Arbeitsmarktentwicklung im Pinzgau
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Beim Zuwachs der Beschäftigung ist der Pinzgau Top: 10 Prozent in fünf Jahren erreicht keine andere Region im Bundesland. Die Krise hat der Bezirk weitgehend durchtaucht. „Aber niedrige Einkommen, saisonale Arbeitslosigkeit und horrende Grundstückspreise bleiben Probleme, die gelöst werden müssen“, so AK Präsident Siegfried Pichler. Der neue Bezirksstellenleiter Rainer Kau, nimmt diese gemeinsame Herausforderung an – und bringt beste Voraussetzungen mit.
- Leichter Wirtschaftswachstum
- Arbeitslosigkeit stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht
- Kurzfristig: Beschäftigung wuchs in fast allen Gemeinden
- Zugpferde sind Tourismus, Produktion und wirtschaftliche Dienste
- Pinzgau langfristig: Landesmeister bei Beschäftigungszuwachs
- Seit 2005 wuchsen vor allem Tourismus und Baubranche
Leichter Wirtschaftswachstum
Seit 2010 wächst die Salzburger Wirtschaft wieder – laut Wirtschaftsforschungsinstitut um zwei Prozent. Ein Jahr zuvor war sie noch um fast vier Prozent geschrumpft. Die Zahl der Arbeitslosen liegt aber im Vergleich zu der Zeit vor der Krise nach wie um rund ein Viertel höher. 11.480 Salzburger waren 2010 ohne Arbeit: 1.721 Personen oder 17,6 Prozent mehr als im Jahr 2008. Dazu kommen noch Schulungsmaßnahmen, die mit plus 56,7 Prozent oder 1.100 zusätzlichen Teilnehmern ebenfalls deutlich häufiger in Anspruch genommen wurden.
zum SeitenanfangArbeitslosigkeit stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht
Auch im Pinzgau sind noch deutlich mehr Personen arbeitslos als vor der Krise. Die Arbeitslosigkeit lag im März 2011 mit 2.039 Personen um 66,2 Prozent oder 812 Personen über dem Niveau des Jahres 2008. 307 Personen nahmen zu diesem Zeitpunkt AMS-Schulungen in Anspruch. Im Vergleich zu 2009 sank die Arbeitslosigkeit um 18,2 Prozent oder 453 Personen. Aber: Zwischen 2010 und 2011 stieg sie wieder an. Im Vergleichsmonat März waren heuer 70 Personen mehr ohne Arbeit (3,6 Prozent). Während die Arbeitslosigkeit bei den Männern mit minus 89 Personen (6,7 Prozent) deutlich sank, sind 159 Frauen mehr ohne Arbeit (plus 25,2 Prozent).
zum SeitenanfangKurzfristig: Beschäftigung wuchs in fast allen Gemeinden
Dennoch macht sich der Aufschwung auch im Pinzgau bemerkbar. Zwischen Juli 2009 und Juli 2010 entstanden im Bezirk 833 neue Stellen (plus 2,5 Prozent). Den größten Zuwachs konnte Saalbach-Hinterglemm mit 162 Stellen verbuchen. Aber auch Zell am See (plus 113 Stellen), Mittersill (plus 75 Stellen), Saalfelden (plus 74 Stellen) und Uttendorf (plus 70 Stellen) zogen ordentlich an. Rückgänge gab es nur in Lend (minus sechs Stellen), Fusch (minus sieben Stellen) und Taxenbach (minus 22 Stellen). Die Stützen des Pinzgauer Arbeitsmarktes liegen trotz ihrer unterschiedlichen Entwicklung nach wie vor hauptsächlich in den Bereichen Fremdenverkehr, Industrie und Gewerbe, Bauwirtschaft und Handel. Der Fremdenverkehr sticht besonders heraus: Im Winter arbeitet jeder vierte Pinzgauer in diesem Sektor – im Sommer immer noch jeder Fünfte. Dabei weisen über 90 Prozent der Betriebe im Pinzgau weniger als 20 Beschäftige auf, zwei Drittel aller Unternehmen sogar weniger als fünf. Rund 15 Prozent (5.500 Personen) pendeln über die Bezirksgrenze hinaus. Wegen der räumlichen Lage sind die Arbeitnehmer mehr als in andernorts gezwungen, im Bezirk selbst einen Arbeitsplatz zu finden
zum SeitenanfangZugpferde sind Tourismus, Produktion und wirtschaftliche Dienste
Gegenüber dem Sommer 2009 konnten im vergangenen Jahr vor allem der Tourismus mit 269 Stellen (plus 4,3 Prozent), der produzierende Sektor mit 209 Stellen (plus 4,6 Prozent) und die wirtschaftlichen Dienste mit 172 Stellen (plus 8,6 Prozent) deutlich zulegen. Aber auch der Bau wuchs um 1,3 Prozent beziehungsweise 65 Stellen. Leichte Zuwächse gab es im Gesundheitswesen (35 Stellen, 1,3 Prozent), bei Erziehung und Unterricht (20 Stellen, ein Prozent) und in der öffentlichen Verwaltung (18 Stellen, 1,9 Prozent).
