Eröffnung des TAZ Mitterberghütten als richtiges Signal gegen die Krise

Mit der heutigen Eröffnung des Technischen AusbildungsZentrums Mitterberghütten (TAZ) setzen die Sozialpartner in Zusammenarbeit mit dem Land Salzburg ein richtungweisendes Signal im Kampf gegen die hartnäckige Wirtschaftskrise. AK und WKS leisten damit auch einen wichtigen Beitrag zur Ausbildungsgarantie für junge Menschen. „Schwierige Zeiten verlangen, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen und sämtliche Kräfte gebündelt werden“, sind sich die beiden Präsidenten, Siegfried Pichler und Julius Schmalz, einig, „nur so ist Erfolg versprechendes Krisenmanagement zu bewältigen.“

Die Eröffnung des Technischen AusbildungsZentrums Mitterberghütten (TAZ) am Dienstag, dem 2. Februar 2010, ist unter zwei Aspekten bemerkenswert: Nach dem Aus für die AK-Lehrwerkstätte Kaprun wurde ein sozialpartnerschaftliches Nachfolgeprojekt auf die Beine gestellt. AK und BFI haben zuvor jahrelang in Kaprun die Lehrwerkstätte betrieben und dieses zukunftsweisende Projekt damals vor dem Zusperren gerettet. „Es war von Anfang an klar“, erklärt Pichler, „dass eine wirklich dauerhafte Lösung in diesem Bereich nur in Zusammenarbeit mit dem Sozialpartner möglich ist, was sich ja auch schon bei der Fachhochschule als Erfolgsmodell herausgestellt hat.“ Zum anderen setzen die Sozialpartner mit kräftiger Unterstützung des Landes und des Arbeitsmarktservice (AMS) mit dem TAZ ein wichtiges und richtiges Signal im Kampf gegen die hartnäckige Wirtschaftskrise.

„Damit können wir jungen Menschen eine Ausbildung auf bestem Niveau bieten und die Betriebe Innergebirg bekommen die qualifizierten Facharbeiter, die sie benötigen“, zeigt sich der Salzburger AK-Präsident Siegfried Pichler erfreut.

„Das Technische AusbildungsZentrum Mitterberghütten ist speziell für die Lehrlingsausbildung in Innergebirg ein wichtiger Impuls“, betont auch WKS-Präsident KommR Julius Schmalz. „Die Ausbildung ist modular angelegt. So kann jeder Betrieb jene Lerninhalte auswählen, die er gerade für seine Nachwuchsfachkräfte braucht. Das TAZ ist damit kein Ersatz für die Lehrlingsausbildung, sondern ein ergänzendes Ausbildungsangebot an die Betriebe!“, so Schmalz weiter.

So haben die Sozialpartner mit Unterstützung des Landes gemeinsam ein wichtiges Zeichen für die Förderung der Aus- und Weiterbildung, speziell für junge Leute, gesetzt. „Nur wenn alle Verantwortlichen an einem Strang ziehen, ist zukunftsorientiertes Arbeiten und nicht zuletzt auch die Bewältigung der momentanen schwierigen Wirtschaftslage möglich“, sind sich Schmalz und Pichler einig.

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TAZ kommt zur richtigen Zeit - als Projekt gegen die Krise

Es zeigt sich, dass neben der betrieblichen ein ausreichendes Angebot an überbetrieblicher Ausbildung immer bedeutender wird. Dabei wird es aber – wie Trägerorganisationen berichten – immer schwieriger, Praktikumsbetriebe für Maßnahmen der überbetrieblichen Ausbildung zu finden.

Ende Dezember waren über 2.000 Jugendliche unter 25 Jahren als arbeitslos vorgemerkt. Fast 250 suchten eine Lehrstelle, 1.000 Jugendliche befanden sich in einer Schulungsmaßnahme des AMS. Dies bedeutet, dass rund 3.300 junge Menschen ohne Arbeit sind. Ihre Zahl hat gegenüber dem Vorjahr um fast 300 (rund 10 Prozent) zugenommen. „Die größte Sorge und die größten Bemühungen müssen wir uns im Bereich der Beschäftigungsmöglichkeiten für Jugendliche machen. Diese dürfen am Beginn ihres Eintritts in den Arbeitsmarkt nicht vor verschlossenen Türen stehen“, so AK-Präsident Pichler.

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Lehre weiter auf hohem Niveau

Eine sehr gute Ausbildungsergänzung stellt das TAZ Mitterberghütten auch für die Lehrausbildungsbetriebe dar. Mit Stichtag Ende Dezember 2009 waren in Salzburg 10.550 Lehrlinge in Ausbildung, was nur einem leichten Rückgang von 2,2 Prozent (238 Lehrlinge) entspricht. Gleichzeitig suchen aber noch immer Salzburger Betriebe Lehrlinge: Der Überhang an offenen Lehrstellen (564 sofort verfügbare Lehrstellen und 237 sofort verfügbare Lehrstellensuchende) ist mit +327 konstant hoch, wobei anzumerken ist, dass der Löwenanteil der offenen Lehrstellen in den Bereichen Gastgewerbe und Tourismus zu finden ist. Deshalb sehen Pichler und Schmalz in der Errichtung des TAZ einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu mehr Ausbildungsplätzen in technischen Berufen.

