Traditioneller Industriebezirk ist überproportional betroffen

Zur Krise kamen im Tennengau auch noch die Auswirkungen der Betriebsschließungen in den Jahren davor. In Summe leidet der Tennengau somit relativ stärker als andere Bezirke. „Dass gerade in diesem traditionellen Industrie-Bezirk Arbeitsplätze in der Produktion verloren gehen, tut besonders weh“, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler anlässlich seines Frühjahrs-Bezirkstages.

220 Arbeitsplätze sind allein in Hallein gegenüber dem Juli 2009 verloren gegangen, das sind minus 2,7 Prozent. Im gesamten Tennengau sind unter dem Strich 115 Stellen oder 0,7 Prozent verloren gegangen. Vor allem im produzierenden Sektor kam es zu Arbeitplatzverlusten (minus 396 oder 7,5 Prozent). Trotz des Einbruchs ist der industriell-gewerbliche Sektor die Stütze des Tennengauer Arbeitsmarktes mit einem Anteil von rund einem Drittel der nunmehr 16.916 Arbeitsplätzen; zählt man die Bauwirtschaft dazu, sind 43,5 Prozent in der Produktionswirtschaft.

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Fünfjahres-Vergleich

Die Auswirkungen der Krise zeigen sich auch im längerfristigen Vergleich: Von 2005 bis 2010 sind lediglich magere 0,7 Prozent an neuen Arbeitsplätzen entstanden, das ist das niedrigste Wachstum aller Bezirke. Im Landesschnitt sind 7,1 Prozent neue Jobs dazugekommen. Am dynamischsten war die Entwicklung im Pinzgau mit plus 10 Prozent und im Pongau mit plus 9,4 Prozent.

Der langfristige Arbeitsplatzzuwachs entfällt vor allem auf Erziehung und Unterricht mit einem Plus von 335 Beschäftigungsverhältnissen (23,6 Prozent), wobei sich vor allem die Fachhochschule Urstein als Arbeitsplatzmotor erweist. Die Arbeitsplätze im Handel sind um 9,8 Prozent, jene im Gesundheitsbereich um 18,0 Prozent gestiegen, das sind plus 223 bzw. 204 Arbeitsplätze.

In diesem Zeitraum gab es einen Verlust von 16,5 Prozent oder 967 Arbeitsplätzen in der Industrie, wovon ein Teil offensichtlich wieder im Leasingbereich auftaucht, der zu den Wirtschaftlichen Diensten gehört und ein Plus von 27,4 Prozent oder 182 Jobs aufweist.

„Man darf aber nicht vergessen, dass unabhängig von der Krise in diesen fünf Jahren knapp 1.400 Arbeitsplätze durch Konzernentscheidungen oder Missmanagement verloren gegangen sind“, erinnert Pichler. An der Spitze stand m-real mit 636 verlorenen Arbeitsplätzen, Roco mit 376, Johnson & Johnson mit 159, La Redoute mit 123 und Rhode mit 92. „Es ist also nicht allein die Krise, die dem traditionellen Industriebezirk zu schaffen macht.“

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Arbeitslosigkeit

Im März 2011 ist die Zahl der Arbeitslosen zwar um 148 Personen oder 11,9 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres auf 1.092 zurückgegangen, trotzdem liegt der Wert im Drei-Jahresvergleich deutlich – nämlich um 46,2 Prozent - über jenem der Zeit vor der Krise (März 2008: 747 arbeitslose Personen). Damit folgt der Tennengau aber dem Trend im gesamten Bundesland.

Rechnet man die Schulungsteilnehmer dazu, erhöht sich die Zahl auf 1.563, der Rückgang verringert sich auf 7,5 Prozent. Auch im Vergleich zum März 2009 ist die Zahl der Arbeitslosen plus jener der Schulungsteilnehmer nur leicht gesunken (- 3,2 Prozent); gegenüber dem März 2008 sind die Arbeitslosen plus Schulungsteilnehmer um 68,6 Prozent gestiegen.

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