Betroffene zu Beteiligten machen
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Zwei Drittel der Salzburger Beschäftigten geben an, dass keine gesundheitsfördernden Maßnahmen im Betrieb durchgeführt werden oder sie nichts davon wissen. Das belegt eine aktuelle Studie der AK und dem Zentrum für Zukunftsstudien der Forschung Urstein. „Betriebliche Gesundheitsförderung lohnt sich jedoch für die Mitarbeiter und auch für die Unternehmen“, so AK-Präsident Siegfried Pichler, „denn Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit bedingen sich gegenseitig.“
- Win-Win Situation für Arbeitnehmer und Unternehmer
- Nachholbedarf in Klein- und Mittelbetrieben
- Ergebnisse der Befragung der Salzburger Arbeitnehmer
- AK: Aufklärung der Arbeitnehmer über ihre Rechte und Verbesserung der Rahmenbedingungen
Win-Win Situation für Arbeitnehmer und Unternehmer
Werden in Betrieben bedarfsgerechte gesundheitsfördernde Maßnahmen angeboten, bedeutet dies eine Win-Win-Situation für Arbeitnehmer und Unternehmer. „Für das Unternehmen liegt der Nutzen in einer erhöhten Arbeitsproduktivität. Die betriebliche Kommunikation und Kooperation wird verbessert und Fehlzeiten können reduziert werden“, so Pichler. Außerdem kommt es zu einer Imageaufwertung des Unternehmens. Die Nutzen für die Arbeitnehmer: Arbeitsbelastungen werden reduziert, die Arbeitszufriedenheit wird gesteigert, damit steigt auch das Selbstwertgefühl und allgemeine Wohlbefinden und es kommt somit zu einer stärkeren Identifikation mit dem Unternehmen.
zum SeitenanfangNachholbedarf in Klein- und Mittelbetrieben
Die repräsentative Studie „Zukunft: Gesundheitsförderung. Im Spannungsfeld zwischen Beruf und Freizeit“ der AK und dem Zentrum für Zukunftsstudien der Forschung Urstein belegt: Während in Salzburgs Mittel- und Großbetrieben ein oft umfassendes Angebot vorhanden ist – von ärztlichen Untersuchungen über sportliche Aktivitäten, Rücken- und Wirbelsäulengymnastik und gesunder Ernährung - finden in Klein- und Kleinstbetrieben gesundheitsfördernde Maßnahmen kaum statt. „Für Salzburg gilt“, so Maria Maislinger-Parzer, Studienautorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Zukunftsstudien der Forschung Urstein, „je größer der Betrieb, desto mehr gesundheitsfördernde Maßnahmen werden durchgeführt.“ Nachholbedarf gibt es in einigen Branchen: darunter das Baugewerbe, das Gastgewerbe und der Handel. „Und“, so Maislinger-Parzer,“ besonders auffallend ist, dass es leider bisher nicht gelungen ist, die Teilnahme beziehungsweise das Interesse der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht-österreichischer Herkunft an gesundheitsfördernden Maßnahmen im Betrieb zu wecken. Hier gibt es viel Handlungsbedarf.“
zum SeitenanfangErgebnisse der Befragung der Salzburger Arbeitnehmer
Die zentralen Fragestellungen der Studie „Zukunft: Gesundheitsförderung. Im Spannungsfeld zwischen Beruf und Freizeit“ lauteten:
- Welche Motivation von Salzburgs Arbeitnehmern ist nötig, um an gesundheitsfördernden Maßnahmen teilzunehmen?
- Wie müssen die Projekte gestaltet sein, damit sie angenommen werden und was hemmt die Teilnahme?
- Welche Rahmenbedingungen müssen für die Beschäftigten vorherrschen, damit gesundes Verhalten erleichtert wird und infolgedessen „gelebt“ werden kann?
Im Rahmen der Studie wurde unter anderem eine schriftliche Befragung unter Salzburger Arbeitnehmern durchgeführt. Dafür wurden 4.500 Fragebögen ausgesendet. Die Rücklaufquote betrug 13,13% (591), davon konnten 585 Fragebögen zur Auswertung herangezogen werden. 55,57% der Befragten Personen sind weiblich, 44,43% männlich.
Die wichtigsten Ergebnisse finden Sie in der Infobox als Download
AK: Aufklärung der Arbeitnehmer über ihre Rechte und Verbesserung der Rahmenbedingungen
„Arbeitsplatzbezogene Maßnahmen betreffen oft Bereiche, die ohnehin im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz geregelt wären, nur viele Mitarbeiter wissen nicht, was ihnen diesbezüglich zusteht“, so AK-Präsident Pichler. Hier wird die AK noch mehr Aufklärungsarbeit leisten. Unter anderem sind in diesem Jahr verstärkt Schulungen von Betriebsräten und Sicherheitsvertrauenspersonen zum Thema Gesundheit geplant. Im Herbst startet dazu die AK gemeinsam mit dem AMD (Arbeitsmedizinischer Dienst) einen Lehrgang. Auch das Programm des AK/ÖGB-Betriebssports wurde in diese Richtung weiterentwickelt. Pichler: „Im Betriebssport ist das Angebot bereits umgestellt auf 50% Vorsorgeangebote, wie die Rücken-Fit-Kurse etc., und 50% Leistungssport.“
Bereits jetzt unterstützt die AK das EUregio-Projekt „Alkoholprävention in Klein- und Mittelbetrieben“ und das kürzlich gestartete regionale Projekt „Oberpinzgau-Fit mit 50+“, das die Oberpinzgauer Betriebe und deren Mitarbeiter für die Thematik des Alternsmanagements sowie für die betriebliche Gesundheitsförderung sensibilisiert.
Um die betriebliche Gesundheitsförderung auszuweiten, wird auch ein verstärktes Engagement der Wirtschaftskammer erforderlich sein, die vor allem das Coaching von Firmeninhabern und Führungskräften – hier vor allem von Klein- und Mittelbetrieben - übernimmt. Auf überbetrieblicher Ebene sollte die Zusammenarbeit der Sozialpartner, der Gebietskrankenkasse und der AUVA verstärkt werden.
Ein Gesundheitsförderungsgesetz wäre dringend notwendig, indem die Aufgaben der Gesundheitsförderung der Sozialversicherungsträger ausgebaut werden und die dafür notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. In diesem Zusammenhang wäre auch die Schaffung von Kompetenzzentren, in denen die Aktivitäten gebündelt werden, wünschenswert. „Darüber hinaus fordern wir“, so Pichler, „dass sowohl für Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, als auch für Maßnahmen des alternsgerechten Arbeitens erzwingbare Betriebsvereinbarungen geschlossen werden können.“
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