Produktpiraterie: Risiko beim Konsumenten

Gefälschte Markenware lockt im Urlaub und mittlerweile vor allem auch im Internet, das von Plagiaten aller Branchen und Preiskategorien überschwemmt wird. Weil die Unternehmen dagegen nicht ankommen, bittet man zunehmend die Konsumenten zur Kasse!

Wer bewusst dem falschen Glanz erliegt und mit dem imitierten Urlaubsschnäppchen vom Zoll erwischt wird oder sich Plagiate wissentlich über’s Internet besorgt hat, muss mit den Konsequenzen wie Beschlagnahme und drohender Klage von den Rechteinhabern rechnen – das ist nichts Neues. In der Konsumentenberatung der AK Salzburg häufen sich aber die Fälle, in denen private „Online-Shopper“ unverschuldet mit unverhältnismäßig hohen Entgeltforderungen der Rechtsanwälte diverser Markenfirmen konfrontiert werden.

Plagiatsprobleme zu 95% im Internet

Die Produktpiraterie hat sich in den vergangenen zwei Jahren Richtung Internet verlagert, Konsumentenschützerin Bettina Flöckner: „Kamen die Fälscher früher mit ganzen Lastwagenladungen und Containern über die Grenze, so nützen sie jetzt die Anonymität und den einfachen Betriebsweg des Internets. Konsumenten, die Hilfe bei uns suchen, haben ihre Plagiatsprobleme zu 95% im Internet bekommen.“

Kleinvieh macht auch Mist

Offenbar sehen manche Unternehmen und Rechtsanwaltskanzleien im Urheberrechtsgesetz eine Möglichkeit, sich wenigstens am Konsumenten schadlos zu halten – wenn schon die Produktpiraten nicht zu erwischen sind. Sie machen sich die Tatsache zunutze, dass man im Urheberrecht auch ohne eigenes Verschulden für ein angemessenes Nutzungsentgelt haftet und drohen aggressiv mit hohen Forderungen. Erschrockene Konsumenten sind dann gleich einmal bereit, eine geringere Kompromisszahlung zu leisten.

Rute im Fenster: 40.000-Euro-Klage

Wer unverschuldet Probleme bekommt, sollte keinesfalls das Anwaltsschreiben ignorieren und sich auf jeden Fall an die AK wenden. Bettina Flöckner: „Unser Bestreben ist es, bei Rechtsanwaltsschreiben zu verhandeln, was bislang auch mit Erfolg geschah – noch wurde keiner unserer Klienten geklagt. In einem drastischen Fall wurden vom Betroffenen sogar 40.000 Euro gefordert, für eine CD-Sammlung, die er um einen Euro im Internet angeboten hatte. Die CD war ein chinesisches Plagiat, das er selbst gutgläubig bei eBay ersteigert hatte.“

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