Aktueller Bericht zur regionalen Beschäftigungsstatistik
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Die mittelfristige Betrachtung der Entwicklungen auf dem Salzburger Arbeitsmarkt zeigt deutlich, dass die meisten Arbeitsplätze dort verloren gingen, wo große Unternehmen geschlossen wurden. Besonders betroffen waren der Tennengau (M-Real, Johnson&Johnson) und der Flachgau (hier vor allem TRW, Kässbohrer, SLG). "Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt verläuft jedoch seit Februar erfreulich, der Trend nach unten wurde gestoppt, es geht wieder aufwärts. Anfang Juni vermeldete sogar der schwer getroffene Tennengau wieder Zuwächse im Bereich der Beschäftigungen", sagte Salzburgs Arbeitsmarktreferentin Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Freitag, 18. Juni, zur der Präsentation des Berichts zur regionalen Beschäftigtenstatistik. Der Bericht wurde in Zusammenarbeit vom Landesstatistischen Dienst und der Arbeiterkammer Salzburg erstellt.
Das Land habe gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) große Anstrengungen unternommen, um in den industriellen Krisengebieten schnell und wirksam zu helfen, ergänzte Landeshauptfrau Burgstaller, die in diesem Zusammenhang auf 90 zusätzliche Stiftungsplätze bei M-real, 50 Plätze bei Johnson & Johnson sowie 106 bei Kässbohrer, SLG und TRW verwies. Allein 40 Diplompflegeausbildungsplätze erreichte Landeshauptfrau Burgstaller für den Tennengau zusätzlich bei Bundesminister Hundstorfer, und das erfolgreich gestartete Projekt "Checkpoint Zukunft" vermittelt jungen Menschen Ausbildungen und Arbeitsplätze im Großraum Hallein. "Dort helfen, wo es notwendig ist, die Gelder gezielt und schnell einsetzen und um jeden Arbeitsplatz kämpfen – das ist die aktive Arbeitsmarktpolitik des Landes", sagte Landeshauptfrau Burgstaller.
AK-Präsident Siegfried Pichler würdigte die Anstrengungen des Landes im Kampf um die Arbeitsplätze: "Die vorliegenden Beschäftigungszahlen zeigen, wie wichtig es ist, dass das Land unter der Ressortverantwortung von Gabi Burgstaller mehr Geld für die aktive Arbeitsmarktpolitik in die Hand nimmt", so Pichler. "Wir dürfen aber nicht locker lassen, für Jubel ist es noch zu früh. Auch wenn jüngst ein Rückgang der Arbeitslosigkeit gemeldet wurde, kommt im Vergleich zu dem Zeitraum vor der Krise immer noch ein sattes Minus heraus." Pichler forderte weitere Konjunkturpakete, vor allem ein Investitionsprogramm des Bundes für die Gemeinden, denn: "Das Konjunkturpflänzchen ist alleine noch zu schwach, um positive Auswirkungen auf die Beschäftigung zu erzielen."
Nach den Ergebnissen der regionalen Beschäftigtenstatistik waren Ende Jänner 2010 im Land Salzburg 230.718 Personen unselbstständig beschäftigt; das sind um 0,5 Prozent oder 1.226 Personen weniger als ein Jahr zuvor. Gegenüber Jänner 2005, d.h. im Fünf-Jahresvergleich, resultiert aufgrund eines starken Beschäftigungswachstums vor der Krise eine Zunahme um 15.390 Arbeitsplätze, was einem Beschäftigungsplus von 7,1 Prozent entspricht.
Die regionale Beschäftigtenstatistik ist ein Kooperationsprodukt von Arbeiterkammer und Land Salzburg und hat zum Ziel, das regionale Arbeitsplatzangebot und dessen Veränderung aufzuzeigen. Das Besondere an der regionalen Beschäftigtenstatistik sind daher nicht die Bundeslandergebnisse (die gibt es auch aus anderen Quellen, und das bereits wenige Tage nach dem "Monatsletzten"), sondern die Regionalergebnisse, und zwar auf Bezirksebene sowie auf Ebene der Arbeitsmarktregionen und Gemeinden – und die dauern notgedrungen etwas länger, denn dafür sind ergänzende Erhebungen und umfangreiche Bearbeitungen der Datengrundlagen erforderlich.
