Die AK von A bis Z im Jahr 2010
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Von A wie Analyse der Einkommen über den Steuerlöscher und der Tauschbörse bis Z wie Zukunftsprojekt: Die Themenpalette der Salzburger Arbeiterkammer ist breit. „Das zeigt, dass unsere Arbeit bei den Salzburger Beschäftigten hoch im Kurs steht“, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler. Es ist aber auch der Beweis, dass die Arbeiterkammer als Servicestelle für nahezu alle Lebenslagen unentbehrlich ist.
Aufholbedarf. Trotz Verbesserungen, insbesondere bei den Tarifen für die Unter-Sechsjährigen, hat Salzburg noch immer Aufholbedarf. Vor allem was berufsangepasste Öffnungszeiten betrifft. Positiv ist die bundeslandweite Versorgungsquote bei den Kindergärten (85 Prozent). Traurige Tradition: Betreuungsdefizite in den Innergebirgs-Gauen.
Bildung. Arbeitszufriedenheit und Bildung hängen zusammen. Die Ergebnisse der AK-Studie rütteln auf: Wer ein geringes Ausbildungsniveau hat lebt eher in Armut, ist allgemein unzufriedener und viel öfter ohne Arbeit. Heuer reicht das Einkommen 28 Prozent der wenig Qualifizierten nicht zum Leben – das sind mehr als doppelt so viele wie 2008. Zu den für Österreich schlechten PISA-Ergebnissen sagt AK-Direktor Gerhardt Schmidt: „Die soziale Undurchdringlichkeit und die viel zu frühe Selektion müssen weg, die integrierte Ganztages- und Gesamtschule her!“
Campaign. "Müssen wir jede Krot schlucken?" fragen sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wenn sie von immer neuen Bankenpaketen, Budget-Konsolidierung, geplanten "ausgabenseitigen Sparen" oder neuen Massensteuern hören. Die "Krot", die wir nicht schlucken wollen, war Mittelpunkt einer bundesweiten Kampagne der Arbeiterkammer. Die Top 5 der miesesten Kröten: Maßlose Managergehälter, Banken-Rettung ohne Kurswechsel, Steuergeschenke für Spekulanten, Steueroasen für die Reichen, Steuerfreiheit für Konzerne.
Durchsetzung. Gelungene Interventionen in Arbeitsrecht und Konsumentenschutz, Durchsetzung von Ansprüchen bei Lohnsteuer und Sozialversicherung, gewonnene Prozesse oder Betreuung und Hilfe für Lehrlinge: Gerade in schwierigen Zeiten wie jetzt werden die Leistungen der Arbeiterkammer vermehrt nachgefragt – in Summe erkämpft die AK Salzburg für ihre Mitglieder fast 18 Millionen Euro im Jahr, über 175.500 Arbeitnehmer suchen telefonisch und persönlich Rat und Hilfe.
Einkommen: Die Analyse der Einkommen 2009 ergab, dass die Salzburger Beschäftigten Glück hatten, dass die Inflation überraschend niedrig war. Von dem nominellen Einkommenszuwachs von 1,93 Prozent hat die Inflation nur 0,47 Prozent weggeknabbert, sodass ein kaufkraftbereinigtes Plus von 1,46 Prozent übrig blieb.
Fehlentwicklung. Die Salzburger Eltern legen für Nachhilfe jährlich satte 5,5 Millionen Euro! Das ergab eine IFES-Studie im Auftrag der Arbeiterkammer. AK-Präsident Siegfried Pichler: „Wo bleibt da die Chancengleichheit? Wer kann sich das leisten? In einem modernen Bildungssystem müssen Leistung und Chancengerechtigkeit eng miteinander verknüpft sein – davon sind wir weit entfernt!“
Gesundheit. Die Themen Gesundheit und Betriebssport sind wichtige Eckpfeiler des Einsatzes der Arbeiterkammer für die Salzburger Arbeitnehmer. Arbeitnehmer müssen ihre Gesundheit pflegen, wie der Handwerker sein Werkzeug. Daher unterstützt die AK auch den erfolgreichen Businesslauf und nun den Salzburger Almwandercup.
Harmonie. AK-Präsident Pichler und ÖAAB-Obmann zeigten sich nach Beendigung des Streits um die AK-Finanzen einträchtig: Gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten geht es darum, dass in der AK alle an einem Strang ziehen und gemeinsam für die Interessen der Arbeitnehmer kompromisslos eintreten.
I schau auf mi UND di: Die 2009 von der AK initiierte Kampagne „I schau auf mi UND di“ soll in den Betrieben bewirken, dass neben der körperlichen auch auf die seelische Verfassung der Beschäftigten Acht gegeben wird. 2010 wurde dieses Projekt auf junge Menschen ausgedehnt. Aus gutem Grund: Laut SGKK bekommen bereits 2.500 Salzburger Kinder und Jugendliche Psychopharmaka verschrieben.
Jubilar. Vor 90 Jahren wurde das Gesetz über die Errichtung der Arbeiterkammer im Nationalrat beschlossen. Seitdem wurde die AK zur Erfolgsstory. Wesentliche soziale und demokratische Errungenschaften hätten ohne sie nicht erkämpft werden können.
Konsumentenschutz. Über mangelnde Arbeit brauchten sich die AK-Konsumentenschützer auch 2010 nicht zu beklagen: Rund 35.000 Mal stand man Herrn und Frau Salzburger mit Rat und Tat zur Seite.
Lebensmittelpreise. Die Kritik der AK an der Preispolitik der heimischen Handelsriesen hat Wirkung gezeigt: Innerhalb von zwei Jahren hat sich das Preisgefälle zwischen Salzburg und Bayern fast verflüchtigt. Waren 2008 Lebensmittel in Salzburg durchschnittlich noch um 20 Prozent teurer, so sind es derzeit nur noch knapp vier Prozent. Bei den Markenartikeln werden die Kunden in Salzburg aber immer noch stärker zur Kassa gebeten.
