Neue Möglichkeiten beim Kinderbetreuungsgeld

Seit Jänner 2008 haben Eltern mehr Auswahl, was die gewünschte Dauer des Kinderbetreuungsgeldes betrifft. Nun kann – je nachdem, ob die Inanspruchnahme zwischen Vater und Mutter geteilt wird - zwischen drei Möglichkeiten (30 plus 6 Monate, 20 plus 4 Monate oder 15 plus 3 Monate) gewählt werden. Die Entscheidung für eine der beiden neu hinzugekommenen Kurzvarianten bedeutet auch eine entsprechend höhere monatliche Geldleistung und erlaubt einen früheren Wiedereinstieg in den Beruf.

zum Seitenanfang

Neue Kurzbezugsmöglichkeiten

Bereits 2008 haben sich in Österreich mehr als ein Drittel (34,3 %) der BezieherInnen für diese neuen Kurzvarianten entschieden. In Salzburg werden jedoch die neuen Kurzvarianten nicht so intensiv genutzt. Im Jahr 2008 haben sich beinahe 30 % der neu hinzugekommenen Salzburger Kinderbetreuungsgeld - BezieherInnen für die neuen Kurzvarianten entschieden. Die Mehrheit davon (22 %) entschied sich für die Variante 20 (plus 4) Monate. Lediglich schmale 7,8 % der SalzburgerInnen wählten mit 15 (plus 3) Monaten die kürzeste Variante. Mit diesem Anteil liegt Salzburg im Bundesvergleich an drittletzter Stelle - vor Tirol und Oberösterreich.

Es sind die selbständig Erwerbstätigen, die es mit einer Quote von 59,5 Prozent bisher am besten verstanden, die neuen Kurzbezugsmöglichkeiten auszuschöpfen, um möglichst schnell wieder den Fuß in den Arbeitsmarkt zu bekommen. Bei den unselbständig Beschäftigten Österreichs sind es insbesondere die Vertragsbediensteten (44,4 %), gefolgt von den BeamtInnen (41,4 %), die diese neuen Varianten des Kinderbetreuungsgeldbezuges konsumieren und damit früher wieder ins Berufsleben zurückkehren. Angestellte (39,1 %) als auch ArbeiterInnen (27,6 %) haben sich bisher vergleichsweise noch deutlich weniger für diese neuen Wahlmöglichkeiten entscheiden können.

zum Seitenanfang

Geringer Väteranteil

Im letzten Jahr betrug der Väteranteil an den österreichischen Kinderbetreuungsgeld - BezieherInnen magere 1,5 %. Die zusätzlich geschaffenen Bezugsmöglichkeiten konnten die Anzahl der Kinderbetreuungsgeld-Väter nur in einer homöopathischen Dosis (+ 0,2 %) steigern. Das zeigt, dass Österreich noch lange braucht, bis eine partnerschaftliche Teilung der Kindesobsorge erreicht ist. Die wenigen Väter aber, die Kinderbetreuungsgeld beziehen, planen gezielt und erkennen, wie notwendig ein möglichst rascher beruflicher Wiedereinstieg ist, um die Bindung an den Arbeitsplatz zu halten und die dafür notwendige Qualifikation nicht zu verlieren. Deutlich mehr als die Hälfte der Väter (57,2 % bzw. 492 der insgesamt 860 männlichen Kinderbetreuungsgeldbezieher) wählten im letzten Jahr die neuen Kurzvarianten. Mütter hingegen nutzten die Möglichkeit für einen kurzen Kinderbetreuungsgeldbezug deutlich weniger. Bloß ein Drittel (33,9 %) aller österreichischen Mütter (19.474), die im Kinderbetreuungsgeldbezug sind, entschied sich für einen schnelleren Weg zurück in den Job und damit für eine kürzere Variante.

zum Seitenanfang

Politik muss Hilfestellung geben

Die Gründe, warum gerade Mütter länger beim Kind bleiben wollen, sind sicherlich vielfältig. Dennoch muss auch die Politik unterstützend handeln. Ist gewollt, dass die neuen Kurzvarianten besser genutzt werden, damit Mütter ihre Arbeitsmarktchancen besser wahren, dann muss es auch Rahmenbedingungen geben, damit Eltern eine echte Wahl haben.

Eine gesteigerte Inanspruchnahme der Kurzbezugsvarianten bringt mehr Frauen früher auf den Arbeitsmarkt zurück. Zu diesen Berufsrückkehrerinnen gehören Kinder, die den dritten Geburtstag noch nicht erreicht haben. Diese Kleinkinder brauchen passende und kostengünstige Betreuungsangebote, damit die Eltern ruhigen Gewissens ihrem Beruf nachgehen können. Derzeit werden in Salzburg (Kindertagesheimstatistik 007/008) gerade mal 9,9 % der Kinder unter 3 Jahren institutionell betreut.

Fehlende Plätze und unzureichende Öffnungszeiten, aber auch teure Tarife sind gerade für einkommensschwache Familien Stolpersteine. Angesichts dieser Hürden verzichten viele Mütter auf eine kürzere Bezugsdauer des Kinderbetreuungsgeldes und schieben den Gedanken an einen früheren Erwerbseinstieg von sich weg.

Hier muss die Politik Hilfestellung geben. Eine konsequente Verwendung der vereinbarten Bundesmittel für den Ausbau der Betreuungsplätze für die Kleinkinder, sowie die in Teilschritten angestrebte Kostenfreiheit der Betreuungstarife können die Situation am Betreuungssektor entschärfen und damit Müttern beim Wiedereinstieg in Existenz sichernde und qualitativ gute Erwerbsarbeit unter die Arme greifen. Und es braucht diese Anstrengungen, um die Inanspruchnahme der Kurzvarianten des Kinderbetreuungsgeldes weiter zu erhöhen und damit auch die Familien ökonomisch besser abzusichern.

  • Drucken Weiterleiten | Mehr

Anfrage zum Artikel

*
*
*
*
*
*
*
*
*

Anfrage zum Artikel



Danke - Ihre Anfrage wurde weitergeleitet.