Einkommen und Lebenskosten müssen zusammenpassen"
„Niedrige Einkommen und hohe Lebenserhaltungskosten sind eine ganz schlechte Mischung“, kritisiert AK-Präsident Siegfried Pichler. Und wie im Pinzgau gibt es auch im Pongau eine – wenn auch schwächere – Tendenz zu steigenden Wohnkosten. Die Mieten sind im Bezirk St. Johann zum Beispiel schon annähernd so hoch wie im Bezirk Zell am See.
„Dazu kommen absurde Treibstoffpreise“, so Pichler weiter. Im Pongau zahlte man im März dieses Jahres 4,90 Euro mehr für eine Tankfüllung (50 Liter) Super als im gleichen Monat des Vorjahres. „Für jene die aufs Auto angewiesen sind, kommen monatlich zum Beispiel für das Pendeln auf der Strecke Bad Gastein – Salzburg Mehrkosten von rund 39 Euro bei Super und 25 Euro bei Diesel zusammen“, sagt Siegfried Pichler. Geht man von 3 Prozent Erhöhung des Nettodurchschnittslohns im Pongau für 2011 aus (bei 1178 Euro rund 35 Euro), dann fressen die hohen Benzinpreise in diesem Fall über zwei Drittel (bei Diesel) beziehungsweise sogar mehr als den gesamten monatlichen Einkommenszuwachs (bei Super) auf. Ein Pendler gibt sein zusätzliches Geldes gleich wieder an der Zapfsäule ab“, kritisiert Pichler. „Die Politik muss handeln: Insbesondere bei den Wohn- und Treibstoffkosten. Es gilt Spekulation auf Grundbedürfnisse wie Wohnen aber auch auf Treibstoffe und Heizöl zu bekämpfen und leistbare Versorgungsangebote zu schaffen. Zum Beispiel durch stärkeres Einwirken auf Grundstückspreise und mehr geförderten Wohnbau.“
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