AK Konsumentenberatung testet vorgepackten Käse

Getestet wurde Käse, der im Geschäft oder vor Ort aufgeschnitten und verpackt wird, und zwar in neun Supermärkten und vier Ständen auf der Schranne. Die zwölf Proben von der Schranne waren alle einwandfrei, von den 17 Proben im Handel hätten vier nicht verkauft werden dürfen. „Das ist fast ein Viertel, das ist eindeutig zu viel“, ärgert sich AK-Konsumentenberater Stefan Göweil. „Die Konsumenten müssen sich auf die Qualität der Ware verlassen können!“

Die Qualität der getesteten Produkte auf der Schranne war absolut untadelig und zeugen von einem guten Arbeitsstandard. Was man von den Supermärkten nicht durchgehend behaupten kann. In vier Supermärkten hätten die getesteten Proben nicht verkauft werden dürfen. „Schlechter Geruch und Geschmack und sogar Schimmelbefall, also für den menschlichen Verzehr ungeeignet, das ist einfach unzumutbar“, sagt Stefan Göweil. „Eine weitere Probe von Weichkäse hatte eine dreifache Überschreitung des Grenzwertes für Käse aus wärmebehandelter Milch des Bakteriums Escherichia coli!“ Diese hohe Belastung durch Fäkalkeime deutet auf eine unsaubere Arbeitsweise hin. In zwei Grenzfällen gab es zwar mikrobiologisch keine Beanstandung, aber die Tester rümpften etwas die Nase.

Viele Supermärkte verpacken Schnitt- und Weichkäse selber und bestücken damit die Käsetheken. Das heißt, die Mitarbeiter müssen hygienisch einwandfrei arbeiten und auch das Arbeitsumfeld muss dementsprechend sauber sein. Dass das nicht immer der Fall ist, beweisen die beanstandeten Proben. „Und es zeigt sich, dass die Haltbarkeitsfristen häufig zu großzügig angegeben werden“, so Göweil. Die Proben wurden am Tag des ausgewiesenen Ablaufdatums von der Untersuchungsstelle AGES-Salzburg getestet.

Die Proben, die nicht mehr verkauft hätten werden dürfen, wurden in Filialen von Billa, Merkur, Spar und Eurospar gezogen. Diskonter wurden keine getestet, weil sie Käse nur fabriksverpackt verkaufen.

„Wir fordern, dass die vorgeschriebenen regelmäßigen Schulungen der Mitarbeiter über hygienische Arbeitsbedingungen und Arbeitsweisen ernst genommen werden“, so Göweil, „und es ist in der Verantwortung jedes Supermarktes, realistische Haltbarkeitsdaten festzulegen und für eine lückenlose Kühlkette zu sorgen.“

Der AK-Einkaufstipp:

  • lieber frisch geschnitten als abgepackt

  • lieber vor Ablauf der Haltbarkeit verzehren

  • verpackten Käse zu Hause gleich auspacken und luftdicht in einem Gefäß lagern

  • liegt der Käse nach dem Einkauf zu lange im heißen Auto, so beschleunigt das die Reifung – also rasch heimfahren.
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