Preise sind mit 4,14 Prozent stärker als die Inflation gestiegen

Wie jedes Jahr hat auch heuer, Anfang September, die AK-Konsumentenberatung die Getränkepreise in den immer gleichen 30 Gastronomiebetrieben erhoben. Ergebnis: Bei der Preisgestaltung gibt es keinerlei Zurückhaltung – man bedient sich. In 83 Prozent der Betriebe wurden Preissteigerungen vorgenommen. Im Schnitt sind die Preise um 4,15 Prozent, also stärker als die Inflation von 3,4 Prozent gestiegen. An der Spitze liegt Mineralwasser, das heuer um 6,48 Prozent mehr kostet als im Vorjahr.

Fast gleich stark wie das Mineralwasser sind Softgetränke wie Fanta, Cola und Sprite gestiegen, nämlich um 6,44 Prozent. Deutlich über dem Verbraucherpreisindex von 3,4 Prozent liegen auch Früchtetee (4,86 Prozent mehr), Wein gespritzt (4,49 Prozent mehr) und Apfelsaft (4,25 Prozent mehr). Bier, Weizenbier und Radler sind im Schnitt um 4 Prozent teurer geworden. „Hier schlägt sich die Bierpreiserhöhung nieder, die im Herbst 2010 von den Brauereien angekündigt wurde“, sagt AK-Marktbeobachter Stefan Göweil. „Wobei auffällt, dass die Erhöhung durch die Brauereien eins zu eins auf den Endpreis umgelegt wurde. Das heißt, nicht nur der höhere Einkaufspreis wurde an die Konsumenten weitergeben, sondern gleichzeitig auch die Gewinnspanne erhöht.“

Auch Kaffee ist teurer geworden: der Cappuccino um 3,07 Prozent und der Verlängerte um 3,88 Prozent. Absoluter Spitzenreiter bei der Teuerung ist in dieser Erhebung zwar kein Getränk, sondern das Eis mit Schlag, das heuer um 7,04 Prozent mehr kostet als im Vorjahr.

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Langjähriger Vergleich: Teils das doppelte vom VPI

„Im längerfristigen Vergleich zeigt sich, dass die gefühlte überproportionale Preissteigerung bei Konsumationen tatsächlich Realität ist“, sagt Göweil. „Zum Teil sind die Preise doppelt so stark gestiegen wie der Verbraucherpreisindex“. Von 2005 bis 2011 ist der VPI um 13,10 Prozent gestiegen, der Preis für einen gespritzten Apfelsaft um satte 27,36 Prozent, für einen Früchtetee um 26,96 Prozent, für Mineralwasser um 24,64 Prozent, für ein kleines Bier um 22,69 Prozent und für ein großes um 19,03 Prozent. An der Spitze liegt aber wieder das Eis mit Schlag mit plus 39,67 Prozent!

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Kein Thema mehr: Leitungswasser

Ein Glas Leitungswasser gratis zusätzlich zu einer Konsumation gehört mittlerweile zum Standard und ist kein Thema mehr. Wenn nur Leitungswasser konsumiert wird, darf der Wirt dafür etwas verlangen. Die Preise müssen aber in der Getränkekarte angeführt sein. Bei der Erhebung war in jenen fünf Lokalen, die etwas für Leitungswasser als einziges Getränk verrechneten, die Preisangabe (20 bis 50 Cent) ordungsgemäß angeführt. Keines der Lokale hat aber bei gleichzeitiger Konsumation etwas verrechnet.

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Bemerkenswerte Unterschiede bei gleichen Produkten

„Es ist klar, dass ein Gasthof am Stadtrand anders kalkuliert als ein traditionelles Innenstadt-Café“, betont Göweil. „Trotzdem ist es immer wieder interessant, die kleinsten mit den höchsten Preisen für das selbe Produkt zu vergleichen.“ Die größte Differenz gibt es beim Apfelsaft – 194,12 Prozent oder eine Bandbreite von 1,70 zu 5 Euro. Bei Mineralwasser beträgt die Differenz 139,66 Prozent, bei Tee 129,41 Prozent. Die geringsten Abstände gibt es bei Bier und Radler von 22,58 Prozent.

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Daten zur Erhebung

Jedes Jahr wird in den selben 30 Gastbetrieben der Preis von je 24 ausgewählten Produkten erhoben, das sind insgesamt 464 Preise. Heuer wurde in 83 Prozent der Betriebe eine Preiserhöhung durchgeführt, im Vorjahr waren es 60 Prozent. Im Schnitt wurden 40 Prozent der Produkte teurer, in manchen Lokalen aber auch über 90 Prozent.

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