Bioeier werden in der Gastronomie kaum verwendet

In die Schnitzelpanier oder in die Sachertorte kommen in den Salzburger Gastronomiebetrieben kaum hochwertige Eier. Nur 8 Prozent von 165 befragten Unternehmen verwenden Bio-Eier, nur 7 Betriebe holen die Eier direkt vom Bauern nebenan. Nicht wenige umgehen das Verbot der Käfighaltung in Österreich und importieren Eier aus Legebatterien im Ausland. Dies ergab eine AK-Erhebung vor Ostern.

In die Schnitzelpanier oder in die Sachertorte kommen in den Salzburger Gastronomiebetrieben kaum hochwertige Eier. Nur 8 Prozent von 165 befragten Unternehmen verwenden Bio-Eier, nur 7 Betriebe holen die Eier direkt vom Bauern nebenan. Nicht wenige umgehen das Verbot der Käfighaltung in Österreich und importieren Eier aus Legebatterien im Ausland. Dies ergab eine AK-Erhebung vor Ostern.

Beim Kauf von Eiern kann der Konsument die Qualität sehr leicht selbst feststellen, da seit 2004 die Eier gekennzeichnet werden müssen. Doch wie schaut es mit der Güte der verarbeiteten Eier aus? „Da wird der Konsument oft im Unklaren gelassen. Deshalb haben wir mehr als 100 Betriebe in Salzburg überprüft. Das Ergebnis ist durchwachsen!“, sagt Heimo Typplt vom AK-Konsumenschutz.

165 Firmen wurden kontaktiert, nur 10 wollten keine Auskunft geben. Die meisten Betriebe, nämlich 123, liegen in der Qualitäts-Mitte: 56 Firmen verwenden Eier der Güteklasse 1 und 67 Betriebe der Güteklasse 2(Erläuterungen zur Güteklasse siehe Anhang).

Käfig-Eier aus dem Ausland

Interessant: Obwohl seit dem Vorjahr in Österreich Käfighaltung verboten ist, verwenden immer noch 25 Betriebe Eier der Qualitätsstufe 3, das sind immerhin 15 Prozent. Diese Eier werden überwiegend importiert, laut AK-Erhebung zum Beispiel aus Ungarn, Tschechien oder Frankreich.

Das ist zwar eine Verbesserung zum Jahr 2004, in welchem 22 Prozent aller Befragten Käfig-Eier verwendeten, allerdings eine Verschlechterung zum Jahr 2008, in welchem nur mehr fünf Prozent aller Betriebe angaben, Käfigeier zu verwenden. „Eine mögliche Erklärung: die in diesem Jahr öffentliche Diskussion über das Verbot der Käfighaltung hat offenkundig bei manchen eine Haltungsänderung bewirkt, allerdings bei manchen nicht nachhaltig genug“, sagt Typplt.

Großer Nachholbedarf bei Eiern

Umgekehrt gibt es bei den Bioeiern augenscheinlich noch einen großen Nachholbedarf, nur 14 Betriebe verwenden Eier der Qualitätsstufe 0, das sind rund acht Prozent!

Zum Vergleich: das ist zwar eine leichte Steigerung zum Jahr 2008, in welchem gerade einmal fünf Prozent aller Betriebe Bioeier verwendeten, 2004 waren es aber schon 12 Prozent.

Hier gibt es offenkundig für die heimischen Bioerzeuger noch ein weites Feld zum Beackern. Überhaupt ist auffällig, dass nur 7 Betriebe angegeben haben, dass sie ihre Eier direkt von einem lokalen Bauern beziehen.

Die meisten Käfig-Eier im Pinzgau

Im Prinzip zieht sich das Ergebnis auch durch die Bezirke, die große Mehrheit orientiert sich in der Mitte, das heißt in den Qualitätsstufen 1 und 2. Auffällig ist das Ergebnis im Pinzgau, wo mit 10 Betrieben mit Abstand die meisten noch Käfig-Eier verwenden.

Interessanterweise finden sich die meisten Lokale, die Bioeier verwenden, nicht am Land, wie man vermuten könnte, sondern in der Stadt Salzburg, mit 10 Betrieben.

Eine Auswertung nach dem Gastronomietyp zeigt, dass auch hier die Verteilung dem allgemeinen Ergebnis entspricht. Ein leichter Vorsprung auf dem Weg zur Qualität ist bei den Cafes zu erkennen, Bioeier zu verwenden (Cafes 10 Prozent, Restaurants sieben Prozent, Gasthöfe vier Prozent).

Nobellokal ist nicht gleich Spitzenei

Interessant ist auch, dass gehobene Gastronomie nicht gleichzusetzen ist mit gehobener Qualität. Sehr oft verwenden absolute Spitzenbetriebe nur Eier der Qualitätsklasse 2.

Übrigens: Die auch von der AK Salzburg per Beschluss der Vollversammlung im Jahr 2007 geforderte Kontrollpflicht für Bioprodukte in der Gastronomie wurde im Vorjahr umgesetzt: der Konsument hat damit mehr Sicherheit, dass überall dort, wo Bio draufsteht, auch Bio drinnen ist.

Erläuterungen:

  • 0 steht für Bioproduktion

    Diese ist praktisch die beste Qualitätsstufe. Artgerechte Haltung und Auslauf für die Hühner sind zwingend vorgeschrieben. Zur Fütterung dürfen ausschließlich Produkte aus biologischem Anbau verwendet werden. Verboten sind z.B. eine vorbeugende Medikation gegen Durchfall sowie der Einsatz von künstlichen Farbstoffen für die Dotterfärbung. Die strengen Richtlinien des Biolandbaus gewährleisten eine gentechnikfreie Erzeugung.

  • 1 steht für Freilandhaltung

    Nach dem derzeit geltenden Tierschutzgesetz ist eine Auslauffläche von mindestens 10 Quadratmeter pro Huhn vorgeschrieben. Damit liegt die österreichische Regelung weit über der EU Norm, wo nur 4 Quadratmeter vorgeschrieben sind.

  • 2 steht für Bodenhaltung

    Bei der Bodenhaltung werden die Hennen in Gruppen gehalten, die mehrere 100 oder auch 1000 Tiere umfassen können. Dabei müssen sich bis zu 7 Hühner 1 Quadratmeter Bodenfläche teilen. In Salzburg existieren derartig große Hühnerhöfe aber praktisch nicht.

  • 3 steht für Käfighaltung

    Das Platzangebot für eine Henne beträgt ca. ¾ einer A4 Seite. Bis zu 4 Hennen sind auf Drahtgittern gemeinsam eingeschlossen und erblicken nie Tageslicht. In Salzburg grundsätzlich seit dem 1.1.2009 nicht mehr möglich.
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