11 Tote und Rang 7 bei Arbeitsunfällen zeigen: Arbeit muss sicherer werden!
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Bei den Arbeitnehmerschützern der AK Salzburg läuten die Alarmglocken: Die jüngste AUVA-Arbeitsunfallstatistik für 2008 verzeichnet in Salzburg nicht nur katastrophale elf Tote am Arbeitsplatz. Das Land liegt im Österreich-Vergleich auch deutlich über dem Unfalldurchschnitt. Nur in Kärnten und Oberösterreich gibt es mehr Unfälle. Die AK-Arbeitnehmerschützer fordern: „Alle Verantwortlichen sind aufgerufen, den Ursachen für diese inakzeptable Entwicklung auf den Grund zu gehen und dringend gegenzusteuern!“
- Wichtige statistische Daten
- Jeder Unfall verursacht einen Schaden von 15.000 €
- Mögliche Unfallursachen und Prävention
Wichtige statistische Daten
In Salzburg gibt es laut Allgemeiner Unfallversicherungsanstalt (AUVA) jährlich mehr Todesopfer am Arbeitsplatz: 8 im Jahr 2006, 10 im Jahr 2007 und 11 im Vorjahr. Davon 6 in der Baubranche, 2 im Metall- und Maschinenbaubereich und jeweils ein Todesfall bei den Verkehrsdienstleistungen sowie in der Forstwirtschafts- und der Einzelhandelsbranche. Insgesamt starben 2008 in Österreich 115 Menschen durch einen Arbeitsunfall – Salzburg verbucht also trotz relativ geringem Anteil an der Gesamtbevölkerung fast 10% aller Unfälle!
Noch brisanter wird die Statistik bei der Unfallrate je 1000 Versicherten: Hier stehen 41 Unfällen pro 1000 Versicherten in ganz Österreich allein in Salzburg 47 Unfälle je 1000 Versicherten gegenüber! „Salzburg gehört nicht mehr zu den Vorreitern im Arbeitnehmerschutz, im Gegenteil: Wir haben nach Kärnten und Oberösterreich die drittschlechteste Unfallentwicklung in Österreich. Noch entlarvender ist der Vergleich der Unfallrate je 1000 Versicherten nach Branchen:
- Land- und Forstwirtschaft: Österreich 96 – Salzburg 237
- Bergbau: Österreich 127 – Salzburg 225
- Bauwesen: Österreich 93 – Salzburg 113
- Beherbergung und Gastronomie: Österreich 31 – Salzburg 43
- Land- und Forstwirtschaft: Tirol 87 – Salzburg 237
- Bergbau: Tirol 118 – Salzburg 225
- Bauwesen: Tirol 81 – Salzburg 113
- Beherbergung und Gastronomie: Tirol 12 – Salzburg 43
Es stellt sich also die Frage: Was läuft falsch in Salzburg – und ist der Arbeitnehmerschutz in seiner jetzigen Form noch zeitgemäß?
Der Ausländeranteil (Sprachprobleme, schlechtere Ausbildung etc.) ist jedenfalls kein Argument für die höheren Unfallraten in Salzburg, was auch hier wieder der Vergleich mit Tirol zeigt: Er ist in Salzburg praktisch fast gleich hoch, in einigen Branchen sogar niedriger als in Tirol.
Jeder Unfall verursacht einen Schaden von 15.000 €
Sehr viele Unternehmen sind im Sicherheitsbereich vorbildlich und halten sich an die Regeln und Gesetze, aber manche sitzen einer Fehlkalkulation auf und sparen aus Wettbewerbsgründen an der Sicherheit. Würden sich alle an die Bestimmungen halten, dann könnten viele Unfälle und zusätzliche Kosten vermieden werden! Denn neben dem persönlichen Leid verursachen Arbeitsunfälle auch volkswirtschaftlich einen enormen Schaden: Ein Arbeitsunfall am Bau kostet im Schnitt rund 15.000 Euro. Ähnliche Werte gelten auch für die anderen Branchen.
zum SeitenanfangMögliche Unfallursachen und Prävention
Auf der Suche nach den Ursachen bieten sich einige Vermutungen an: Immer mehr Stress am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft an sich, mangelnde Kontrollmöglichkeiten wegen Personalmangel im Arbeitsinspektorat, Zeitdruck durch den Arbeitgeber und das Sparen so mancher Unternehmer am falschen Platz sind unstrittige Indikatoren.
Es gilt gezielt dorthin zu schauen, wo die Unfälle passieren. Und jenen, die sich nicht an die Regeln halten, müssen die Zuständigen eben entschlossen auf die Finger klopfen. Moderner Arbeitnehmerschutz braucht Aufklärung, Information und eine effiziente Prävention.
Arbeitsklima-Index für Baugewerbe soll mehr Klarheit schaffen
Die AK trägt ihren Teil bei, indem sie 2009 die Stimmung der Arbeitnehmer im besonders unfallträchtigen Baugewerbe per Arbeitsklima-Index erhebt. Dass im Übrigen gerade das Salzburger Arbeitsinspektorat in letzter Zeit personell ausgedünnt wurde, ist für die AK-Arbeitnehmerschützer unverantwortlich. Allerdings hat der jetzt zuständige Minister Hundstorfer bereits zugesagt, das Personalproblem zu beheben.
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