Starkes Wachstum bei Beschäftigung der Frauen und in der Produktion
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Salzburg erholt sich von den Erschütterungen der Wirtschaft und des Finanzmarkts. Auch im Lungau gibt es wieder mehr Beschäftigung. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit noch um zwei Prozent höher als vor der Krise. Der Bezirk liegt bei deren Bewältigung landesweit im Mittelfeld. Bei den Zuwächsen der Frauenbeschäftigung und im Produktionssektor überflügelt er die anderen Regionen sogar. Neu ist auch die AK-Bildungsberatung im Bezirk. „Es gibt wieder Grund für mehr Zuversicht. Die AK unterstützt die Menschen beim Aufschwung. Im Job wie auch in Punkto Bildung“, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler.
- Beschäftigung: Tamsweg und St. Michael mit stärksten Zuwächsen
- 2011: Arbeitslosigkeit pendelt sich fast auf Wert vor der Krise ein
- Industrie wächst stark - im Winter jeder fünfte Job im Tourismus
- Lungau langfristig: Zuwachs bei Frauenbeschäftigung ist Spitze
- Nirgends sonst wuchs der produzierende Sektor mehr
2010 betrug das Wachstum laut Wirtschaftsforschungsinstitut in Salzburg wieder zwei Prozent. 2009 war die Wirtschaft noch um 3,9 Prozent geschrumpft. Das Tal der Tränen ist weitgehend durchschritten. Mit insgesamt 234.904 Personen gab es 2010 sogar erstmals wieder geringfügig mehr Beschäftigte als 2008, also vor dem Einschnitt. Die Zahl der Arbeitslosen liegt aber nach wie vor deutlich höher.
11.480 Salzburger waren 2010 ohne Arbeit: 1.721 Personen oder 17,6 Prozent mehr als im Jahr 2008. Dazu kommen noch Schulungsmaßnahmen, die mit plus 56,7 Prozent oder 1.100 zusätzlichen Teilnehmern ebenfalls deutlich häufiger in Anspruch genommen wurden. Die Arbeitslosigkeit lag damit 2010 immer noch um rund ein Viertel höher als vor der Krise. „Es freut mich, dass die wirtschaftliche Erholung voranschreitet. Aber da einige Auswirkungen der Krise nach wie vor bestehen, gehört das Wachstum weiter gefördert und unterstützt. Gerade jetzt sind sinnvolle und nachhaltige Investitionen der Treibstoff für zukünftige Entwicklungen in allen Bezirken“, so AK-Präsident Siegfried Pichler.
Beschäftigung: Tamsweg und St. Michael mit stärksten Zuwächsen
Wie in den anderen Bezirken auch sinkt die Zahl der Arbeitslosen: Im Oktober diesen Jahres waren gegenüber dem Oktober 2009 um 19,7 Prozent weniger arbeitslos, das sind 538 Personen. Auch im Vergleich zum Jahr vor der Krise – 2007 – zeigt sich ein Rückgang um 2,7 Prozent. Derzeit beträgt die Arbeitslosenquote im Lungau 4,9 Prozent, im Jahr davor waren es 6,4 Prozent. Derzeit sind inklusive Schulungsteilnehmer 640 Personen arbeitslos.
zum Seitenanfang2011: Arbeitslosigkeit pendelt sich fast auf Wert vor der Krise ein
Auch in Punkto Arbeitslosigkeit stehen die Zeichen auf Erholung. Der Lungau erreicht 2011 ungefähr das Niveau vor der Krise. Selbst unter Berücksichtigung der Schulungsteilnehmer ergibt sich keine große Abweichung. Mit Februar des heurigen Jahres ging die Arbeitslosigkeit im Vergleich zu 2010 um 7,5 Prozent zurück. Damit sind 656 Personen – 53 weniger als im Vorjahr – arbeitslos gemeldet. Zählt man die Schulungen dazu, kommt man auf 733. Auch das wären sieben Prozent beziehungsweise 55 Personen weniger, die nach Arbeit suchen. Die Arbeitslosigkeit ist heute nur mehr 2 Prozent höher als vor der Krise (13 Personen mehr als im Februar 2008). In diesem Zeitraum stieg die Zahl der männlichen Arbeitslosen um 10, 3 Prozent. Jene der Frauen sank um 27,3 Prozent.
