Kerngeschäft funktioniert, Beratung und Service verbesserungswürdig
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Die AK hat im gesamten Bundesland eine Erhebung unter den so genannten Postpartnern durchgeführt, das Ergebnis: Verfügbarkeit, Freundlichkeit und Wartezeiten gut, Beratung und Serviceleistungen zum Teil stark verbesserungswürdig, oft lange Mittagspausen. So konnte beispielsweise nur jeder zweite Postpartner richtig Auskunft geben, was mit einem nicht zustellbaren Paket passiert. Bei einem Drittel der Getesteten ist es nicht möglich, ein Fax zu versenden, nur 60 Prozent bieten ein Kopier-Service an. AK-Präsident Pichler: „Die Erhebung bestätigt unsere Kritik an den Postamtsschließungen und unsere Skepsis gegenüber den Ersatzlösungen via Postpartnern. Wenn schon ausgelagert wird, dann muss die Grundversorgung trotzdem in vollem Umfang sichergestellt sein!“
- Die zwiespältige Bilanz - eine Übersicht
- Unsere Vorschläge, um Grundversorgung sicherzustellen
- Daten zur Erhebung
Durch Sparmaßnahmen und Rationalisierungen haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Postämter, vor allem in ländlichen Regionen, geschlossen. An ihre Stelle sind die so genannten Postpartner - etwa lokale Bäckereien, Wirte, Lebensmittelgeschäfte oder Kaufhäuser - getreten. Die Konsumentenschützer der AK haben nun in allen Bezirken eine Erhebung unter Postpartnern durchgeführt, um deren Leistungen zu überprüfen.
Die Resultate: Das Kerngeschäft, wie zum Beispiel der Versand von Paketen, funktioniert. Parameter wie Freundlichkeit, Verfügbarkeit und Wartezeiten sind durchwegs akzeptabel. Negativ fällt auf, dass die Beratungsqualität oft zu wünschen übrig lässt, die Öffnungszeiten von teils sehr langen Mittagspausen unterbrochen werden, Faxen und Kopieren nicht überall möglich ist und auch das Postgeheimnis nicht überall gewahrt scheint.
Der Vorsitzende der Postgewerkschaft und oberste Personalvertreter der Salzburger Postbediensteten Franz Wallmann: „Die Ergebnisse zeigen, dass unsere Kritik an den zahlreichen Postamtsschließungen und Auslagerungen nicht unberechtigt ist, es besteht Verbesserungsbedarf! Wir werden diese Erhebung zur Hand nehmen, auch als Argument, um weitere unsinnige Schließungen zu verhindern!“
Die zwiespältige Bilanz - eine Übersicht
Erhebungsleiter Göweil zieht eine zwiespältige Bilanz: „Die allgemeinen Punkte wie Freundlichkeit, Verfügbarkeit und Wartezeit wurden durchwegs gut beurteilt und befanden sich in einem akzeptablen Rahmen. Service und Beratung lassen oft zu wünschen übrig, das Postgeheimnis ist laut unseren Beobachtungen nicht überall gewahrt.“
Oft lange Mittagspausen
Die Öffnungszeiten sind geprägt von ausführlichen Mittagspausen, diese können schon einmal 3 Stunden (12:00 bis 15:00 Uhr) betragen. In der Regel jedoch beträgt die Pause 1,5 bis 2 Stunden. An Samstagen haben nur 7 von 20 Post Partnern am Vormittag geöffnet.
Postgeheimnis nicht lückenlos
Dabei wurde vor allem auf folgendes geachtet:
- Liegen bereits abgegebene Briefe und Pakete offen und einsichtig für andere Kunden frei herum?
- Sind Adressat und Absender erkennbar?
- Könnten Briefe oder Pakete, falls es jemand darauf anlegen würde, sogar entwendet werden?
Bei zwei Postpartnern wurde die Wahrung des Postgeheimnisses als mangelhaft beurteilt. Einer viel völlig durch, bei diesem wäre es sogar möglich gewesen abgegebenes Postmaterial zu entwenden. 17 Postpartner wurden hinsichtlich Wahrung des Postgeheimnisses nicht beanstandet.
Paketversand funktioniert einwandfrei und pünktlich
Die Post selbst gibt an, dass Inlandspakete in bis zu 5 Werktagen (plus Aufgabetag), durchschnittlich jedoch in 2 Tagen übermittelt werden. Tatsächlich waren 15 Paketen nach einem Tag in Salzburg angekommen. 1 Paket benötigte 2 Werktage und 4 Pakete (Aufgabe am Freitag, 19.8.2011) waren am darauf folgenden Montag angekommen.
Beratung oft mangelhaft
Um den Wissensstand hinsichtlich Versandbestimmungen abzuklopfen, wurden die Postpartner nach Haftung bei Paketverlust und Unzustellbarkeit des Pakets (wegen Abwesenheit des Empfängers) gefragt. Die völlig richtige Auskunft bei der Haftungsfrage (bis 510 Euro mit Beleg) wurde nur von drei Post-Partnern gegeben. Neun waren zumindest knapp dran. Acht gaben lediglich an, dass ein Versicherungsschutz besteht und man dafür den Beleg vorlegen muss. Über die Höhe konnten sie keine Auskunft geben.
Was passiert wenn der Empfänger nicht anwesend ist, beantworteten 50 Prozent fälschlicherweise mit der sofortigen Rücksendung an den Absender. Lediglich jeder Zweite gab an, dass eine Benachrichtigung erfolgt wo das Paket abzuholen sei. Eine Information über die vorgegebenen Abholfristen erfolgte jedoch in keinem Fall.
Fax- und Kopierservice verbesserungswürdig
Nur bei 13 Postpartnern ist es möglich, ein Fax zu versenden. „Für eine gute Grundversorgung sollte jedoch bei jedem Post-Partner ein solcher Dienst angeboten werden. Das Versenden von Faxen hat nach wie vor Bedeutung und kann einen wesentlichen Beleg darstellen. So können etwa Kündigungen, Rücktritte oder Zahlungsbestätigungen damit besser belegt werden“, gibt Göweil zu bedenken.
Auch Kopieren ist nicht überall möglich, bei 12 der getesteten Postpartner gibt es eine Kopiermöglichkeit, acht bieten keine an.
- Verbesserung der Schulung von Postpartnern
- Einheitliche Öffnungszeiten – Vermeidung langer Pausen
- Fax- und Kopierservice bei allen Post-Partnern
Daten zur Erhebung
Für die Analyse waren zwei Erheber im Einsatz, dabei wurde vor Ort mit Hilfe eines Fragebogens die Dienstleistungs- und Beratungsqualität beurteilt. Um eine realistische Situation abzubilden, erfolgte die Beurteilung im Rahmen einer Paketaufgabe im Shop des Postpartners.
Insgesamt wurden 20 Postpartner im gesamten Bundesland getestet (mit Stand Mai 2011 waren in Salzburg 75 Post Partner bekannt). Hauptsächlich wurden jedoch jene Postpartner erhoben, welche als Ersatz für die ehemals einzigen Postämter installiert wurden. Durchführungszeitraum war von 16. bis 19. August 2011.
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