Ergebnisse nach Bezirken
Von Jänner 2009 auf Jänner 2010 konnten im Lungau mit + 1,6 Prozent und im Pongau mit + 1,2 Prozent trotz des Konjunktur- und Arbeitsmarkteinbruchs Beschäftigungszuwächse verbucht werden. In der Stadt Salzburg ( 0,3 Prozent) und im Pinzgau ( 0,2 Prozent) konnte der Beschäftigtenstand des Vorjahres zumindest nahezu gehalten werden, womit in vier Bezirken die Beschäftigungsentwicklung – auch durch den saisonalen Tourismuseffekt – günstiger verlief als auf Landesebene, wo es zu dem eingangs erwähnten Rückgang um 0,5 Prozent gekommen ist. Im Flachgau und vor allem im "Industriebezirk" Tennengau mussten jedoch im Jahresvergleich deutliche Beschäftigungsrückgänge hingenommen werden, die sich im Flachgau auf 0,9 Prozent belaufen und im Tennengau ein Ausmaß von 5,2 Prozent erreicht haben. In Salzburgs "Industriebezirk" ist somit innerhalb von zwölf Monaten jeder 20. Arbeitsplatz verschwunden.
Ergebnisse nach Arbeitsmarktregionen
Von den insgesamt 13 Arbeitsmarktregionen waren Ende Jänner 2010 in sieben, d.h. in etwa der Hälfte der Regionen, mehr Personen unselbstständig beschäftigt als ein Jahr zuvor, wobei die Regionen Saalfelden und der Enns-Pongau mit einem Plus von 1,7 bzw. 1,9 Prozent die günstigste Entwicklung erfahren haben. In den verbleibenden sechs Arbeitsmarktregionen (von insgesamt 13), die sich mit Ausnahme der Region Kaprun-Bruck nördlich des Pass Lueg befinden, wurden im Vorjahresvergleich hingegen Arbeitsplätze abgebaut. Am größten waren die Einbußen in den Regionen Abtenau und Hallein mit 4,6 bzw. 5,3 Prozent.
Ergebnisse nach Gemeinden
Die Liste der Gemeinden mit den absolut größten Arbeitsplatzzuwächsen von Jänner 2009 auf Jänner 2010 (erfreulicherweise gab es in 54 Gemeinden ein Plus und in zwei Gemeinden konnte der Beschäftigtenstand zumindest gehalten werden) wird von den Gemeinden Wals-Siezenheim mit 412, Altenmarkt mit 175 und St. Johann im Pongau mit 111 zusätzlichen Arbeitsplätzen angeführt. Zu den "top five" zählen weiters die Gemeinden Flachau (+ 86 Arbeitsplätze) und Bad Hofgastein (+ 70 Arbeitsplätze).
Die fünf Gemeinden, in denen von Jänner 2009 auf Jänner 2010 die meisten Arbeitsplätze verloren gingen (insgesamt musste in 63 Gemeinden ein Rückgang bei den Arbeitsplätzen hingenommen werden), liegen alle nördlich des Pass Lueg. Die (Teil)Schließungen der Produktionsstätten zweier internationaler Unternehmen trugen maßgeblich zum Verlust von 742 Arbeitsplätzen in der Bezirkshauptstadt des Tennengaues, in Hallein, bei, wo das schlechteste Ergebnis aller Gemeinden hingenommen werden musste. Zwischen 130 und 300 Arbeitsplätze gingen weiters in den drei Flachgauer Gemeinden Eugendorf ( 131 Arbeitsplätze), Straßwalchen ( 161 Arbeitsplätze) und Bergheim ( 230 Arbeitsplätze) sowie in der Stadt Salzburg (- 300 Arbeitsplätze) verloren.