„Außer in Salzburg gibt es nur in Tirol mehr offene Lehrstellen als Lehrstellensuchende. Würden die sofort verfügbaren Lehrstellen wenigstens teilweise besetzt, könnten wir sogar von Zuwächsen sprechen. In der Krise haben die Salzburger Betriebe die Lehrlingsausbildung nicht eingestellt, sondern bauen weiter auf die Ausbildung des Berufsnachwuchses“, zieht WKS-Präsident KommR Julius Schmalz den Schluss aus den vorliegenden Daten.

Für AK und WKS ist das TAZ neben dem Kampf gegen die Krise ein wichtiger Schritt und Baustein zur Erfüllung der Ausbildungsgarantie. Doppelt so viele junge Menschen wie in Kaprun haben jetzt in Mitterberghütten die Chance, auf den Arbeitsmarkt vorbereitet zu werden.

„Ohne tatkräftige Unterstützung des Landes wäre dieses Projekt nicht realisierbar gewesen“, danken Pichler und Schmalz dem Land, das beträchtliche Mittel zur Verfügung gestellt und drei Viertel der gesamten Erstinvestitionskosten von rund drei Millionen Euro übernommen hat. Anerkennung gebührt natürlich auch dem AMS, das ebenfalls eine große Summe beisteuert.

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75 % der Kosten weiter gefördert

Attraktiv gemacht wird das Ausbildungsprogramm im TAZ auch durch spezielle Förderungen des Bundes und des Landes. Für die überbetriebliche Ausbildung seiner Lehrlinge erhält ein Betrieb von Bund und Land insgesamt 2.000 Euro pro Lehrling und Lehrzeit. Für einen Praxistest zur Mitte der Lehrzeit kann das Unternehmen über die „Lehrlingsförderung neu“ pro Lehrling weitere 3.000 Euro Prämie lukrieren. Darüber hinaus werden durch die neue Lehrlingsförderung auch Weiterbildungsmaßnahmen von Lehrlingsausbildern mit 1.000 Euro je Ausbilder und Kalenderjahr unterstützt.

„In der Regel bekommen die Betriebe damit 75 Prozent der Kurskosten ersetzt“, erläutert WKS-Präsident Julius Schmalz. Für die Abwicklung der Lehrlingsförderung ist der Lehrlingsförderungsverein von WKS und AK mit Sitz in der WKS (Lehrlingsstelle) zuständig. Für die Betriebe ist damit eine rasche und unbürokratische Förderabwicklung gewährleistet. Zudem kommt den Betrieben in Innergebirg die kurze Anfahrt zum TAZ zugute.

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Von Kaprun nach Mitterberghütten

Das Ende der Ausbildungswerkstatt Kaprun (der Verbund betreibt sie nur mehr für firmeneigene Lehrlinge) machte ein Nachfolgeprojekt notwendig. Mit vereinten Kräften wurde nun erfolgreich eine neue Ausbildungsstätte ins Leben gerufen. Land, AMS und die Sozialpartner Arbeiter- und Wirtschaftskammer haben deshalb das Technische AusbildungsZentrum Mitterberghütten (angesiedelt auf 1.300 Quadratmeter im Techno_Z) ins Leben gerufen. Das Land leistete Erstinvestitionen von rund 2,5 Millionen Euro, das AMS von 400.000 Euro. Je 100.000 Euro kommen von den Sozialpartnern, die für den laufenden Betrieb verantwortlich zeichnen.

Siegfried Steinlechner, Landesgeschäftsführer des AMS Salzburg: „Das TAZ Mitterberghütten ist eine wichtige Unterstützung der Betriebe in der hochwertigen Ausbildung für technische Berufe. Auch die Aus- und Weiterbildung von Arbeitslosen in den Bezirken Innergebirg bekommt mit dem TAZ zusätzliche Impulse. Insbesondere die Sicherung der Ausbildungsgarantie für Jugendliche erhält mit dieser Einrichtung wertvolle Unterstützung."

„Dass mit dem TAZ wiederum eine sozialpartnerschaftliche und zukunftsorientierte Lösung im sensiblen Bereich der Lehrlings- und Facharbeiterausbildung zustande gekommen ist, freut uns sehr und ist ein lebendiges Zeichen für konstruktive Zusammenarbeit, von der alle profitieren – die Auszubildenden, die Firmen und die Region Innergebirg“, so Julius Schmalz und Siegfried Pichler abschließend.

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Tag der offenen Tür am 12. Februar

Am 12. Februar sind alle Elektro- und Metallbetriebe aus dem Pongau, Pinzgau und Lungau eingeladen, sich über das breite Ausbildungsangebot und die moderne Ausstattung der Werkstätten zu informieren.

Das neue TAZ bietet wie gesagt doppelt so viele Ausbildungsplätze wie Kaprun, nämlich 30. Ausgebildet wird für vier Lehrberufe: Mechatronik, Elektrobetriebstechnik, Maschinenbautechnik und Zerspanungstechnik.

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