Hütten-Gaudi kein Preisvergnügen - Kosten stiegen stärker als Inflation
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2002 waren die AK-Konsumentenschützer das letzte Mal in den Salzburger Schigebieten unterwegs, um die Preise zu vergleichen. Seitdem hat sich viel geändert – leider nur wenig zum Guten. Die aktuelle Schihüttenerhebung der Arbeiterkammer Salzburg zeigt: Selbst wenn man die Teuerung berücksichtigt haben viele Wirte noch einmal zusätzlich aufgeschlagen. Das sorgt für teils enorme Preisunterschiede. Ein Schiwasser kostet schon einmal bis zu 270 Prozent mehr.
- Preise stiegen stärker als die Teuerung
- Größte Preisunterschiede bei Kindermenüs
- Absperrvorrichtung für Skiausrüstung ist noch kein Thema
- Daten zur Erhebung
Preise stiegen stärker als die Teuerung
Im Schnitt stiegen die Getränkepreise um 20 Prozent. Für eine Halbe Bier müssen die Konsumenten 20,58 Prozent mehr berappen als noch 2002. Für ein Seidel sogar fast 24 Prozent. Beliebte Speisen wie eine Tages- oder Gulaschsuppe wurden um durchschnittlich 19,26 beziehungsweise 20,81 Prozent teurer. Aber vor allem bei Kinderspeisen wird zugelangt: Pommes mit Ketchup und Frankfurter haben mit etwa 27 und 22 Prozent mit die höchste Steigerung.
„Und das obwohl der Verbraucherpreisindex (VPI) – er erfasst die Teuerung der Produkte des allgemeinen Bedarfs – seit 2002 um nur 14 Prozent stieg. Viele Hüttenbetreiber haben also selbst noch einmal 6 bis 13 Prozent aufgeschlagen“, kritisiert Heimo Typplt.
Luxus-Schiwasser kostet bis zu 270 % mehr
Aber auch zwischen den verschiedenen Hüttenbetrieben variieren die Preise mitunter erheblich: Die Differenz zwischen dem billigsten (1 Euro für 0,5 Liter) und dem teuersten Schiwasser (3,70 Euro) betrug Anfang 2009 270 Prozent. „51 Schillinge für mit Leitungswasser verdünnten Dicksaft zu verlangen ist schon ein starkes Stück“, wundert sich Heimo Typplt. „Selbst für dieselbe Menge Multivitaminsaft mit Wasser wäre das noch überzogen“. Bei Mineralwasser (150 Prozent), Apfelsaft gespritzt (99 Prozent), Tee mit Zitrone (86,67 Prozent) und Bier (Seidel: 65 Prozent, Halbe: 51,7 Prozent) ergaben sich ebenfalls erhebliche Unterschiede.
Eine Halbe kostet zum Beispiel zwischen 2,90 und 4,40 Euro. Ein Mineral zwischen 1,32 und 3,30 Euro. Immerhin haben von den 171 erhobenen Hütten nur 7 für Leitungswasser kassiert – und zwar 0,25 bis 0,50 Euro.
Größte Preisunterschiede bei Kindermenüs
Bei den Speisen ist die Situation ähnlich: Pommes mit Ketchup kosten zwischen 2,20 und 5 Euro (Differenz: 127,27 Prozent). Auch Tagesssuppe und Apfelstrudel rangieren zwischen 2 Euro und 4,20 Euro (Differenz: jeweils 110 Prozent). Bei Wiener Schnitzel, Schinken-Käse-Toast und Frankfurtern mit Gebäck beträgt der Unterschied zwischen einzelnen Hütten 85 bis 92 Prozent. Das trifft insbesondere auf Kinderangebote zu. So kosten zum Beispiel für Kinder gedachte Gerichte wie Grillwürstel mit Pommes und Spaghetti Bolognese zwischen 2,80 (Spaghetti 3 Euro) und 6,50 Euro. Das entspricht Differenzen von 132, respektive 116 Prozent.
Kleinere Portionen für den Nachwuchs: Fragen lohnt sich!
Im AK-Vergleich hatte nicht einmal die Hälfte der Hütten spezielle Kinderangebote. Fragten die Konsumentenschützer aber gezielt nach, dann war es oft unproblematisch, solche zu erhalten. Und sie wurden entsprechend günstiger verrechnet. „Manchmal sind Kinderangebote nicht auf der Karte, weil die Betreiber Angst haben, dass auch die Erwachsenen die kleinen und günstigen Portionen bestellen könnten.
So entginge ihnen ein Teil ihres Geschäfts“, weiß Heimo Typplt. Deshalb der AK Tipp: Wenn keine speziellen Kinderangebote in der Karte stehen lohnt sich nachfragen trotzdem! Erfreulich ist, dass als explizit für Familien beworbene Schigebiete wie zum Beispiel der Monte Popolo in Eben und Gaissau Hintersee in der Regel auch beim Hüttenangebot familienfreundliche Preise haben.
Absperrvorrichtung für Skiausrüstung ist noch kein Thema
Ein weiteres Ergebnis der AK-Erhebung: Nur 8 der 171 Schihütten hatten Vorrichtungen zum Absperren der Schiausrüstung. Vor einem Beisl schließt jeder sein Rad ab, weil es sonst meistens weg ist. In den Schigebieten hat sich das trotz immer mehr Diebstählen noch nicht durchgesetzt. „Ich bin gespannt, ob es hier bis zur nächsten Erhebnung der AK Verbesserungen gibt“, sagt Heimo Typplt.
zum SeitenanfangDaten zur Erhebung
Vom 9. Jänner bis zum 15. Jänner erhob die AK Salzburg die Preise von 24 Produkten in 171 Schihütten in 22 Schigebieten im Pinzgau, Pongau und im Tennengau. Geprüft wurden vor allem die Preise von klassischen Schihütten-Produkten, die die Arbeiterkammer bereits 2002 erhoben hatte. „So ist garantiert, dass wir eine gute Vergleichsbasis haben. Außerdem finden sich in der Erhebung nur solche Hütten, die mit mindestens einer Liftfahrt zu erreichen sind “, sagt AK-Konsumentenschützer Heimo Typplt. Neben 11 Getränken und 13 Speisen wurden auch 6 Produkte speziell für Kinder verglichen. Schließlich sind familienfreundliche Preise vielen Eltern ein Anliegen.
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