Bereits 2.500 Jugendliche nehmen Psychopharmaka
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Die von der AK initiierte Kampagne „I schau auf mi UND di“ soll jetzt auch verstärkt junge Menschen erreichen. Aus gutem Grund: Laut SGKK bekommen bereits 2.500 Salzburger Kinder und Jugendliche Psychopharmaka verschrieben. „Wir wollen mit dieser Aktion nicht nur Jugendliche für die Problematik sensibilisieren“, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler, „sondern auch bei Ausbildnern und Lehrern signalisieren, dass junge Menschen nicht extrem belastbar sind und Verständnis brauchen.“
Kampagne erreichte bisher 105 Betriebe
Vor mehr als einem Jahr haben AK/ÖGB, SGKK und das Kuratorium für psychische Gesundheit die Kampagne „I schau auf mi UND di“ ins Leben gerufen. Die Initiatoren wollen, dass in den Betrieben nicht nur auf die körperliche, sondern auch auf die seelische Gesundheit der Beschäftigten geachtet wird. Das Interesse der Unternehmen an der Aktion ist ungebrochen – sogar aus Deutschland haben sich Betriebe gemeldet. Insgesamt erreichte „I schau auf mi UND di“ bisher über 12.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Salzburg in 105 Betrieben.
... und geht jetzt an die Ausbildungsstätten junger Menschen
Nun sollen verstärkt junge Menschen in den Fokus der Aktion gerückt werden. Im BFI konnten rund 200 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Programm des Kabarettisten Ingo Vogl über das Thema psychische Gesundheit nachdenken und sich dabei trotzdem amüsieren. Das Kabarett zu „I schau auf mi UND di“ findet außerdem am 13. Oktober nochmals statt. Im Rahmen der Kampagne können Schulen und ausbildende Betriebe außerdem Info-Folder, ausführliche Broschüren, eine DVD mit dem Kabarett „I schau auf mi UND di“ von Ingo Vogl und kostenlose Vorträge von Fachreferenten anfragen.
Der Konsum von Psychopharmaka ist ein Alarmsignal
Trotzdem bleibt das Thema ein ernstes: Laut SGKK bekommen bereits 2.500 Salzburger Kinder und Jugendliche Psychopharmaka verschrieben. „Das ist ein Alarmsignal, das uns nicht egal sein darf“, erklärt AK-Präsident Siegfried Pichler. Denn junge Menschen stecken keineswegs alles einfach so weg. Aber sie reagieren oft anders als Erwachsene. Sechs von zehn geben an, dass der Druck in Schule und Arbeit immer größer wird. Bis zu 80 Prozent gehen laut einer deutschen Studie trotz Krankheit in die Arbeit. Schon 2008 gab es 5.300 junge Menschen in stationärer psychischer und psychiatrischer Betreuung. Diese Zahlen liefern aber nur Indizien über das tatsächliche Ausmaß psychischer Probleme. Der Rest ist Dunkelziffer.
Beste Prophylaxe: Wertschätzung und aufeinander achtgeben
„Die eigene Leistungsfähigkeit sollte durch ein wertschätzendes soziales Umfeld gefördert werden. Das ist die beste Prophylaxe. Jugendliche müssen erfahren, dass sie willkommen sind“, sagt Manfred Stelzig vom Kuratorium für psychische Gesundeheit. Genau das will „I schau auf mi UND di erreichen“. Um das Problem punktgenau bei der Wurzel zu packen muss das Thema psychische Erkrankungen aber endlich entstigmatisiert – und auf Basis konkreter Erhebungen im Detail analysiert werden“, sagt Siegfried Pichler.
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