Mietwucher. Die Miet- und Kaufpreise von Wohnungen haben 2009 Spitzenwerte erreicht. Bei stagnierenden und sogar sinkenden Realeinkommen ist das besonders schmerzhaft für die Salzburger Beschäftigten. Seit der Jahrtausendwende sind die Wohnpreise quasi ungebremst im Steigflug! Gegenmittel: forcierter Bau von geförderten Mietwohnungen.
Neuer Name. Die Umwandlung des ehemaligen Brunauerzentrums der AK in eine GmbH ist unter Dach und Fach. Durch die Kooperation mit der Buchungsplattform „Best Western“ hat die Sache auch einen (neuen) Namen: Das vormalige Tagungs- und Seminarhotel Josef Brunauer heißt nun „Best Western Parkhotel Salzburg“.
Oelschock: Der Jahresvergleich der Heizöl-Preise zwischen 2009 und 2010 lässt einem die Haare zu Berge stehen: 3.000 Liter Heizöl (soviel verbraucht ein Haus pro Jahr im Schnitt) kosten heuer 472 Euro mehr als 2009. „Deshalb braucht es den Heizkostenzuschuss, um das Schlimmste zu verhindern“, so AK-Präsident Pichler.
Pensionen. Um die Gerechtigkeit zwischen den Generationen zu bewahren, darf auf die älteren Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben, nicht vergessen werden. „Es ist unerträglich, wenn die Pensionen immer weiter schrumpfen, weil sie zu gering oder gar nicht aufgewertet werden“, sagt Pichler, „ hier gehören öffentliche Mittel investiert und nicht auf die Konten privater Versicherungen überwiesen!“
Querdenker. Günter Wallraff war wieder verdeckt unterwegs: diesmal in der rücksichtslosen neuen Arbeitswelt. Was er zu berichten hat, geht an die Nieren. Das spürten auch die vielen Zuhörer der AK-Veranstaltung.
Rechtsschutz. Auch 2010 waren die Dienste der AK-Rechtsabteilung stark gefragt. Allein im AK-Haupthaus (ohne Bezirksstellen und Erstberatung im Service-Center) suchten über 10.000 Salzburger persönlich Rat und Hilfe. Rechnet man telefonische Beratungen und die Beantwortung von Email-Anfragen dazu, sind es pro Jahr rund 60.000 Kundenkontakte.
Steuerlöscher. Die Aktion von AK und ÖGB brachte ein Rekordergebnis für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (und auch manche Pensionisten): Insgesamt hat das Finanzamt mehr als 3,6 Millionen Euro herausrücken müssen – das sind um fast 30 Prozent oder 800.000 Euro mehr als im Vorjahr! Neben dem “Steuerlöscher” unterstützt die AK das ganze Jahr Beschäftigte, die sich ihr Geld vom Finanzamt zurückzuholen wollen. Da kommen zu den Steuerlöscher-Millionen noch 500.000 Euro dazu.
Tauschbörse. Das Motto „Tauschbörse schont Geldbörse“ erwies sich im heurigen Jahr als besonderer Publikumsmagnet: Rund 8.600 Käufer konnten aus einem Angebot von nahezu 30.000 Sportartikeln wählen, fast 21.000 Waren wechselten die Besitzer – das höchste Ergebnis seit es die Tauschbörse gibt.
Unmoralisch. Die Milliardenspritze für Griechenland hat ein paar superreiche Spekulanten innerhalb weniger Tage noch reicher gemacht. Einmal mehr auf den Rücken der Arbeitnehmer! „Blindlings Gelder in die Rettung einzelner Staatshaushalte zu pumpen und gleichzeitig die Arbeitnehmer zur Konsolidierung der Budgets zur Kasse zu bitten, ist unmoralisch und ökonomisch unsinnig!“, kritisierte AK-Präsident Siegfried Pichler.
Vertrauen. Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind die Basis der politischen Arbeit. Das Vertrauen in die wichtigsten Institutionen des Landes ist damit von besonderem empirischen Interesse. Das Meinungsforschungsinsitut market ermittelt die Vertrauenswürdigkeit der wichtigsten Institutionen seit 2008, dem Jahr der weltweiten Finanzmarktkrise. Die aktuelle Erhebung zeigt: die AK mit 85 Prozent Vertrauensbonus einsam an der Spitze.
Wahnsinnspreise. In der Salzburger Gastronomie sind die Getränkepreise in den vergangenen fünf Jahren großteils weit über der Teuerungsrate gestiegen. Die „Leitwährung“ Bier etwa ist um 18 Prozent teurer geworden bei einem Verbraucherpreisindex von 9,4 Prozent seit 2005. Die Gastronomie-Preise sind mit der Umstellung auf den Euro explodiert
X-Mas. Die Konsumentenschützer der AK-Salzburg gaben Tipps rund um den Weihnachtseinkauf. Nützliche Ratschläge zu Umtausch, Garantie, Gutscheinen und Internet-Kauf.
Young. Auf www.ak4u.at zeigt die AK ihre junge Seite. Jetzt auch im Web 2.0! Alle unter 26 finden hier „alles, was Recht ist“.
Zukunftsprojekt. Mit der Eröffnung des Technischen AusbildungsZentrums Mitterberghütten (TAZ) setzen die Sozialpartner in Zusammenarbeit mit dem Land Salzburg ein richtungweisendes Signal im Kampf gegen die hartnäckige Wirtschaftskrise. Ein wichtiger Beitrag zur Ausbildungsgarantie für junge Menschen.
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