Mittelfristiger Vergleich / Fünf-Jahresvergleich 2005 bis 2010
Mittelfristig, d.h. von Jänner 2005 auf Jänner 2010 und somit im Fünf-Jahresvergleich, hat in allen sechs Bezirken die Beschäftigung zugenommen, wobei das Plus im Pongau mit 10,5 Prozent und im Pinzgau mit zehn Prozent deutlicher höher war als auf Landesebene mit 7,1 Prozent; auch im Flachgau lag das Ergebnis mit 7,7 Prozent über dem Landeswert. Anders die verbleibenden drei Bezirke: Während die Stadt Salzburg und der Lungau im Fünf-Jahresvergleich immerhin noch Beschäftigungszuwächse von 5,8 bzw. 4,5 Prozent verbuchen konnten, war die Zahl der unselbständig Beschäftigten im Tennengau Ende Jänner 2010 nur um 1,5 Prozent höher als Ende Jänner 2005. Die Entwicklung im Jahr 2009 hat im Tennengau den Zuwachs der vier Jahre davor fast zur Gänze zunichte gemacht.
Von Jänner 2005 auf Jänner 2010 gingen lediglich in der Region Abtenau Arbeitsplätze verloren, und das nur in verhältnismäßig geringem Ausmaß; in allen anderen Arbeitsmarktregionen wurden Ende Jänner 2010 mehr – und zwar zum Teil deutlich mehr – Arbeitsplätze angeboten als Ende Jänner 2005. Die stärksten Zuwächse, deutlich über dem Landeswert von 7,1 Prozent liegend, gab es im Salzach-Pongau mit 11,6 Prozent, im Oberpinzgau mit zwölf Prozent und vor allem in der Region Strobl mit 18,5 Prozent. Am ungünstigsten entwickelte sich der Arbeitsmarkt im mittelfristigen Vergleich wiederum in den Regionen Abtenau und Hallein. Während in der Region Abtenau in den letzten fünf Jahren per Saldo 1,8 Prozent der Arbeitsplätze verloren gingen, kann die Region Hallein – trotz des starken Verlustes von Jänner 2009 auf Jänner 2010 – im Fünf-Jahresvergleich noch ein leichtes Plus von 2,1 Prozent vorweisen.
In der Mehrzahl der 23 Gemeinden, in denen im Fünf-Jahresvergleich per Saldo Arbeitsplätze abgebaut wurden, sind die Einbußen erfreulicherweise relativ gering ausgefallen. Beträchtliche Arbeitsplatzverluste mussten nur die Stadt Hallein ( 645 Arbeitsplätze) und Bergheim ( 352 Arbeitsplätze) hinnehmen – in beiden Gemeinden wurden Produktionsstätten namhafter Firmen entweder zur Gänze oder zum Teil geschlossen. Mehr als 100 Arbeitsplätze gingen weiters in Annaberg-Lungötz ( 107 Arbeitsplätze) und Straßwalchen ( 186 Arbeitsplätze) verloren; in Tweng waren es immerhin noch 70 Arbeitsplätze, was vor allem auch in Relation zu der ohnedies geringen Zahl an Arbeitsplätzen insgesamt in Tweng gesehen werden muss.
Von 2005 auf 2010 ist in absoluten Zahlen betrachtet die Stadt Salzburg die Gemeinde mit dem größten Arbeitsplatzgewinn und Hallein die Gemeinde mit dem größten Arbeitsplatzverlust. Von den 119 Salzburger Gemeinden konnte immerhin in 96 Gemeinden der Beschäftigtenstand vom Jänner 2005 zumindest gehalten werden.
Die Liste der "top-five" wird von der Stadt Salzburg mit 4.912 zusätzlichen Arbeitsplätzen überlegen angeführt, gefolgt von den Gemeinden Wals-Siezenheim (+ 1.458 Arbeitsplätze), St. Johann im Pongau (+ 1.096 Arbeitsplätze), Zell am See (+ 552 Arbeitsplätze) und Puch bei Hallein (+ 541 Arbeitsplätze).
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