Neoliberalismus - Handeln ohne Hausverstand

Werden Wirtschaft und Staat verspekuliert? Die Frage, die AK und ÖGB bei einer Diskussionsveranstaltung im Parkhotel Salzburg stellten, war provokant, der bekannte Ökonom Stephan Schulmeister, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO), nahm sich bei der Beantwortung aber kein Blatt vor den Mund.

Für ihn steht klar fest: die neoliberale Ideologie hat dem Finanzkapitalismus das Tor geöffnet und ohne jeden Hausverstand den Staat schlecht gemacht und die Solidargemeinschaft zerstört.

Für Schulmeister ist die Krise noch nicht ausgestanden: „sie wird sich in der kommenden Sparpolitik noch vertiefen!“, warnte er. Die Krise ist vor allem kein Betriebsunfall, sondern systemisch. Daher ist darüber nach zu denken, wie man das System ändern kann. Ein Umdenken ist dringend notwendig, aber nicht einfach.

Denn: Der Neoliberalismus ist mittlerweile in allen Köpfen drin und es gibt nichts Schwierigeres als das Verlernen eingeprägter Muster. „Es ist fast undenkbar, dass die Eliten von sich aus ihr Weltbild ohne Krisenverschärfung austauschen!“, sagt Schulmeister und fordert ein Modell der Zusammenarbeit über die traditionellen Parteigrenzen hinaus: „Politiker müssen sich wieder ernsthaft fragen, wohin soll die Welt steuern?“

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