Zukunft der Lehrwerkstätte Kaprun: Projekt Mitterberghütten gesichert!
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Am 14. 11. 2008 gaben die Sozialpartner und Soziallandesrätin Erika Scharer bekannt, dass die Lehrwerkstätte Mitterberghütten als Nachfolgeprojekt der Lehrwerkstätte Kaprun gesichert ist. Die Sozialpartner haben in den Räumen des Techno_Z einen neuen Standort gefunden. Damit ist ein nahtloser Übergang der Lehrlingsausbildung in Pinzgau und Pongau ab Herbst 2009 garantiert. Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer tragen die Einrichtung gemeinsam.
Lösung im Sinne der Ausbildung junger Menschen
AK-Präsident, Siegfried Pichler, zeigte sich zufrieden mit der Lösung: "Das ist im Sinne der Ausbildung der jungen Menschen, der Bedürfnisse des Arbeitsmarkts und der gesamten Wirtschaft in der Region." Das Berufsförderungsinstitut bfi der Arbeiterkammer hat seit Herbst 2002 die Lehrwerkstätte in Kaprun geführt. Mit August 2009 beendet diese Ausbildungswerkstatt den Betrieb.
Von 2002 bis 2008 wurden vom bfi in Kaprun 140 Lehrlinge ausgebildet, davon 70 Mechatroniker, 27 Metallbautechniker, 16 Zerspanungstechniker, zwölf Elektrobetriebstechniker, zehn Maschinenbautechniker und vier Kunststofftechniker. Außerdem bekamen mehr als 300 Arbeitnehmer in Kaprun ihre Zusatzausbildung in CNC (computerisierte numerische Steuerung), Hydraulik und Pneumatik, CAD (Computer unterstütztes Design) sowie Schweißen. Es gab zahlreiche Firmenkurse sowie mehrere Umschulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice. Außerdem wurden 20 Facharbeiter aus der Elektro- und Metalltechnik der Firmen Liebherr und Bosch zusätzlich zu Mechatronikern ausgebildet.
Vor allem Betriebe, die aufgrund ihrer Spezialisierung und Größe keine Lehrlinge ausbilden, in jedem Fall aber nur unvollständig ausbilden können, würden ohne Nachfolgelösung bei der Lehrwerkstätte mit großer Wahrscheinlichkeit wieder aus der Ausbildungsschiene aussteigen. Dies gilt insbesondere für die Ausbildung zum Mechatroniker. Rund 40 Jugendliche oder 15 Ausbildungsplätze pro Jahr würde das betreffen. "Ohne Lösung hätte außerdem die Ausbildungsgarantie des Bundes in den Bezirken nur sehr eingeschränkt, wenn überhaupt, umgesetzt werden können", ist Pichler überzeugt.
Mehr Lehrlinge werden noch besser ausgebildet
In der vom bfi bisher geführten Ausbildungswerkstatt Kaprun war Platz für etwa 70 Lehrlinge pro Jahr. In Mitterberghütten sollen rund 100 junge Menschen ihren überbetrieblichen Ausbildungsplatz finden. Eine Evaluierung des Bedarfs in der Region ergab, dass rund 40 Betriebe – angefangen etwa von der SAG Lend bis hin zum Eisenwerk Sulzau – definitives Interesse haben. Im laufenden Ausbildungsjahr haben zwölf Betriebe Lehrlinge in die Lehrwerkstätte Kaprun entsendet.
Die trialen, modularen Ausbildungsformen bestehend aus Praxis und Ausbildung im Betrieb, Berufsschule sowie ergänzende Ausbildung in Lehrwerkstätten, seien im Vormarsch, so Pichler. Die Ausbildung vor allem in der Technik werde immer spezieller, viele Betriebe können das notwendige Spektrum der Ausbildung nicht mehr alleine abdecken und würden sonst auf Lehrlinge gänzlich verzichten. Lehrwerkstätten der neuen Art schaffen hier Abhilfe und seien die ideale Ergänzung. Dies sei in Zeiten, wo über Fachkräftebedarf und Qualifizierung diskutiert werde, das richtige Signal.
Das Land hilft maßgeblich bei der Finanzierung, die Sozialpartner leisten als Träger der Lehrwerkstätte Mitterberghütten ebenfalls einen Beitrag und sorgen vor allem für eine professionelle Abwicklung. Der Lehrlingsförderverein ist bereits für die Abwicklung der neuen kostenlosen Lehre mit Matura verantwortlich. Damit setzen die Sozialpartner nach der Fachhochschule und der Berufsmatura erneut ein starkes gemeinsames Zeichen in der Bildung. Diese Zusammenarbeit in der dualen Ausbildung mit trialen Elementen sei in Österreich einmalig, so Pichler.
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