Rucola: Mehr als die Hälfte hat zu hohe Nitratwerte
-
|
Mehr
Die AK-Konsumentenberater haben 19 Proben des beliebten Salat-Gemüses untersucht, fünf von der Schranne und 14 aus Supermärkten. Zehn davon haben Nitratwerte, die über dem sogenannten Aktionswert liegen, was aber nicht heißt, dass sie aus dem Verkehr gezogen werden müssten. „Eine unbefriedigende Situation“ kritisiert AK-Konsumentenschützer Stefan Göweil, „weil eine Überschreitung dieses Wertes aus einem Erlass des Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2009 eigentlich keine Folgen hat.“
Daten zur Untersuchung
Die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) hat die Untersuchung durchgeführt und bei zehn Proben eine eindeutige Überschreitung des sogenannten Aktionswertes festgestellt. „Das heißt zwar, dass diese nicht der Verbrauchererwartung entsprechen, die Überschreitungen waren jedoch nicht so hoch, dass sie nicht verkauft hätten werden dürfen“, erläutert Göweil.
Die Folgen für die Unternehmer sind überschaubar. Wird ein erhöhter Wert festgestellt, wird der Unternehmer sehr allgemein zur Mängelbehebung oder Risikominderung aufgefordert.
„Eine Situation, die niemandem hilft. Der Händler braucht bloß mit den Schultern zu zucken, und der Konsument nimmt weiterhin zu viel Nitrat auf“, so Göweil.
Ergebnisse
Der Aktionswert für Rucola (gemäß eines Erlasses des Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2009) beträgt 4000 mg/kg.
Von den 19 Proben wurde von der AGES (unter Berücksichtigung der Messunsicherheit) bei 10 Proben (53 %) eine eindeutige Überschreitung des Aktionswertes festgestellt. Diese entsprechen laut Gutachten somit nicht der Verbrauchererwartung.
Bei 4 Proben (21 %) wurde ebenfalls ein Wert über dem Aktionswert gefunden, dieser lag jedoch noch innerhalb der Toleranz der Messungenauigkeit. Lediglich 5 Proben (26 %) lagen eindeutig unter dem festgelegten Aktionswert.
Die festgestellten eindeutigen Überschreitungen lagen zwischen 17 und 45 %. Der höchste Wert lag bei 6500 mg/kg Rucola.
Der überwiegende Teil der Proben stammte aus Italien. Mit dem überhöhten Nitratgehalt der Proben nimmt eine Person von 70 kg Körpergewicht bereits mit der Hälfte eines 100g-Sackerls den gesamten Nitratwert des Tages, der nach dem ADI-Wert (acceptable daily intake) nicht überschritten werden sollte – Nitrat ist aber auch in vielen anderen Gemüsen und Salaten enthalten und wird auch über das Trinkwasser aufgenommen.
Der Aktionswert von 4000 mg/kg wurde vom Gesundheitsministerium erlassen, für Rucola gibt es derzeit noch keinen EU-Wert. Die EU plant aber, einen zulässigen Höchstgehalt einzuführen, und zwar von 5000 bis 6000 mg/kg. „Das ist viel zu hoch“, so Göweil, „es gibt keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse, die einen so hohen Wert rechtfertigen würden.
Forderung
Ebenso lehnen wir es ab, dass die EU bereits existierende Werte für Spinat und Salat anheben will!“ Es scheinen bei diesen Überlegungen wieder einmal nur die Unternehmerinteressen im Vordergrund zu stehen. Damit werden die Bemühungen die Nitratbelastungen für die Bevölkerung zu minimieren wieder untergraben.
Ebenso ist Göweil ein Dorn im Auge, dass es für etliche Produkte „Sommer“- und „Winter“-Werte gibt. „Natürlich schwankt der Nitratgehalt der Böden, aber nicht die Grenze der Verträglichkeit in den Körpern der Konsumenten.“
-
|
Mehr
Kontakt
Internetabzocke, Telefon, Energie, Lebensmittel
Tel: 0662 8687-91
Reisen, Versicherung, Banken, Kredit
Tel: 0662 8687-92
Kaufen, Dienstleistungen, Gewährleistung, Schadenersatz
Tel: 0662 8687-90
Wohnen, Miete und Eigentum
Tel: 0662 8687-120
E-Mail:
konsumentenschutz@ak-salzburg.at

