Das 19. Jahrhundert lässt grüßen: Von Dienstboten zu Working Poor
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Kochen, Waschen, Bügeln, Kinderbetreuung… Immer mehr Privathaushalte suchen Hilfskräfte, immer mehr Menschen flüchten notgedrungen in diese – schlecht und oft „schwarz“ bezahlten – Jobs. AK-Präsident Siegfried Pichler: „Wichtig ist, dass die Betroffenen wenigstens ein Mindestmaß dessen, was ihnen zusteht, einfordern können. Wir wollen keine Entwicklung zurück in das 19. Jahrhundert. Mit neuerlichen Verschlechterungen für die am Arbeitsmarkt ohnehin benachteiligten Frauen, die es ja vor allem betrifft!“
Deshalb hat die AK Salzburg eine Info-Kampagne mit mehrsprachigen Foldern gestartet. Sie ist ein weiterer Teil der vielfältigen AK-Aktionen im europäischen „Jahr der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“. AK-Präsident Pichler: „Wir bekämpfen den Niedriglohnsektor an allen Fronten. Wenn Menschen trotz Arbeit von Armut bedroht sind, schadet das nicht nur ihnen selbst. Das ist vielmehr eine gefährliche Entwicklung für die gesamte Gesellschaft!“
Eine besonders gefährdete Gruppe sind die in den Privathaushalten beschäftigten Menschen, meist mit Migrationshintergrund. Denn sie haben keine Lobby und sind besonders abhängig vom Wohlwollen der Arbeitgeber. Aber auch ihnen steht zumindest Urlaub, bezahlter Krankenstand, Sozialversicherung und gerechte Bezahlung zu. Die meisten von ihnen wissen zum Beispiel gar nicht, dass sie sich – wenn sie geringfügig arbeiten – selbst versichern und so für ihre Pension vorsorgen können. „Das ist ein wichtiger Aspekt gegen die Altersarmut speziell bei Frauen“, betont Cornelia Schmidjell, Leiterin der Sozialpolitischen Abteilung der AK Salzburg.
Sie verweist auch auf die Problematik der privaten Arbeitgeber, die mit ihrer Dienstgeberrolle oft überfordert sind: „Dass es einen Trend zur Beschäftigung in Privathaushalten gibt, ist Realität. Aber es ist eine negative gesellschaftliche Entwicklung. Wir brauchen im Gegenteil eine Ausweitung der öffentlichen Dienstleistungen, also ein verstärktes Angebot haushaltsnaher Tätigkeiten über gemeinnützige Träger, damit hohe Beschäftigungsquoten und eine bessere Vereinbarkeit und Familie und Beruf gewährleistet werden. Außerdem ist eine Systemvereinfachung nötig, denn derzeit wird es den privaten Dienstgebern nicht gerade leicht gemacht wird, der Sozialversicherungspflicht nachzukommen.“
Mehrsprachige Tipps für alle, die im Haushalt beschäftigt sind
Der Folder – neben deutsch, auch in englisch, serbokroatisch und türkisch zu haben – verschafft einen ersten Überblick über die Grundrechte von im Privathaushalt arbeitenden Menschen. „Um möglichst viele der Betroffenen erreichen zu können, arbeiten wir mit allen einschlägigen NGOs zusammen, also Vereinen und Beratungsstellen für Migrantinnen und Migranten, denen wir die Folder anbieten“, sagt Cornelia Schmidjell.
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