Marginal rückläufig entwickelten sich Verkehrs-, sowie Energieversorgungsbereich und der Handel. AK-Präsident Siegfried Pichler: „Dass sich fast alle Bereiche positiv entwickelt haben, ist ein kräftiges Lebenszeichen des Bezirks. Mich freut besonders, dass der besser als andere Bereiche entlohnte produzierende Sektor und das Baugewerbe wuchsen. Aber es schmerzt, dass immer noch deutlich mehr Menschen ohne Arbeit sind, als vor der Krise.“ Man werde als AK außerdem ein Auge auf die wirtschaftlichen Dienstleistungen haben, damit Löhne und Arbeitsbedingungen passen. Denn hier seien auch die Arbeitskräfteüberlasser enthalten, so der AK-Präsident weiter.
Pinzgau langfristig: Landesmeister bei Beschäftigungszuwachs
Seit 2005 entstanden im Pinzgau 3.107 neue Arbeitsplätze. Mit diesem Zuwachs von 10 Prozent liegt der Bezirk deutlich über der landesdurchschnittlichen Entwicklung von 7,1 Prozent. Der Bezirk ist damit noch vor dem Pongau Wachstumsmeister im Bundesland.
Dabei entwickelte sich die Frauenbeschäftigung weit dynamischer als jene der Männer. 2010 waren 1.816 Frauen mehr beschäftigt (plus 13,1 Prozent). Bei den Männern sind es 1.291 (plus 7,5 Prozent). Bedeutende Zuwächse gab es in Zell am See (509 Stellen), Mittersill (371 Stellen), Kaprun (294 Stellen), Saalbach-Hinterglemm (284 Stellen), Saalfelden (261 Stellen) und Leogang (256 Stellen). Aber auch Gemeinden wie Maishofen, Unken, Bramberg und Neunkirchen konnten jeweils mit mehr als 100 neuen Stellen deutlich zulegen. Arbeitsplatzverluste gab es nur in Weißbach (8 Stellen weniger) und Lend (41 Stellen weniger).
Seit 2005 wuchsen vor allem Tourismus und Baubranche
Mit Blick auf die einzelnen Branchen konzentriert sich der Zuwachs vor allem auf den Tourismus (plus 16,9 Prozent, 953 Arbeitsplätze) und die Bauwirtschaft (plus 17,5 Prozent, 729 Arbeitsplätze). Ebenfalls sehr dynamisch wuchsen Handel (373 Stellen, 8,9 Prozent), Gesundheitsbereich (307 Stellen, 13 Prozent) und Unterrichtsbereich (113 Stellen, 6 Prozent). Verluste gab es im Verkehrsbereich, während sich die Industriearbeitsplätze nach dem Einbruch während der Krise 2010 wieder auf das Niveau vor fünf Jahren eingependelt haben.
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