Geschichte des internationalen Frauentages

Die Tradition des Internationalen Frauentages hat ihre Wurzeln in der Arbeitnehmerinnen-bewegung im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen.

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert..

Es gibt zwar schon erste soziale Fortschritte, aber insgesamt sind die Arbeits-, und Lebensbedingungen noch immer katastrophal. Noch mehr als die Männer sind die Frauen davon betroffen: Sie bekommen schon damals die niedrigsten Löhne und müssen sich allein um die Familien kümmern. Sie sind Menschen zweiter Klasse, auch im Staat.

Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit!

Zentrale Themen engagierter Frauen sind u.a. bessere Arbeitsbedingungen, gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnkürzung, Festsetzung von Mindestlöhnen, Mutterschutz und das Frauenstimmrecht.

1909 wurde der erste nationale Frauentag quer durch die Vereinigten Staaten begangen.

1910 wird anlässlich der II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen beschlossen, einen jährlichen Internationalen Frauentag einzuführen, um für die Interessen der Frauen gegen mehrfache Ausbeutung und Unterdrückung zu mobilisieren. Zentrale Anliegen sind die Gleichberechtigung der Frauen und das Wahl- und Stimmrecht. In Österreich setzt die Arbeiterbewegung, allen voran die Gewerkschaften durch, dass es ab 1907 ein demokratisches Wahlrecht für Männer gibt. Aber die Frauen sind noch immer ausgeschlossen.

Am 19. März 1911 demonstrieren in Europa zum Frauentag erstmals rund eine Million Frauen und Männer auf der Straße, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen: Recht auf Arbeit, Zugang zu öffentlichen Ämtern, Berufsausbildung, Beendigung von Diskriminierung am Arbeitsplatz. Ein Hauptziel ist die Einführung des Frauenwahlrechtes.

Starke Frauen

16 Februar 1919 Am Anfang waren sie nur zu acht, die ersten Frauen, die am 16. Februar 1919 ins Parlament gewählt wurden. Aber sie hatten Erfolg trotz Widerständen: Aldelheid Popp verlangte 1896, dass Frauen mit einem bestimmten Prozentsatz in Parteigremien vertreten sein müssen. Die Gewerkschafterin Anna Boschek brachte unter anderem tausende Frauen zur Gewerkschaft.

1919 Die ersten Frauen im österreichischen Parlament, darunter die Gewerkschaftspionierin Anna Boschek.

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1921 wird der Internationale Frauentag erstmals am 8. März begangen. Das Datum erinnert an den Textilarbeiterinnenaufstand in New York 1857, bei dem 129 Arbeiterinnen ums Leben gekommen sind und an den Textilarbeiterinnenstreik 1917 in St. Petersburg.

1928 Plakat vom Frauentag im Jahr 1928 in Österreich: In der Ersten Republik sind es die Frauenorganisationen der sozialdemokratischen Partei und der Freien Gewerkschaften, die die Demonstrationen und Forderungsprogramme für den Frauentag bestimmen.

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1930 Plakat vom Frauentag im Jahr 1930 in Österreich: Die politische Stimmung ist bereits sehr angespannt. Nationalsozialisten und austrofaschistische Heimwehren kämpfen um die politische Macht. Es können nur mehr zwei weitere Frauentage stattfinden.

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1933/34 Österreich wird Diktatur: Unter dem Austrofaschismus (bis 1938) und unter der Naziherrschaft (bis 1945) darf kein Frauentag stattfinden. Dafür wird der Muttertag gepuscht. Die Frau ist zunächst für Kind und Küche abgestellt. Später werden die Frauen zunehmend in der Rüstungsindustrie eingesetzt.

Ab 1945 dürfen am internationalen Frauentag wieder Demonstrationen und Veranstaltungen stattfinden. In den ersten Jahren, in denen Österreich wieder demokratisch ist, nehmen besonders viele Frauen an den Aufmärschen teil. Es sind aber auch Hungerjahre. Deshalb die Forderung nach Brot, damit die Freiheit bestand haben kann.

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1950 Internationaler Frauentag in Salzburg: Links außen: Wilhemine Moik an der Spitze des Demonstrationszuges. Sie ist die erste Frauenvorsitzende des ÖGB und organisiert die internationalen Frauentage federführend mit.

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2006 Präsentation der Biografie von Wilhemine Moik im Lesesaal der AK Bibliothek: Renate Brauner (links im Bild), Stadträtin und Renate Csörgits (rechts im Bild), ÖGB Frauenvorsitzende und Vorsitzende des AK-Frauenausschusses diskutieren über aktuelle Forderungen der Frauenpolitik. Trotz mancher Fortschritte hat sich vieles im Grundsatz nicht verändert.

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Nur jedes 20te Vorstandsmitglied ist weiblich ...

2009 Von echter Glechberechtigung kann aber auch im dritten Jahrtausend noch nicht die Rede sein. Auch wenn in Österreich mehr Mädchen als Burschen die Matura machen und mehr Frauen als Männer einen Universitäts-Abschluss haben, ist immer noch nur jedes zwanzigste Vorstandsmitglied weiblich. Auch bezahlte und unbezahlte Arbeit sind immer noch ungerecht verteilt.

Zum Weiterlesen - Buch- und Webtipp

Gabriella Hauch: Vom Frauenstandpunkt aus. Frauen im Parlament 1919-1933. Wien, 1995.

Walter Göhring (Hrsg): Anna Boschek. Erste Gewerkschafterin im Parlament. Wien, 1998.

Agnes Broessler, Wilhelmine Moik. Ein Leben für die gewerkschaftliche Frauenpolitik. Wien, 2006.

www.onb.ac.at/ariadne

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