Öffentlicher Verkehr: Kein Weg führt in den Pongau
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Zwischen Bischofshofen und Radstadt sowie Schwarzach und Bad Gastein fährt statt der Bahn nur mehr der Bus. Fahrpläne werden ausgedünnt, Verbindungen zusammengelegt. An stelle von ÖBB-Personal wartet an den Bahnhöfen oft ein wortkarger Automat. Der ländliche Raum wird ausgehungert.
Unrentable Bahnverbindungen werden in immer größerer Zahl eingestellt oder durch Busverbindungen ersetzt. Fahrkartenschalter, zum Beispiel in Seekirchen und Golling, werden geschlossen. Die ÖBB vergrößern die Fahrtintervalle und erhöhen die Preise. Aber auch die kompetenten Stellen des Landes tragen Schuld.
zum SeitenanfangTeurere Preise, weniger Service
Wer die Leistungen der ÖBB heute näher betrachtet fühlt sich an die Entwicklungen in Deutschland und England erinnert. Privatisierung und Sparzwang führten dort zur Kundenkatastrophe. Mit Kostensenkungen, Qualitätsverschlechterungen, höheren Preisen bei weniger Leistungen und der Ausdünnung der Fahrpläne droht Österreich das gleiche Schicksal. Statt „mehr Schiene“ heißt es heute „mehr Bus“. Immer mehr Züge fahren ohne Schaffner.
Der hauptsächliche „Ansprechpartner“ der Konsumenten ist oftmals notgedrungen der Fahrkartenautomat. Denn die Öffnungszeiten von Schaltern, wenn sie nicht überhaupt geschlossen wurden, sind alles andere als kundenfreundlich. Der Preis einer Verbundzeitkarte ist in Salzburg um bis zu 30 Prozent gestiegen – und das obwohl der Schienenverkehr auf Grund der hohen Treibstoffpreise stärker genutzt wird.
Öffentliche Gelder richtig einsetzen
„Diese Entwicklung ist mir deshalb besonders unverständlich, weil die Mehreinnahmen aus der Mineralölsteuer (MöSt) schon längst in Umweltschutz und Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs gesteckt hätten werden müssen“, wundert sich AK-Vizepräsident Androschin. Entsprechende Forderungen wurden von den letzten beiden Kammervollversammlungen beschlossen.
Zum Beispiel die Übertragung des Erfolgsmodells der Salzburger S-Bahn auf die Bezirke. Neben dem Pongau ist auch im Pinzgau ein Ausbau nötig, insbesondere von Leogang nach Saalfelden über Zell am See, Bruck und Taxenbach bis Schwarzach. Das Ziel ist ein landesweiter Taktverkehr.
Androschin begrüßt die Initiative von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller für bessere Anreize zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und weitere Entlastungsmaßnahmen: „Hier kann etwas für die Pendler bewegt werden.“ Das für Verkehr zuständige Mitglied der Landesregierung solle die Initiative als Arbeitsauftrag ernst nehmen und diesem Bereich endlich die gleiche Aufmerksamkeit entgegenbringen wie dem Tourismus.
In Vorarlberg – dort hat das Thema im Verkehrsressort offenbar eine höhere Priorität – sind die Verbundzeitkarten um 20% günstiger als in Salzburg. Aber auch die Gemeinden müssen ihren Beitrag leisten. Sie haben einen Teil der MöSt-Einnahmen zugewiesen bekommen.
Vom Bund fordert AK-Vizepräsident Androschin einen zweckgebundenen Einsatz der MöSt und die Erhöhung von Pendlerpauschale und Verkehrsabsetzbetrag. Das könnte zum Teil über die, wegen der hohen Treibstoffpreise florierenden, Mehreinnahmen bei der Umsatzsteuer erfolgen.
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