zum SeitenanfangIndustrie wächst stark - im Winter jeder fünfte Job im Tourismus
Die Hauptstützen des Arbeitsmarkts im Bezirk sind nach vor Bauwirtschaft, Industrie, Gewerbe, Handel und Fremdenverkehr. Im Winter hat der Fremdenverkehr naturgemäß eine besonders starke Bedeutung – dann befindet sich jeder fünfte Lungauer Arbeitsplatz in diesem Bereich. Im Fremdenverkehr wurden zwischen Juli 2009 und Juli 2010 sieben zusätzliche Stellen geschaffen (+1,1 Prozent). Industrie und Gewerbe wuchsen mit 174 zusätzlichen Stellen deutlich (plus 16,4 Prozent). Etwa ein Drittel davon, rund 55 Arbeitsplätze, entfällt auf das neue Maco-Werk in Mauterndorf. Auch der Handel und die Bauwirtschaft legten mit 53 und 46 neuen Stellen (plus 6,5 und 5,3 Prozent) kräftig zu. Im Gesundheitsbereich und Erziehungswesen entstanden 30 (plus 4,6 Prozent), respektive 14 (plus 2,7 Prozent) Arbeitsplätze. Über 90 Prozent der Betriebe im Bezirk weisen weniger als 20 Mitarbeiter auf. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen beschäftigen sogar weniger als fünf Arbeitnehmer. Rund jeder Dritte Arbeitnehmer im Bezirk (30 Prozent) arbeitet jenseits der Bezirksgrenze.
zum SeitenanfangLungau langfristig: Zuwachs bei Frauenbeschäftigung ist Spitze
Im langfristigen Vergleich liegt der Lungau knapp über dem Landesschnitt. Zwischen 2005 und 2010 entstanden 437 (plus 7,2 Prozent) neue Arbeitsplätze (Land: 7,1 Prozent). Mit dieser Entwicklung liegt der Lungau deutlich hinter dem Pinzgau (plus 10 Prozent) und dem Pongau (plus 9,4 Prozent), aber in etwa gleich auf mit der Stadt Salzburg (plus 7,7 Prozent) und deutlich vor dem Flachgau (5,1 Prozent) und Schlusslicht Tennengau (0,7 Prozent).
Besonders die Frauenbeschäftigung entwickelte sich seit 2005 positiv: Heute sind im Lungau 374 Frauen mehr beschäftigt (plus 13,2 Prozent). Damit ist der Lungau der Bezirk, in dem gemessen am bisherigen Beschäftigungsniveau die meisten Frauenarbeitsplätze entstanden sind. Der Bezirk katapultiert sich damit mit einem Frauenanteil von 49,1 Prozent aller Beschäftigten auf Platz zwei im Land (Platz 1: Die Stadt Salzburg mit 49,5 Prozent). Zum Vergleich: Bei den Männerarbeitsplätzen beträgt der Zuwachs im Lungau nur 63 Stellen (1,9 Prozent). „Zum einen liegt das an der positiven Entwicklung jener Branchen, in denen viele Frauen beschäftigt sind. Sogar in der Industrie sind mehr Frauen- als Männerjobs entstanden (154 Frauen, 136 Männer). Leider spielen aber auch Rückgänge in männerdominierten Sektoren wie Bau und Energie hinein“, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler.
Nirgends sonst wuchs der produzierende Sektor mehr
Der größte Teil des Gesamt-Zuwachses konzentriert sich auf den produzierenden Sektor (290 Stellen, plus 30, 6 Prozent). Damit ist Salzburgs südlichster Bezirk die Region, in der die Bedeutung dieses Wirtschaftsbereichs am meisten zugenommen hat. Ebenfalls sehr dynamisch entwickelten sich seit 2005 der Gesundheitsbereich (plus 88 Stellen oder 15 Prozent) und das Unterrichts- und Erziehungswesen (plus 39 Stellen oder 7,8 Prozent). Langfristige Verluste gab es im Baubereich (minus 67 Stellen) sowie bei Verkehrswesen und Energieversorgung (minus 27 beziehungsweise 15 Stellen). Siegfried Pichler: „Mich freut, dass so viele Bereiche ein deutliches Wachstumsplus verzeichnen können. Das ist ein kräftiges Lebenszeichen aus dem Lungau. Besonders hervorzuheben sind die großen Zugewinne im produzierenden Sektor, die sich auch positiv auf die Löhne im Lungau auswirken.“
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